Erneut verstärkte Kontrollen nach illegalem Feuerwerk aus Tschechien

Immer wenn ein Jahr zu Ende geht, zeigt die deutsche Polizei an der tschechischen Grenze zu Bayern und Sachsen erhöhte Betriebsamkeit. Dahinter steht vor allem ein Grund: Durch verstärkte Kontrollen soll die Einfuhr von illegalen Silvesterböllern möglichst verhindert werden.

Foto: meineresterampe, Pixabay / CC0Foto: meineresterampe, Pixabay / CC0 An den Grenzübergängen von Bayern und Sachsen nach Tschechien sind dieser Tage viele Warnschilder angebracht. Auf ihnen ist in großen Lettern zu lesen: Finger weg! Im Folgenden wird erläutert, was man nicht in Tschechien kaufen sollte: Feuerwerkskörper, die nicht den deutschen Vorschriften entsprechen. Weshalb Böller und Raketen, die schlecht verarbeitet wurden und kein Prüfsiegel aufweisen, so gefährlich sein können, erläuterte der Vizechef der Polizei in Waidhaus, Martin Roth, unter anderem dem Tschechischen Fernsehen (ČT).

Doch nicht nur aufgrund der erhöhten Verletzungsgefahr sind Eigenproduktionen oder nicht zertifizierte Industrieware von Pyrotechnik aus Tschechien und Polen nicht in Deutschland erwünscht. Ein weiterer Grund ist der offenbare Missbrauch solcher Sprengkörper. So hat die deutsche Polizei schon mehrfach festgestellt, dass aus Tschechien stammende Pyrotechnik bei Angriffen von Rechtsradikalen auf Flüchtlingsunterkünfte benutzt worden ist.

Jan Řezáč (Foto: Archiv ČOI)Jan Řezáč (Foto: Archiv ČOI) Aber auch auf tschechischer Seite wird Pyrotechnik gegenwärtig schärfer kontrolliert – durch Vertreter der hiesigen Handelsinspektion (ČOI). Sie nehmen dabei nicht nur die gängigen Läden in Augenschein, sondern ganz besonders die grenznahen Vietnamesen-Märkte. Einer davon ist der Markt in nordwestböhmischen Potůčky / Breitenbach. Seinen ersten Eindruck schildert der Direktor der Handelsinspektion für die Kreise Karlovy Vary / Karlsbad und Plzeň / Pilsen, Jan Řezáč:

„Auf dem Vietnamesen-Markt wird weitaus weniger Pyrotechnik angeboten als in den vergangenen Jahren.“

Und weiter führt er aus: „Zu bemängeln ist lediglich, dass die Pyrotechnik nicht gut gelagert ist. Das überprüfen wir natürlich und werden Verstöße sanktionieren.“

Ein ähnliches Bild bietet sich den Kontrolleuren auf einem Asienmarkt im südböhmischen České Velenice / Unterwielands direkt an der Grenze zur österreichischen Stadt Gmünd. In diesem Jahr wird dort weniger Feuerwerk verkauft, dafür wird es teilweise ungenügend gelagert. An einem Stand allerdings wurden die Kontrolleure fündig: Dort wurde Pyrotechnik der Kategorie F4 angeboten. Weshalb dies im freien Verkauf gar nicht zulässig ist, erklärt der Kontrollchef der Handelsinspektion aus České Budějovice / Budweis, David Hanousek:

Foto: Sebastian Ritter, CC BY-SA 3.0Foto: Sebastian Ritter, CC BY-SA 3.0 „Bei der Kategorie F4 handelt es sich um die höchste Gefahrenklasse für den Verbraucher. Aus diesem Grund darf sie nur von Pyrotechnik-Experten verwendet werden, also zum Beispiel durch die Zündmeister von Feuerwerk.“

Mit den verstärkten Kontrollen hält sich die tschechische Seite auch an eine Abmachung, die im Frühjahr 2016 im Riesengebirgsort Špindlerův Mlýn / Spindlermühle von Justizvertretern aus Tschechien, Polen und Deutschland getroffen wurde. Nach Meinung des Sprechers im Ministerium für Industrie und Handel, František Kotrba, aber sollte diese Regelung ausgedehnt werden:

„Diese Kontrollen sollten europaweit erfolgen, das heißt, es müsste ein Handelsverbot von nicht zertifizierter Pyrotechnik geben. Wenn wir jetzt den Verkauf solcher Ware in Tschechien verbieten, bedeutet das aber immer noch, dass sich deutsche Bürger solche Feuerwerkskörper anderweitig besorgen können. Und zwar aus Staaten, in denen kein solches Verbot besteht.“