Tagesecho Bedeutende Prager Jahre - zum 50. Todestag von Albert Einstein

18-04-2005 16:22 | Thomas Kirschner

Vor 50 Jahren starb der Albert Einstein. Thomas Kirschner erinnert aus diesem Anlass an die Prager Jahre des Jahrhundertphysikers.

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Albert EinsteinAlbert Einstein "Der Urquell aller technischen Errungenschaften ist die göttliche Neugier und der Spieltrieb des bastelnden und grübelnden Forschers und nicht minder die konstruktive Phantasie des technischen Erfinders."

Die göttliche Neugier als Ursprung alles Wissens - der Mann, der dies sagt, scheint damit zugleich über seine eigene Biographie zu sprechen. Es ist Albert Einstein, der vor genau einem halben Jahrhundert, am 18. April 1955, in Princeton in den Vereinigten Staaten gestorben ist. Neugier war einer der Wesenszüge Einsteins, dem er seine großen Entdeckungen zu verdanken hat. Das wusste wohl auch die Berufungskommission der Prager Deutschen Universität zu schätzen, als sie im Frühjahr 1911 den gerade einmal 31jährigen Dozenten Albert Einstein aus Zürich nach Prag holte. Für Einstein war das ein deutlicher Karrieresprung: Er war nun ordentlicher Universitätsprofessor und zugleich Leiter des Institutes für theoretische Physik. Mit seiner Frau Mileva und den beiden Söhnen bezog er eine Neubauwohnung in der Lesnicka-Gasse im Prager Stadtteil Smichov; erstmals konnte sich die junge Familie auch ein Dienstmädchen leisten.

Albert EinsteinAlbert Einstein Albert Einstein blieb knapp eineinhalb Jahre in Prag, bevor er im Sommer 1912 einen Ruf nach Zürich annahm. Die Prager Zeit war kurz, für Einsteins Schaffen aber bedeutend. In Prag entstanden allein elf wissenschaftliche Arbeiten, und hier fand Einstein, wie er selbst schreibt, auch die nötige Ruhe, um die Grundgedanken der allgemeinen Relativitätstheorie weiterzuentwickeln, die er vier Jahre später veröffentlichte. Aber auch am gesellschaftlichen Leben beteiligte sich der passionierte Geigenspieler: Im Salon der Bertha Fanta am Altstädter Ring war er ein gerngesehner Gast; hier traf er unter anderem mit Max Brod und womöglich auch mit Franz Kafka zusammen. In Prag erinnert heute eine Bronzetafel am Altstädter Ring an Einsteins Besuche im Hause Fanta und an die Zeit, als der große Physiker Bürger von Prag war.

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