Tagesecho „Die Freude verführt“: Der expressive Maler Vladimír Skrepl präsentiert sich in Berlin
Vladimír Skrepl, Jahrgang 1955, ist ein Maler, dessen expressive, manchmal sogar wilde Werke weit entfernt sind von dem, was wir ästhetisch gewöhnt sind. Thema ist eher das Trauma als der Traum. In Berlin sind nun Skrepl-Werke zu sehen, die sich davon abheben. Christian Rühmkorf sprach mit der jungen tschechischen Galeristin Vaňková, die Vladimír Skrepl in Kreuzberg präsentiert.
Vladimír Skrepl (Foto: www.moravska-galerie.cz)
Petra Vaňková, Sie sind Tschechin, haben aber ihre erste eigene Galerie vor
einiger Zeit in Berlin eröffnet. Zurzeit zeigen Sie Werke des
tschechischen Künstlers Vladimír Skrepl. Skrepl ist ein expressiver Maler
und bildender Künstler. Die Ausstellung heißt „Radost svádí / Die
Freude verführt“. Dieser Titel ist ja doch ein wenig ungewöhnlich, wenn
man Skrepls Werke kennt, oder?
„Ja, der Titel ist ein bisschen ungewöhnlich, aber die neuen Arbeiten von Vladimír Skrepl sind sozusagen durch die Freude am Malen ´verführt´. Für diese Ausstellung wurden 15 kleinere Formate ausgesucht. Es handelt sich um gegenständliche Malerei, das heißt, es sind Personen, Objekte eingebaut in die Malerei. Und die Malerei ist sehr farbenfroh. Er arbeitet mit einem sehr dicken Farbauftrag, die Farbpalette ist sehr groß, und deswegen der Titel ´Die Freude verführt´. Die neuen Arbeiten unterscheiden sich von den älteren eben durch diese Farbenfrohheit.“
Vladimír Skrepl ist eigentlich Kunsthistoriker, schafft aber schon seit langem seine eigenen Werke. Gilt Skrepl in Tschechien als anerkannter Künstler?
„Skrepl gilt in Tschechien als anerkannter Künstler, aber eher in den
Künstlerkreisen. Er hat eine Generation von Künstlern ausgebildet, die
langsam anfangen, sich im Ausland zu präsentieren und dort auch
Anerkennung finden. Und als Künstler wird er von der breiten
Öffentlichkeit vielleicht weniger akzeptiert, da man mit seiner Malerei
ein bisschen Schwierigkeiten hat. Denn es ist expressiv. Und das ist
eigentlich ein Phänomen, das in Tschechien nicht so bekannt ist, das
unsere tschechische Kunstgeschichte nicht wirklich prägt, sondern eher ein
Thema für deutsche Kunst ist ebenso wie für die amerikanische. Und
deswegen gilt Skrepl in der Tschechischen Republik als solitär, weil er
einfach auch ästhetische Formen bricht und sich wirklich der Malerei
widmet ohne irgendwelche Vorgaben. Er tastet sich an die Malerei an und
bricht diese ästhetischen Formen, die bisher vorgegeben wurde.“
Frau Vaňková, ihre Galerie in Berlin ist noch jung. Ist es Ihr besonderes Anliegen, tschechische Kunst nach Deutschland zu bringen?
„Mein Anliegen ist es, aber es ist nicht der Schwerpunkt. Der Schwerpunkt liegt schon auf den internationalen Künstlern. Dennoch ich werde in der Zukunft mit tschechischen Künstlern zusammenarbeiten. Das Programm entwickelt sich aber noch und es wird sich in Zukunft vielleicht noch mehr auf die tschechische Kunst konzentrieren.“
Service:
Die Vladimír Skrepl-Ausstellung „Radost svádí / Die Freude
verführt“ ist noch bis zum 1. August 2010 in der Galerie Petra Vankova
zu sehen. Die Galerie finden Sie in der Schönleinstraße 32 in
Berlin-Kreuzberg. Web-Link: petravankova.org










