Tagesecho Erfolgreich - Fünf neue Stipendiaten für deutschen Bundestag ausgewählt

12-10-2012 15:55 | Romy Ebert

Ihrer Karriere einen Schritt näher sind nun fünf junge Menschen aus Tschechien. Sie dürfen dank des „Internationalen Parlaments-Stipendiums“ ab März 2013 einige Monate lang den deutschen Bundestag hautnah kennenlernen. Die fünf Tschechinnen und Tschechen werden einen deutschen Bundestagsabgeordneten bei der täglichen Arbeit unterstützen. Wer die fünf neuen Stipendiaten sind, wurde Donnerstagabend in der deutschen Botschaft verkündet.

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Renata Kopřivová und Eliška Prchlíková (Foto: Romy Ebert)Renata Kopřivová und Eliška Prchlíková (Foto: Romy Ebert) Für Eliška Prchlíková ging alles ganz schnell: Am Morgen war sie noch bei ihrem Bewerbungsgespräch – am Abend dann schon Stipendiatin des deutschen Bundestages.

„Ich habe das Ergebnis nicht so früh erwartet. Ich bin sehr überrascht und glücklich.“

Eliška gehört zu den insgesamt 120 jungen Menschen aus 28 Ländern, die das „Internationale Parlaments-Stipendium“ im kommenden Jahr erhalten. Aus Tschechien haben es fünf Bewerber geschafft. Von März bis Juli 2013 dürfen sie in den Bundestags-Alltag eintauchen und bei einem der Abgeordneten mitarbeiten. Arfst Wagner, Bundestagsabgeordneter und Leiter der Auswahlkommission, war von den Kandidaten sehr begeistert:

„Ich habe sehr selten so strukturierte Menschen getroffen, die in der Lage sind polar zu denken und sich in andere hineinzuversetzen und die ein sehr starkes Selbstbewusstsein entwickeln. Das ist das, was mich am meisten beeindruckt hat und was uns die Entscheidung nicht sehr leicht gemacht hat.“

Arfst Wagner gratuliert Stipendiatin (Foto: Romy Ebert)Arfst Wagner gratuliert Stipendiatin (Foto: Romy Ebert) Insgesamt hatten sich 26 junge Erwachsene für das Stipendium beworben aber nur zwölf schafften es in die engere Auswahl. Wichtig waren der Jury zunächst zwei Grundvoraussetzungen: Die Bewerber sollten gute Kenntnisse der deutschen Sprache und ein abgeschlossenes Studium vorweisen - welches Fach die Kandidaten studiert haben, war aber nicht ausschlaggebend. In den darauffolgenden Bewerbungsgesprächen ging es um persönliche Motivation, politisches Interesse und Engagement im Bereich der deutsch-tschechischen Beziehungen. Bei der Germanistin und nun ebenfalls Stipendiatin Renata Kopřivová war das Interesse besonders groß:

Arfst Wagner und Detlef Lingemann (Foto: Romy Ebert)Arfst Wagner und Detlef Lingemann (Foto: Romy Ebert) „Das ist eine Sache, die mich schon länger interessiert hat. Ich habe das Plakat schon vor Jahren an der Uni gesehen und beschäftige mich seit längerer Zeit mit deutsch-tschechischen Beziehungen. Ich glaube das Stipendium passt da sehr gut dazu.“

In Berlin wartet auf die fünf Auserwählten ein ausführliches Programm. Neben der Arbeit im Bundestag belegen sie Kurse an den Berliner Universitäten und treffen sich mit den Stipendiaten der anderen Länder. Michael Reinold von der Bundestagsverwaltung betreut das Internationale-Parlaments-Stipendium und kennt die Details:

„Es wird eine gemeinsame Begrüßungsveranstaltung und Einführungsseminare in das politische System Deutschlands und die Arbeit des Bundestages geben. Bei einem großen gemeinsamen Seminar in Sankelmark wird speziell über die Problematik der nationalen Minderheiten in Europa diskutiert werden. Außerdem gibt es – und das ist immer der Höhepunkt – einen Stipendiatenabend, wo die jungen Leute vom Bundestagspräsidenten begrüßt werden.“

Deutscher Bundestag (Foto: Gerald Schubert)Deutscher Bundestag (Foto: Gerald Schubert) Doch nach den fünf Monaten muss mit der Politik noch lange nicht Schluss sein. Reinold erzählt:

„Es gibt ehemalige Stipendiaten, die Minister oder Staatssekretäre in ihren Ländern geworden sind. Oder sie sind in den diplomatischen Dienst gekommen. Einer der Abgeordneten, der sich da sehr engagiert, sagt immer: ‚Es ist ganz spannend, wenn ich in andere Länder fahre und Staatssekretäre treffe und denke dann – den kenn ich doch, das war doch mal mein Stipendiat.’“

So weit denkt Eliška Prchlíková aber noch nicht. Für sie ist erst einmal etwas ganz Anderes wichtig:

„Ich möchte Angela Merkel oder den Verteidigungsminister im Bundestag treffen.“

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