Tagesecho Die tschechische Wissenschaft öffnet die Tür für Schüler

26-02-2010 14:51 | Jitka Mládková

Das Interesse junger Menschen an naturwissenschaftlichen und technischen Fächern zu fördern und auch außerordentliche Talente zu entdecken ist das Ziel eines Projektes der tschechischen Akademie der Wissenschaften. Sie bietet Praktika für Gymnasiasten und andere Schüler der Mittelschulstufe aus ganz Tschechien an.

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Das für zwei Jahre anberaumte Projekt, an dem 150 außerhalb von Prag lebende Schüler teilnehmen können, finanziert die EU. Die Akademie der Wissenschaften hat jungen Interessenten insgesamt 230 Themen aus den Bereichen Medizin, Biologie, Mathematik und Informatik zur Auswahl angeboten. Die Deadline für die Anmeldung ist Ende März, aber schon jetzt sind über 100 Praktikumsstellen besetzt. Květoslava Stejskalová, Wissenschaftlerin vom Institut für physikalische Chemie, hat schon bei einem früheren Projekt der Akademie Erfahrungen mit jungen potentiellen Wissenschaftlern gemacht.

„Am Anfang wird von einem Praktikanten erwartet, dass er sich in die Theorie des jeweiligen Fachgebiets vertieft und sich bald im Labor orientiert. Er macht sich unter anderem mit bestimmten Techniken und mit einer Reihe von Geräten vertraut. IllustrationsfotoIllustrationsfoto Anschließend ist es von Vorteil, wenn er die Gelegenheit hat, seine Erkenntnisse zu präsentieren. Zum Abschluss des Praktikums soll der Schüler in der Lage sei, eine Arbeit über seine Tätigkeit zu verfassen.“

Die besten von diesen Arbeiten werden auch in wissenschaftlichen Fachzeitschriften publiziert. Viele Pädagogen der Mittelschulstufe begrüßen das Projekt, an dem 15 Institute der Akademie der Wissenschaften und sechs Hochschulen beteiligt sind. Heutzutage ist das Interesse an technischen und naturwissenschaftlichen Fächern nämlich nicht groß, behauptet die Mathematik- und Physiklehrerin am Prager Jaroslav-Heyrovský-Gymnasium.

„Die Mehrheit der Gymnasiasten interessiert sich viel mehr für humanistische Fächer. Viele möchten Jura oder eventuell Ökonomie studieren. Technische Fächer hingegen verlieren für sie an Attraktivität.“

Die einzelnen Teilnehmer des Praktikums in der Akademie der Wissenschaften werden aufgrund ihrer Motivationsbriefe ausgewählt. Die meisten interessieren sich für Biologie, Chemie und Informatik. Die ausgewählten Schüler kommen ein- oder zweimal im Monat in das jeweilige Institut, in dem sie sich ihrer Forschungsarbeit widmen. Rund die Hälfte von ihnen sind Mädchen, worüber sich die Veranstalter besonders freuen. In der tschechischen Wissenschaft, vor allem in den technischen, aber auch naturwissenschaftlichen Fächern, sind nämlich die Frauen immer noch deutlich schwächer vertreten als ihre männlichen Pendants.

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