Tagesecho Belastungstest: ausländische Muttergesellschaften tschechischer Banken stabil
Ende der vergangenen Woche veröffentlichte die Europäische Union das Ergebnis des Banken-Belastungstestes. Sieben von 91 Banken in Europa haben den so genannten Stresstest nicht bestanden. In Tschechien selbst wurden zwar keine Banken getestet, die ausländischen Muttergesellschaften der größten tschechischen Geldinstitute bestanden den Test aber ohne Probleme.
Seit Beginn der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise betonen Tschechiens
Politiker stets, der heimische Bankensektor sei gesund und stabil. Und
tatsächlich musste der Staat bisher für keine faulen Kredite einspringen.
Im Gegenteil, viele heimische Geldinstitute trugen mit ihrem Ergebnis zur
Stabilisierung ihrer ausländischen Muttergesellschaften bei. Dies
bestätigt auch das am Freitag veröffentlichte Ergebnis des europaweiten
Banken-Stresstests.
Petr Zahradník
„Ich würde sagen, die betreffenden Institute haben sich im
europäischen Mittelfeld gehalten. Es ist also alles in Ordnung. Jede
dieser Banken spielt eine wichtige Rolle auf dem weltweiten Markt oder
zumindest auf einem der bedeutenden regionalen Finanzmärkte. Alle haben
bestanden. In Tschechien haben wir im Moment 40 registrierte Banken. Davon
haben 37 oder 38 einen ausländischen Eigentümer. Dadurch hätte auch
Tschechien jederzeit vom Krisenvirus befallen werden können. Trotzdem
haben alle Institute den Test bestanden. Der tschechische Bankensektor ist
stabil“, sagte Petr Zahradník von der Tschechischen Sparkasse im
Tschechischen Fernsehen (ČT). Das mit rund fünf Millionen Kunden größte
tschechische Geldinstitut gehört zur österreichischen ERSTE Group.
Ebenfalls stark vertreten auf dem tschechischen Markt sind die italienische
UniCredit Group und die österreichische Raiffeisenbank. Mit der
französischen Société Générale hat die heimische Komerční banka (KB)
ebenso einen ausländischen Eigentümer wie die ČSOB-Postsparkassen-Gruppe
mit der belgischen KBC: Die beim europäischen Banken-Stresstest
durchgefallenen Institute, etwa die deutsche Hypo Real Estate oder die
spanischen Sparkassen, halten keine nennenswerten Beteiligungen an
tschechischen Banken.








