Tagesecho Erdgasverbrauch in Tschechien wird um bis zu 6,2 Prozent teurer
Energie ist teuer. Und sie wird auch in Zukunft nicht billiger, sondern nur teurer werden. Das müssen seit Montag auch wieder viele Haushalte und Firmen in weiten Teilen Tschechiens erfahren, die mit Gas heizen und wirtschaften. Denn der Gasverbrauch wurde ab 1. Oktober verteuert.
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Für Haushalte, die mit Erdgas von der Gesellschaft RWE Transgas beliefert
werden, steigt der Gaspreis mit dem Beginn des Monats Oktober um
durchschnittlich 4,8 Prozent. Und zwar von 3,7 Prozent in Nordböhmen bis zu
5,5 Prozent in Südmähren. In Prag und Umgebung, wo das Gas von den Prager
Gaswerken geliefert wird, erhöht sich der Preis sogar um 6,2 Prozent. Das
bedeutet, dass Haushalte, die mit Gas heizen, Kochen und das Wasser
erwärmen, für den gleichen Verbrauch nun rund 125 Kronen (ca. 4,50 Euro)
mehr zahlen müssen als bisher. Kleinere und mittlere Unternehmen wiederum
müssen jetzt mit einem Zuwachs von umgerechnet 12 bis 300 Euro rechnen.
Lediglich die Kunden des Unternehmens E.ON, die vornehmlich in Südböhmen zu
Hause sind, können vorerst aufatmen. Sie müssen vor Ablauf des vierten
Jahresquartals mit keiner Erhöhung des Gaspreises rechnen.
Die Gretchenfrage, die in diesem Zusammenhang immer gestellt wird, nämlich die nach der Ursache für die Preiserhöhung, beantwortet der Sprecher des Energiekonzerns RWE Transgas in Tschechien, Martin Chalupsky, mit der ebenso simplen wie für Laien kaum nachvollziehbaren Begründung:
"Der eindeutige Grund für den Preiszuwachs beim Erdgas ist der gewaltige Anstieg des Rohölpreises, an den die Erdgaspreise gebunden sind. Im zurückliegenden halben Jahr ist der Rohölpreis auf den Weltmärkten um mehr als 20 Dollar je Barrel geklettert. Und das muss sic ganz einfach auch im Gaspreis niederschlagen."
Erdöl und Erdgas rotieren also gleichsam, wenn sich die Preisspirale erst
einmal dreht. Aber auch bei anderen Energieträgern wie Kohle, Holzpatts und
Elektroenergie klettern die Preise ständig in die Höhe. Deshalb versuchen
inzwischen immer mehr Tschechen, dies bei der Ausstattung ihres Hauses oder
Apartments zu berücksichtigen. Dabei konnte das Umweltministerium in Prag
bereits ein paar neue Trends ausmachen, wie die Mitarbeiterin des
Ministeriums, Jarmila Krepsova, verrät:
"Es ist ein Rückgang bei festen Brennstoffen zu verzeichnen. Das begrüßt das Umweltministerium natürlich, da somit weniger Kohlendioxid in der Atmosphäre freigesetzt wird. Denn die CO²-Emissionen, das ist bekannt, verschlechtern den Zustand unserer Atmosphäre beträchtlich. Außerdem beobachten wir bestimmte Trends, bei denen die Energieerzeugung und -nutzung vom Wetter abhängig ist. Zum Beispiel, ob wir auf einen milden oder sehr frostigen Winter treffen, was einleuchtend ist."
Parallel zur Preiserhöhung haben die drei großen Energieunternehmen in Tschechien - CEZ, E.ON und RWE Transgas - eigene Kampagnen zum Energiesparen gestartet. Und zwar aus gutem Grund. Das in Tschechien produzierte Bruttoinlandsprodukt wird immer noch zu energieintensiv erstellt - der hiesige Energieverbrauch ist fast zweimal so hoch wie der EU-Durchschnitt. Und bis zum Jahr 2020 hat sich die Europäische Union zudem das Ziel gestellt, den Energieverbrauch um 20 Prozent zu senken. Die höheren Preise für Erdgas könnten also auch ein Ansatz für ein weiteres Umdenken in punkto Energieverbrauch sein.






