Bagger und Vorschlaghammer auf der Bühne: Prager Staatsoper wird renoviert

Bisher war sie das war sie das Schmuddelkind der Prager Kulturszene: Seit Jahrzehnten wartete die Prager Staatsoper auf ihre Renovierung. Seit drei Monaten nun laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Der Tschechische Rundfunk hat einen Blick auf die Baustelle geworfen. Hier die Fotogalerie.

Prager Staatsoper (Foto: Kateřina Svátková, Archiv des Tschechischen Rundfunks)Prager Staatsoper (Foto: Kateřina Svátková, Archiv des Tschechischen Rundfunks) Es ist wohl die derzeit teuerste Baustelle in der tschechischen Hauptstadt. Insgesamt wird der Umbau der Prager Staatsoper 800 Millionen Kronen (30,6 Millionen Euro) kosten. Immerhin laufen die Arbeiten zügig und nach Plan, wie Bauleiter Jan Křístek bestätigt:

„Mit den Abrissarbeiten sind wir nun zum größten Teil fertig, einschließlich der nötigen Aufräumarbeiten und dem Umzug des Depositoriums. Dieses kommt nach Ende der Arbeiten natürlich zurück in die Räume der Oper. Dort befinden sich ansonsten auch alle Kulissen und Kostüme sowie die gesamte Licht- und Tontechnik. Insgesamt haben wir über 100 Lkws an Material hier rausgeschafft.“

Wer seinerzeit gerne Gast in der Staatsoper war, dürfte den Bau heute nicht wiedererkennen. Statt der Sänger steht ein Bagger auf der Bühne, und statt der prächtigen Wandmalereien ist nur noch der blanke Ziegel zu sehen. Das wird noch etwas mehr als zwei Jahre so bleiben, dann sollen die Arbeiten erst zu Ende gehen.

Foto: Kateřina Svátková, Archiv des Tschechischen RundfunksFoto: Kateřina Svátková, Archiv des Tschechischen Rundfunks Die Renovierung des 1888 eröffneten Theatergebäudes – damals noch als sogenanntes Neues deutsches Theater –waren dringend nötig. An vielen Orten bröckelte die Farbe, die Polster zerfielen langsam, und die Feuchtigkeit drang in alle Ecken des Gemäuers. Auch Jan Křístek macht deutlich, dass keine Zeit zu verlieren war:

„Die Restauratoren haben gleich zu Anfang der Renovierung mit ihrer Arbeit begonnen. Derzeit führen sie noch die letzten Studien und Planungen durch, die im Anschluss von den zuständigen Stellen abgesegnet werden müssen. Tatsächlich ans Werk gehen können die Restauratoren dann, wenn die groben Arbeiten abgeschlossen sind, wie zum Beispiel der Aushub des Orchestergrabens. Das dürfte im Herbst der Fall sein.“

Aufs Opernprogramm müssen die Prager und die Besucher der Stadt aber nicht verzichten: Die Vorstellungen wurden in eines der weiteren Gebäude des Nationaltheaters sowie in das Musiktheater Karlín ausgelagert.