Tagesecho Baukunst der Vorfahren live - mittelalterlicher Kran auf der Prager Burg

20-06-2006 16:08 | Martina Schneibergová

Bei einem Spaziergang durch die Prager Burg kann ihn auch ein weniger aufmerksamer Besucher nicht übersehen. Denn die Holzkonstruktion mit einem Tretrad, die sich auf dem nördlichen Hof des alten königlichen Palastes befindet, ist 9 Meter hoch. Die Rede ist von einem mittelalterlichen Kran, der hier als eine Art Sonderexponat der Dauerausstellung "Die Geschichte der Prager Burg" vorgeführt wird. Dabei war der Kran nicht, wie man annehmen könnte, als Attraktion für die Besucher der Prager Burg gedacht - sondern als Maschine, die wirklich benutzt werden sollte:

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Foto: www.pribeh-hradu.czFoto: www.pribeh-hradu.cz "Ursprünglich war der Kran für die Reparatur des Dachs des großen Palastes der Burg Tocnik bestimmt. Erst danach wurde uns angeboten, die Herstellung des Krans sowie die fertige Konstruktion auf dem Hof des alten königlichen Palastes auf der Prager Burg zu präsentieren."

Sagt Vit Mlazovsky, der sich am Projekt des mittelalterlichen Krans beteiligte. Sein Ziel ist es, die Baukunst der Vorfahren an einem konkreten funktionsfähigen Objekt vorzuführen. Der Lastkran wurde, wie sich die Besucher der Prager Burg in der Vorbereitungsetappe überzeugen konnten, mit technischen Verfahren aus dem Mittelalter zusammengebaut. Auch bei der Bearbeitung des für den Bau benutzten Holzes wurden nur Repliken historischer Instrumente benutzt. Die Inspiration für den Entwurf der einzigartigen Maschine entdeckten Vit Mlazovsky und seine Mitarbeiter auf einem Bild in der Wenzels Bibel aus dem späten 14. Jahrhundert. Außerdem sammelten sie Erkenntnisse über erhalten gebliebene historische Treträder in Tschechien sowie im Ausland.

Der Kran wird als interaktives Exponat präsentiert - die Besucher können selbst testen, wie er funktioniert. Auf der Prager Burg soll die mittelalterliche Maschine jedoch nur bis Ende September zu sehen sein. Bevor sie nach Tocnik transportiert wird, bereiten ihre Konstrukteure auf der Prager Burg noch eine Abschiedsveranstaltung vor, zu der sie Kollegen aus dem Ausland einladen, die an ähnlichen Projekten arbeiten:

"Bei einem internationalen Workshop werden wir mit dem Kran arbeiten. Es wird sich eher um ein Happening handeln, ich hoffe, das es klappt."

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