Tagesecho Blue Planet Run: Für mehr Trinkwasser in 95 Tagen um die Welt

19-06-2007 15:09 | Lothar Martin

Für gute und nützliche Projekte muss man oft eine sehr lange Wegstrecke zurücklegen. Und wenn es sein muss, führt diese Strecke sogar rund um die Welt - wie der Lauf um den Blauen Planeten...

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David Christof auf der Karlsbrücke in Prag (Foto: blueplanetrun.org)David Christof auf der Karlsbrücke in Prag (Foto: blueplanetrun.org) In der Nacht zu Montag, gegen 2.30 Uhr, durchlebte der 27-jährige Prager David Christof ein ganz besonderes Highlight in seinem noch jungen Leben: Als Teilnehmer des "Blue Planet Run" lief er mit dem Staffelstab in der Hand über den Altstädter Ring seiner Heimatstadt, die in jenen Minuten vom Lauf um den Blauen Planeten vereinnahmt wurde. Was es mit diesem Lauf auf sich hat, dazu sagte Christof:

"Der Lauf für den blauen Planeten kommt aus den Vereinigten Staaten, wo vor fünf Jahren der Gründer und Direktor der Blue Planet Run Foundation (BPRF), Jin Zidell, den Entschluss fasste, einen solchen Lauf zu organisieren, um auf die globale Trinkwasserknappheit aufmerksam zu machen und mit dem Lauf Spenden zu sammeln. Rund 1,1 Milliarden Menschen auf der Erde haben kein sauberes Trinkwasser, und das ist ein großes Problem. Fünf Jahre haben die Vorbereitungen zu diesem Lauf gedauert, aber jetzt laufen wir tatsächlich um die Welt."

Auf ihrem knapp 25.000 km langen Weg durch 16 Länder der nördlichen Hemisphäre haben die Teilnehmer des Laufes schon einen guten Teil der Strecke zurückgelegt. Am 1. Juni sind sie vom UNO-Gebäude in New York gestartet und seitdem schon die Ostküste der USA hoch gelaufen, und nach dem Atlantik-Überflug dann weiter durch Irland, Großbritannien, Frankreich, Belgien und Deutschland. In Tschechien liefen und laufen sie gleich zweimal: Nach der Überquerung des Grenzübergangs Altenberg/Cinovec am Sonntag führte die Strecke bis Montagabend quer durch Böhmen bis zur österreichischen Grenze. Am Dienstag und Mittwoch durchquert der Tross von Wien aus kommend auch den mährischen Teil des Landes, von wo aus er seinen Weg über Polen, Russland, die Mongolei und China bis zurück nach Amerika fortsetzen wird. Aber wer läuft diese Riesenstrecke überhaupt?

"Wir sind 20 Läufer, aber jeden Tag laufen nur 16 von uns. Die 20 Leute sind in fünf Teams á vier Läufer aufgeteilt. Jedes Teams muss täglich sechs Stunden des Laufes bestreiten, das heißt, ein Läufer ist rund anderthalb Stunden unterwegs. Wenn wir als Team die sechs Stunden gelaufen sind, dann fahren wir ins Hotel, um zu schlafen und Kraft zu tanken. Dieses Programm absolvieren wir vier Tage lang, danach haben wir stets einen Ruhetag. Und so geht das 95 Tage lang, und zwar vom Startort New York immer ostwärts bis wir wieder in New York angelangt sind."

Und das soll am 4. September der Fall sein. Doch weshalb hat sich Christof, der vor zehn Jahren zum Studium in die Staaten ging, eigentlich zu diesem Lauf gemeldet?

"Mich hat das Projekt aus drei Gründen angesprochen: Erstens, weil es ein Langstreckenlauf ist und ich ein leidenschaftlicher Läufer bin. Ich bin schon neun Marathons gelaufen, darunter auch den Prag-Marathon. Und nun ein Lauf um die ganze Welt, das ist einfach ein Erlebnis, das für immer haften bleibt! Denn das ist auch zweite Grund: Man sieht was von der Welt, und wer will das nicht. Und drittens, weil der Lauf für einen wohltätigen Zweck stattfindet. Ich gebe zu, vorher nicht gewusst zu haben, dass ein Sechstel der Erdbevölkerung kein sauberes Trinkwasser hat. Wegen dieser Gründe konnte ich nicht widerstehen."

In den letzten drei Jahren hat die Stiftung von Zidell in 13 armen und heißen Ländern Wasserprojekte finanziert und so 100.000 Menschen sauberes Trinkwasser gebracht.

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