Tagesecho Bahnlinie Waidhofen an der Thaya - Telc wird revitalisiert
Über das Vorhaben der Tschechischen Bahnen (CD) den Schienengrenzübergang Slavonice - Fratres, wieder zu errichten, haben wir Sie in unseren Sendungen bereits informiert. Mit dem Projekt, das zur Förderung des Tourismus in den Grenzregionen bedeutend beitragen soll, wurde auf österreichischer Seite die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) beauftragt. Martina Schneibergova fragte den Geschäftsführer Otfried Knoll nach dem aktuellen Stand der Arbeiten an der altneuen Bahnverbindung.
"Die Idee zur Wiederbelebung der Bahnlinie zwischen Waidhofen an der
Thaya und Telc ist ziemlich alt und findet sich auch schon im
Landesverkehrskonzept von Niederösterreich 1991 wieder. Wir wurden vom
Land Niederösterreich beauftragt, die Möglichkeiten dieser Revitalisierung
genau zu untersuchen und nähern uns jetzt dem Abschluss und den
Ergebnissen der Untersuchungen."
Wird die Wiederbelebung dieser Bahnverbindung hohe Kosten für Ihre Gesellschaft bedeuten?
"Ja, es bedeutet für unsere Gesellschaft - wir sind eine
Landesverkehrsgesellschaft mit kleiner personeller Ausstattung - wir sind
neun Mitarbeiter - einen hohen Planungsaufwand und vor allem sehr viel
Tätigkeit vor Ort. Aber andererseits sind auch die Baukosten nicht
unbeträchtlich, weil die Bahnstrecke vor allem zwischen den Bahnhöfen
Waldkirchen - das ist ungefähr fünf Kilometer vor der Staatsgrenze gelegen
- und Fratres, also dem ehemaligen Endpunkt, praktisch seit zwanzig Jahren
nicht mehr befahren wird und hier der Bahnoberbau, also die Gleisanlagen,
neu hergestellt werden müssen. Wir haben es aber geschafft, Gemeinden für
das Projekt zu begeistern. So wurde zum Beispiel im heurigen Frühjahr der
Baumbestand, der die Strecke fast überwuchert hat, beseitigt. (Auf den
Gleisen wuchs schon ein richtiger Wald.) Diese Bäume wurden von den
Gemeinden auf deren Kosten gefällt und die Strecke wurde wieder frei
gemacht."
Wann rechnen Sie mit der Inbetriebnahme der neuen Bahnstrecke?
"Wir sind jetzt in der Mitte des Planungsprozesses und wollen den
Planungsprozess im Jahr 2004 abschließen. Anschließend sind
Finanzierungsgespräche notwendig. Es gibt Fördermöglichkeiten von der
Europäischen Union für grenzüberschreitende Projekte. Sowohl die
tschechische, als auch die niederösterreichische Seite werden die
Förderungen jetzt maximal ansprechen. D. h. das Jahr 2005 wird von den
Finanzierungsverhandlungen geprägt sein, sodass frühestens 2006 der
Betrieb aufgenommen werden könnte."
Rechnet man in Regionen, die es betrifft, mit einer bedeutenden Wiederbelebung des Fremdenverkehrs?
"Selbstverständlich. Ich glaube, dass auch der Tourismus ein
wesentlicher Standbein dieser Bahnlinie sein kann, denn Städte wie
Slavonice oder Telc (Telc als Weltkulturerbestadt der UNESCO) sind in
Österreich weitgehend unbekannt und stellen sehr lohnende Ausflugsziele
auch von Wien aus dar. Ich denke, es wird sowohl einen kleinen
Grenzverkehr eben zum Austausch wirtschaftlicher Aktivitäten und zum
Austausch von Schülern diesseits und jenseits der Staatsgrenze, als auch
natürlich einen Güterverkehr geben, der diese Strecke entsprechend
belebt."







