Tagesecho Das Grüne Band - außergewöhnliches Naturschutzgebiet
Längs der ehemaligen deutsch-deutschen Staatsgrenze entsteht ein außergewöhnliches Naturschutzgebiet. Es umfasst einen zur Zeit der Teilung Deutschlands gesperrten Landstreifen, in dem viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten überlebt haben. Umweltorganisationen bemühen sich darum, dieses Grüne Band auch in andere Länder Europas auszuweiten. Mehr von im nachfolgenden Beitrag von Jakub Siska, Redakteur des Inlandsenders des Tschechischen Rundfunks:
Das Grüne Band ist das erste gesamtdeutsche Naturschutzprojekt, das
unmittelbar nach Öffnung der Grenze von west- und ostdeutschen Ökologen
ins Leben gerufen wurde. Diesen ist es bis heute gelungen, die Errichtung
von mehr als 180 Naturschutzgebieten in der Linie des Grünen Bandes
durchzusetzen. Der größte Erfolg kam aber laut Projektleiterin Liana
Geidezis letztes Jahr:
"Es sah bisher so aus, dass viele Flächen im Grünen Band verkauft worden sind, an Privatinvestoren und an die Landwirtschaft. Dies könnte jetzt gestoppt werden. Denn letztes Jahr im Sommer hat das Bundesumweltministerium in Absprache mit dem Bundesfinanzministerium erreicht, dass diese Flächen nicht mehr verkauft, sondern den beteiligten Ländern unentgeltlich übertragen werden. Und zwar für Naturschutzzwecke, um dieses längste Biotopsystem Mitteleuropas eben zu erhalten."
Das Grüne Band endet zurzeit im Dreiländereck von Bayern, Sachsen und Tschechien. Umweltaktivisten befürworten seine Fortsetzung entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs bis zum Mittelmeer. In Tschechien arbeitet daran die Umweltorganisation Hnutí Duha, das heißt Bewegung Regenbogen. Ihr Pressesprecher Vojtech Kotecký betont, dass das Projekt erst in der Anfangsphase ist:
"Wir stellen die Vermögensverhältnisse fest, also wer bei uns diese
Grundstücke besitzt, und ob es sich eigentlich lohnt, sie zu schützen. Die
meistgeschätzten Grenzareale wurden nämlich schon früher zu
Naturschutzgebieten erklärt", sagt Vojtech Kotecký.
Zum Zweck der Propagierung des Grünen Bandes veranstalten Ende April deutsche, österreichische und tschechische Umweltorganisationen eine einwöchige Reise für Beamte, Journalisten und Politiker.






