Die Wiege Europas: Ausstellung über Erbe Karls des Großen

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Frühmittelalterlicher Schmuck, ein Mosaik oder die kaiserliche Krone. Rund 300 Gegenstände werden in einer Ausstellung gezeigt, die unter dem Titel „Das Erbe Karls des Großen“ auf der Prager Burg zu sehen ist.

Karl der Große
Die Exponate wurden aus Belgien, Deutschland, Kroatien, den Niederlanden, der Slowakei und Slowenien nach Prag geliehen, sagt Kuratorin Jana Maříková-Kubková.

„Die Ausstellung ist das Resultat des europäischen Projektes ‚Wiege der europäischen Kultur‘. Wir sind in diesem Projekt auf das Motto der EU eingegangen: ‚in der Vielfalt vereint‘. Zudem haben wir uns bemüht, das Frühmittelalter als grundlegende Epoche für die Identität des heutigen Europa darzustellen.“

Die Schau ist in drei Etagen im Theresianischen Flügel des alten Königspalastes installiert. Im ersten Teil der Ausstellung wird der europäische Gedanke vorgestellt, der zweite Teil betrifft die europäische Vielfalt:

Foto: Adriana Krobová,  Archiv des Tschechischen Rundfunks
„Der Besucher erfährt mehr darüber, wie fünf verschiedene europäische Regionen im Frühmittelalter ausgesehen haben. Im weiteren Ausstellungsraum geht es um die Einheit, also um das, was die Europäer verbindet: die Religion, die Sprachreformen, die Kultur, die Architektur, aber auch Handel und Wirtschaft.“

In einem Raum aus der romanischen Zeit ist ein sieben auf neun Meter großer Teppich ausgestellt, er wurde in der belgischen Stadt Ename extra für das Ausstellungsprojekt gewoben. Die Wanderausstellung wurde auch bereits in Ename sowie in Ravenna in Italien gezeigt. In Belgien konzentrierte sich die Schau mehr auf den Nordwesten Europas. In Prag wird der Kuratorin zufolge mehr Aufmerksamkeit auf Mitteleuropa gelenkt. Zudem ist eine Reihe von Gegenständen aus Tschechien zu sehen. Viele davon werden zum ersten Mal ausgestellt – wie auch das zerbrechlichste Exponat, ein Stück des Putzes aus dem neunten Jahrhundert, der an einigen Stellen nur drei Millimeter dünn ist. Die Kuratorin:

„Es handelt sich um den Putz aus einer der Kirchen in der Burganlage im südmährischen Mikulčice. Da ein recht großer Teil des Putzes erhalten ist, haben ihn die Archäologen ausgehoben und ihn in Gips gegossen. Dadurch lassen sich die beide Seiten des Putzes besichtigen – an der äußeren Seite ist ein einzigartiger Mauerabdruck deutlich.“

In der Ausstellung werden zum ersten Mal auch Fundstücke aus der Grabstätte im Lumbe-Garten auf der Prager Burg gezeigt, sie stammen aus dem 10. Jahrhundert. Die Wanderausstellung wird nach Prag noch in Marseille gezeigt.

Die Ausstellung mit dem Titel „Das Erbe Karls des Großen“ im Theresianischen Flügel des alten königlichen Palastes auf der Prager Burg ist bis 14. Oktober zu sehen.