Tagesecho Czech Point: Tschechische Behörden bekommen Schalter in Berlin
„Czech Point“ heißen die Internet-Terminals, die in Tschechien in Zukunft den Weg zu den Behörden verkürzen sollen. Mit amtlichem Knopfdruck hat Innenminister Ivan Langer am Dienstag einen weiteren Czech Point eröffnet Außergewöhnlich daran: der Standort. Das neue Terminal befindet sich nämlich in der tschechischen Botschaft in Berlin. Was es damit auf sich hat und was die tschechischen Ämter in der deutschen Hauptstadt wollen, das hat Thomas Kirschner herausgefunden.
Die tschechische Regierung will den Zugang der Bürger zu den Behörden
erleichtern. Die üblichsten Angelegenheiten sollen in Zukunft über so
genannte „Czech Point“-Internet-Terminals gleich online erledigt werden
können – ohne Schlangen und Wartezeiten. Und das nicht nur in Tschechien
selbst. Denn solches Czech Point Terminal hat Innenminister Ivan Langer am
Dienstag auch in der Tschechischen Botschaft in Berlin eröffnet. Am
Telefon ist jetzt der Presseattaché Michal Bucháček. Herr Bucháček,
was kann ich am neuen Czech Point in Berlin jetzt eigentlich online
erledigen?
„Sie können in der Botschaft er Tschechischen Republik in Berlin einen amtlich beglaubigten Auszug aus dem Firmenregister, dem Gewerberegister oder dem Strafregister beantragen, und den Auszug werden Sie dann auch an Ort und Stelle sofort bekommen.“
Das Czech Point-Terminal ist so etwas wie ein direktes Tor zu den tschechischen Behörden – und das mitten in Deutschland. Das mag für viele auf den ersten Blick etwas seltsam erscheinen. Wem dient dieses Terminal eigentlich?
„Die Terminals sind zunächst einmal in der Tschechischen Republik für
die tschechischen Bürger konzipiert. Das gilt ähnlich auch hier in
Berlin. Es soll eine Erleichterung für die tschechischen Staatsbürger
sein, die in Berlin oder in Deutschland wohnen, hier arbeiten oder sich zum
Studium hier aufhalten. Es ist aber gut möglich, dass das neue Angebot
auch von deutschen Firmen genutzt werden wird, zum Beispiel bei den Firmen-
und Gewerberegister-Auszügen.“
Nun ist der heute eröffnete Czech Point nicht der erste Czech Point in Berlin – ein paar Meter von der Tschechischen Botschaft entfernt gibt es den ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie, gleich daneben das Tschechische Zentrum, das auch Czechpoint heißt, seit heute das neue Internetterminal Czech Point – wie vermeiden sie da die Verwirrung zwischen so vielen Checkpoints und tschechischen Punkten auf kleinstem Raum?
Berlin
„Ich glaube, man kann das auch aus einem anderen Blickwinkel sehen,
nämlich so, dass diese Czech- und Checkpoints eigentlich zu dem wirklichen
Czech Point in die Botschaft der Tschechischen Republik führen werden.
Denn das ist die einzige Stelle, an der man die amtlich beglaubigten
Auszüge erhalten kann.“
Das war direkt aus Berlin der Presseattaché der tschechischen Botschaft, Michal Bucháček.
Bleibt noch anzufügen, dass natürlich nicht jedes Terminal von Innenminister Ivan Langer persönlich eröffnet wird – der aber nahm gerade in Berlin an dem von Microsoft-Chef Bill Gates organisierten „Government Leaders Forum Europe“ teil, zusammen übrigens unter anderem mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem tschechischen EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla. Auf dem Forum geht es gerade um die Modernisierung der Staatsverwaltung, und Tschechien will hier unter anderem sein „Czech Point“-System vorstellen. Nach dem Start im vergangenen März soll in den kommenden Jahren an den tschechischen Stadt- und Gemeindebehörden, aber auch an weiteren Botschaften und Konsulaten im Ausland ein Netz von rund 1500 Terminals entstehen.







