Tagesecho Die altkatholische Kirche hat ihre erste Diakonin

30-10-2003 | Martina Schneibergová, Jana Sustova

Die altkatholische Kirche in Tschechien hat unter ihren Geistlichen die erste Frau. Über die Weihe der ersten Diakonin durch den altkatholischen Bischof Dusan Hejbal berichtet Martina Schneibergova.

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Bischof Dusan Hejbal und Diakonin Hana KarasovaBischof Dusan Hejbal und Diakonin Hana Karasova Während des feierlichen Gottesdienstes in der St. Laurenzius-Kirche auf dem Prager Petrin (Laurenziberg) wurden von Bischof Hejbal vier neue Priester und eine Diakonin geweiht. Dazu muss angemerkt werden, dass die letzte Priesterweihe in der altkatholischen Kirche im Jahre 1971 stattfand. Unter den damals geweihten Priestern war auch der jetzige Bischof Hejbal. Wie er selbst sagt, war die damalige Zeit für die Kirche höchst ungünstig, und 1990 sei die altkatholische Kirche - so Hejbal - eigentlich wiedergeboren worden. Auf die Frage nach der Weihe der ersten Diakonin antwortete Bischof Hejbal:

LitaneiLitanei"Der Gedanke ist nicht neu, in den westeuropäischen altkatholischen Kirchen tauchte er schon vor längerer Zeit auf. Unsere Kirche befasst sich mit diesem Thema auf sehr sensible Weise und sehr vernünftig - auf keinen Fall ist es eine Sensation, dass wir die erste Diakonin weihten. Meine Haltung zu dieser Frage ist gespalten - einerseits weiß ich persönlich als Dusan Hejbal, dass die Zeit kommen wird, in der Frauen zu Priesterinnen geweiht werden, andererseits muss ich als Bischof vorsichtig sein, da ich keinen einzigen Gläubigen nur aus dem Grund verlieren möchte, dass nun etwas Ungewöhnliches geschieht."

EucharistiefeierEucharistiefeier Nach den Worten des Bischofs entspricht diese Weihe der Kirchentradition, denn Diakoninnen habe es in frühchristlichen Zeiten auch gegeben.

Über ihre Berufung sagte die frisch geweihte Diakonin Hana Karasova:

Diakonin Hana Karasova und Dozent Jan Lasek von der hussitischen theologischen FakultätDiakonin Hana Karasova und Dozent Jan Lasek von der hussitischen theologischen Fakultät"Was die Berufung zum Diakonat anbelangt, so habe ich das Gefühl, dass sie sehr spontan gekommen ist. Ich studierte und studiere immer noch die klassische Philologie, und da ich als Pastoralassistentin zu wirken begann, war ich der Meinung, dass ich auch eine theologische Ausbildung haben sollte. Während meines Studiums an der hussitischen theologischen Fakultät lernte ich zwei Studenten kennen, die jetzt auch zu Priestern geweiht wurden. Meine Berufung kam erst am Ende des Studiums, denn ich fühlte, dass es irgendwie besser wäre, wenn ich für meinen Dienst in der Kirche eine Art Bestätigung hätte."


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