Tagesecho Berta von Suttner Ausstellung in Prag

25-09-2003 | Katrin Bock

Eine, wenn nicht sogar die bekannteste gebürtige Pragerin ist wohl Berta von Suttner, geborene Kinsky. In ihrer Heimatstadt ist die Pazifistin und Schriftstellerin heute fast unbekannt. Dem soll nun eine Ausstellung Abhilfe leisten, die anlässlich ihres 160. Geburtstages im Prager Pädagogischen Museum stattfindet. Katrin Bock war bei der Vernissage.

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Berta von SuttnerBerta von Suttner "Die Waffen nieder" - so lautet nicht nur der Titel des bekanntesten Werkes von Berta von Suttner, sondern auch die Ausstellung, die in der vergangenen Woche im Prager Pädagogischen Museum eröffnet wurde. Gewidmet ist sie der bekannten Friedenskämpferin, die 1905 als erste Frau den Friedensnobelpreis erhielt. Zur Welt gekommen ist Berta von Suttner als Berta Felicie Sophie Kinsky am 9. Juni 1843 in Prag. Doch als Tschechin bzw. Böhmin kann man die Schriftstellerin und Aktivistin bestimmt nicht bezeichnen - dazu der Presseattache der österreichischen Botschaft Gregor Schusterschitz:

"Wir gehen natürlich davon aus, dass sie Österreicherin ist. Dies zeigt sich darin, dass sie auf der österreichischen zwei Euro-Münze befindlich ist. Sie ist, wie jede gute Österreicherin, in Prag geboren. Berta von Suttner war jemand, der die nationalen Grenzen überschritten hat, und wahrscheinlich ist es auch zu eng gefasst, sie als Österreicherin zu bezeichnen, weil sie selber zwar das Bewusstsein hat, aus Österreich zu kommen und eine Österreicherin zu sein, aber das war ihr, glaub ich, nicht wirklich wichtig und ihr ging es wirklich um das Globale."

Die jetzige Ausstellung, die das Resultat einer Zusammenarbeit zwischen dem Pädagogischen Museum und der österreichischen Botschaft ist, hatte während der Vorbereitungszeit mit einigen Problemen zu kämpfen, wie der Museumsdirektor, Ludovit Emanuel erläutert.

"Die Idee, diese Ausstellung durchzuführen, entstand vor 2 ½ Jahren. Eigentlich wollten wir diese Ausstellung zum 160. Geburtstag veranstalten, der bereits im Juni war, aber die Renovierungsarbeiten im Haus waren nicht fertig. In die Vorbereitungsphase fiel außerdem der 11. September, die Kriege in Afghanistan und im Irak. Daraufhin haben wir die Ausstellung geändert und sie aktualisiert. Nun bildet sie einen Überblick über Friedensideen und -bemühungen von der Antike bis heute. "

Den Worten des Direktors des pädagogischen Museums Ludovit Emanuel lässt sich noch hinzufügen, dass die Ausstellung bis zum 17. November zu sehen ist und für Tschechisch unkundige Besucher persönliche Führungen in Fremdsprachen möglich sind.

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