Tagesecho Einzigartiger Fund von germanischen Waffen in Nordböhmen

08-02-2006 16:28 | Martina Schneibergová

Während der Markomannenkriege in den Jahren 166 - 180 wurden sie wahrscheinlich benutzt - die Waffen, deren Bruchstücke vor etwa zwei Jahren unweit von Jirkov / Görkau in Nordböhmen gefunden wurden. Den wertvollen Fund, deren Wert nicht zu beziffern ist, hat das Regionalmuseum im nordböhmischen Chomutov / Komotau am Dienstag präsentiert. Martina Schneibergova war dabei.

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Lenka Onderkova (Foto: Autorin)Lenka Onderkova (Foto: Autorin) Der Fund ist nicht nur in der Region von Chomutov, sondern in Tschechien generell einzigartig. Was germanische Waffen anbelangt, wurde eine solche Menge von Waffenfragmenten bislang bei uns nicht gefunden, sagt die Archäologin des Regionalmuseums, Lenka Onderkova:

"Es handelt sich um eine Sammlung von germanischen Waffen. Der Fund besteht aus insgesamt einundzwanzig Stück: Einem Schwert, elf Speer- und Lanzenspitzen, vier Schildbuckeln und vier beziehungsweise fünf Schildgriffen - also Bestandteilen von Schildern."

Das Museum kam auf eine etwas kuriose Weise zu dem einzigartigen Fund, denn bei dem Mann, der auf die Waffen im Wald bei Hradecna gestoßen war, handelt es sich um einen Laien. Er ahnte nicht, was für einen Schatz er entdeckt hatte, sagt die Archäologin:

"Es war ein Mann, der mit einem Metalldetektor nach Gegenständen aus dem Zweiten Weltkrieg suchte - also ein Hobbysammler. Zum Glück hat er die gefundenen Waffen im Keller aufgehoben und später ins Museum gebracht."

Foto: AutorinFoto: Autorin Das Gebiet, auf dem die Gegenstände gefunden wurden, war nach Meinung der Archäologin im zweiten Jahrhundert nicht besiedelt. Es stellt sich also die Frage, woher die Waffen kommen.

"Es ist sehr schwierig, zu erklären, warum die Waffen dieser Art und in dieser Menge eben dort auftauchten. Eine der Hypothesen ist, dass es sich um eine Opfergabe für die Götter handelte. Wir können auch annehmen, dass es um ein symbolisches Grab einiger Kämpfer ging. Es gibt aber mehrere Möglichkeiten. Die Wahrheit werden wir leider nicht mehr erfahren."

Das Museum ließ die Waffenfragmente, die verhältnismäßig stark korrodiert waren, konservieren. Die Öffentlichkeit wird den archäologischen Schatz in einer Ausstellung besichtigen können, die am 2. März im Museum eröffnet wird.

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