Tagesecho Drei Haselnüsse für Aschenbrödel: Sonderausstellung auf Schloss Moritzburg
In der Weihnachtszeit erfreut sich bei deutschen und tschechischen Kindern und Erwachsenen besonders ein Film großer Beliebtheit: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Im Dezember 2009 kehrt der Film sogar zurück auf die deutschen Kinoleinwände mit dem Startschuss im Kino Babylon in Berlin. Seit Anfang Oktober widmet sich Schloss Moritzburg bei Dresden in einer Sonderausstellung diesem Kultfilm, denn unter anderem war das Schloss Schauplatz für die Dreharbeiten zum Film. Wie es zu dieser Sonderaustellung kam und wie sich der Kultstatus dieses Films erklärt, dazu ein Gespräch mit Ingrid Möbius, Museumsleiterin von Schloss Moritzburg.
Schloss Moritzburg
Frau Möbius, Sie sind Museumschefin auf Schloss Moritzburg. Seit dem 10.
Oktober zeigen Sie eine Sonderaustellung zum Film „Drei Haselnüsse für
Aschenbrödel“. Die Geschichte geht ja zurück auf eine Erzählung der
tschechischen Schriftstellerin Božena Němcová. Wollen Sie mit einer
Ausstellung zu einem Märchenfilm vor allem Träume und
Kindheitserinnerungen wecken?
„Ja, also zuerst einmal sind es die Träume und Kindheitserinnerungen unserer Gäste, die uns darauf gebracht haben, hier im Schloss eine Sonderaustellung zu machen. Gerade viele junge Leute haben hier im Schloss nach der Aschenbrödel-Brücke gefragt, nach dem Ballsaal und nach dem Märchen überhaupt. Dadurch haben wir gemerkt, dass sich das Interesse über diese 30 Jahre gehalten hat, seit dieser Film hier bei uns gedreht wurde.“
Auf Ihrer Homepage ist zu lesen, dass Originalkostüme und
Ausstattungsgegenstände gezeigt werden sowie unveröffentlichte Interviews
mit den Akteuren des Films. Der Besucherandrang für Ihre Sonderausstellung
ist unglaublich hoch. Und generell sprechen für den Erfolg des Films seine
alljährliche Wiederholung im Fernsehen zur Weihnachtszeit und jetzt auch
ein erneuter Anlauf in den deutschen Kinos. Was genau fasziniert Ihrer
Meinung nach die Menschen an dem Film „Drei Haselnüsse für
Aschenbrödel“?
„Also erst einmal wird sehr viel nach Aschenbrödel gefragt. Und ich glaube, diese zauberhafte und liebliche Ausstrahlung der Prinzessin trägt auch ganz wesentlich den Film, daneben aber auch wirklich gestandene Schauspielerleistungen, wenn man nur an Rolf Hoppe denkt und an viele andere, die uns erzählt haben, dass hinter den Kulissen eine sehr, sehr harmonische, freundschaftliche und sich gegenseitig unterstützende Atmosphäre geherrscht hat. Und das strahlt aus, wenn man sich mit diesem Filmthema beschäftigt. Diese rein positive Grundstimmung, glaube ich, zieht die Menschen an.“
Aus dem Märchen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“
Der Film war eine Co-Produktion der ostdeutschen DEFA und der
tschechoslowakischen Barrandov-Filmstudios. Kommen vor allem ostdeutsche
Besucher zu der Sonderausstellung?
„Es gibt in ganz Europa Fans des Films, aber vor allem in ganz Deutschland. Man kann das also nicht eingrenzen. Auch der Anteil tschechischer Besucher ist sehr hoch, weil es ja wenige Angebote einer zweisprachigen Ausstellung gibt. Und das wird natürlich sehr gerne angenommen.“







