Tagesecho „Bester Weg der Verständigung“ – Zukunftsfonds erklärt Sprachförderung zum Thema des Jahres
Die Beziehungen zwischen der Tschechischen Republik und Deutschland gelten als so gut wie nie zuvor. Das ist auch ein Verdienst des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, der seit 1998 alle möglichen Projekte der Zusammenarbeit fördert. Nun soll es aber eine Neuerung geben: ein „Thema des Jahres“. Dazu ein Gespräch mit Tomáš Jelínek, tschechischer Geschäftsführer des Zukunftsfonds.
Tomáš Jelínek (Foto: Archiv des Senats des Parlaments der Tschechischen Republik)
Herr Jelínek, der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds steht kurz vor dem
Förderzeitraum 2011/2012. Zum ersten Mal soll es nun ein Thema des Jahres
geben, und zwar die Sprachförderung. Warum haben Sie sich dafür
entschieden, überhaupt ein Thema des Jahres auszurufen?
„Wir wollen mit einem Thema des Jahres ein Signal geben, worauf unserer Ansicht nach mehr Aufmerksamkeit in der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit gerichtet werden sollte. Nach wie vor werden wir aber die deutsch-tschechische Kooperation in ihrer ganzen Bandbreite mit drei Millionen Euro jährlich unterstützen.“
Warum soll die Sprachförderung nun das erste Thema des Jahres sein?
„Wir glauben, dass die Beherrschung der Sprache des Nachbarlandes der beste Weg ist, um sich miteinander zu verständigen. Die Verständigung und Partnerschaft ist auch unser Hauptanliegen. Zudem meinen wir, dass es gleichzeitig viele persönliche Vorteile bringen kann. Wir sehen durchaus ein Potential dies auch zu vermitteln.“
Was geschieht nun zusätzlich zu früheren Jahren, um die Sprachförderung
zu unterstützen?
„Wir haben uns entschieden, das Thema des Jahres auf die Weise zu betonen, dass der Zukunftsfond den Unterstützungsanteil an der Gesamtfinanzierung von 50 auf 70 Prozent erhöht.“
Vielleicht können Sie ein paar Beispiele nennen, welche Arten von Projekte unter die Förderung fallen könnten. Und: In welchem finanziellen Umfang werden die Projekte gefördert?
„Zunächst möchte ich betonen, dass wir im Bereich der Sprachförderung
nach wie vor in erster Linie solche Projekte fördern, die gemeinsam von
einem tschechischen und einem deutschen Partner ausgedacht, entwickelt und
realisiert werden. Allerdings muss es in diesen Projekten darum gehen, das
Interesse an der Sprache des Nachbarlandes zu wecken und zu fördern.
Demnach geht es nicht darum, Sprachkurse zu unterstützen oder öffentliche
Kampagnen von Werbeagenturen zu finanzieren. Vielmehr soll die
Zusammenarbeit von Tschechen und Deutschen im Bereich des Interesseweckens
gefördert werden. Dabei kann es um den Abbau von Vorurteilen gehen, ein
Beispiel hierfür ist die Sprachanimation. Dazu zählen aber auch Projekte,
in denen eigene Erfahrungen vermittelt werden, die eigentlich die Vorteile
der Sprachkenntnisse erkennen lassen. Zur Größenordnung kann ich mich nur
ganz allgemein äußern. Wir rechnen damit, dass sich die Projekte wie
bisher auch thematisch sehr vielseitig präsentieren werden. Unsere
Förderung fängt bei 500 oder 1000 Euro an und hört bei 100.000 Euro
auf.“







