Tagesecho Der gefährdete Kuckuck ist Vogel des Jahres 2010 in Tschechien

03-02-2010 16:38 | Martina Schneibergová, Andrea Fajkusová

Der Vogel gilt als ein Frühlingsbote: Seinen typischen Doppelruf kann man bei uns zum ersten Mal etwa Mitte April hören. Zudem ist der Zugvogel durch sein räuberisches Verhalten bekannt geworden: Jeder weiß, dass er seine Eier in fremde Nester legt. Es geht um den Kuckuck. Er wurde in Tschechien nun zum Vogel des Jahres 2010 erklärt.

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Cuculus canorus, foto: Steve Garvie, Creative Commons 2.0Cuculus canorus, foto: Steve Garvie, Creative Commons 2.0 Diese Vogelstimme kennt jeder und es ist zweifelsohne die bekannteste Vogelstimme überhaupt. Gesehen haben den Kuckuck jedoch nur wenige, weil er sich eher unauffällig verhält. Es könnte aber passieren, dass es in einigen Jahren mit der Ankündigung des Frühlings durch den Kuckuck nicht mehr so selbstverständlich ist wie bisher. Denn er ist bedroht, darauf machen Experten von der Tschechischen Ornithologischen Gesellschaft aufmerksam. Sie wählten den Kuckuck am Dienstag zum Vogel des Jahres 2010. Für diese Wahl gebe es einige Gründe, meint Chef-Ornithologe Zdeněk Vermouzek:

Foto: Vogelartinfo, Creative Commons 3.0Foto: Vogelartinfo, Creative Commons 3.0 „Das laufende Jahr ist von der Uno zum internationalen Jahr der Biodiversität erklärt worden. Wir haben deswegen nach einer Vogelart gesucht, die jeder bei uns kennt. Zudem taucht der Kuckuck in vielen Bauernregeln, im Aberglauben und in Liedern auf. Die Zahl der Kuckucke ist jedoch vor allem in den letzten 15 Jahren bei uns rasant gesunken und wir wissen nicht warum.“

Die Ornithologen vermuten, dass das allmähliche Verschwinden des Kuckucks mit der Intensivierung der Landwirtschaft zusammenhängen könnte. Die fortschreitende Mechanisierung sowie Insektenbekämpfung könnte sich ihrer Meinung nach auf das Vogelleben negativ auswirken. Foto: ČTKFoto: ČTKDie sinkende Zahl von Kuckucken in Mitteleuropa kann aber auch mit den Veränderungen in den Regionen Afrikas zusammenhängen, wo die Zugvögel überwintern. Wie Vermouzek einräumt, wissen die Experten über das Überwintern der Kuckucke jedoch bislang allzu wenig. Es wäre notwendig, dies nachzuholen, denn:

„Wenn der Kuckuck in Mitteleuropa verschwinden würde, würden wir damit eine besondere Vogelart verlieren. Foto: ČTKFoto: ČTKDer Kuckuck ist der einzige Brutparasit in Mitteleuropa, das heißt ein Vogel, der kein eigenes Nest baut und seine Eier stattdessen in fremde Nester legt. Die Beziehung zwischen dem Vogel, der der Gastgeber im Nest ist, und dem kleinen Kuckuck, dem Brutparasiten, ist ein hervorragendes Thema für die Erforschung allgemeiner Gesetzmäßigkeiten in der Natur.“

In Tschechien gab es letztes Jahr noch 35.000 bis 70.000 Kuckuckpaare. Das ist nur noch halb soviel wie Mitte der 50er Jahre. Der Kuckuck soll im internationalen Jahr der Biodiversität als Beispiel für die Vielfalt der Natur dienen, die geschützt werden sollte.

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