Tagesecho Autobahn Prag-Brünn: das größte Verkehrschaos in der Geschichte

21-03-2008 14:41 | Pavel Polák

Eine Serie von Massenkarambolagen hat am Donnerstag auf der Böhmisch-Mährischen Höhe die Autobahn D1 Prag-Brünn in beiden Fahrtrichtungen für viele Stunden blockiert. Ein Unfall, wie ihn Tschechien noch nicht erlebt hat.

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Foto: ČTKFoto: ČTK Donnerstagmorgen, der Tag beginnt. Die am meisten befahrene Autobahn in Tschechien füllt sich allmählich mit Autos und Lastwagen. Ganz normaler Alltag. Doch dann kommt der Schneesturm – ganz besonders intensiv auf der Böhmisch-mährischen Höhe. Um gegen zehn Uhr am Vormittag beginnt das Verhängnis. Es kommt zum ersten Unfall, das war der Beginn der Massenkarambolage.

Foto: ČTKFoto: ČTK In dichtem Schneetreiben waren insgesamt 116 Fahrzeuge ineinander gefahren, darunter auch zahlreiche Lastwagen und mindestens ein Reisebus.

„Zu der Massenkarambolage hat nicht zuletzt das Wetter beigetragen, aber ich bin überzeugt, dass die Hauptschuld bei den Fahrern liegt. Am Anfang stand die hohe Geschwindigkeit auf der glatten Straße und dann hat jemand die Situation nicht mehr gemeistert. Außerdem haben wohl einige Fahrer in den vergangenen Tagen bereits die Sommerreifen aufgezogen“, sagt der Experte Jan Pechout vom Verkehrsministerium.

Nach Angaben der Rettungskräfte wurden bei der Massenkarambolage auf der D1 30 Personen verletzt, sechs davon schwer.

Foto: ČTKFoto: ČTK „Wir haben 31 Rettungskräfte vor Ort gehabt. Verstärkung hatten wir in der Dispatcherzentrale. Wir haben Einheiten aus der ganzen Umgebung einberufen“, so der Direktor des Kreisrettungsdienstes Lukáš Kettner.

Foto: ČTKFoto: ČTK Auf der Autobahn blieben bis zu 20.000 Menschen im Stau stecken, die Ausweichrouten waren sofort überlastet. Die Feuerwehr verteilte heißen Tee und Decken. Innenminister Ivan Langer erwog zeitweise einen Einsatz der Armee.

„Die Situation kann man als relativ bewältigt ansehen. Keine weitere Verstärkung der Retter ist also notwendig, auch kein Einsatz der Armee“, sagte der Innenminister Langer am Donnerstagnachmittag.

Erst am Freitag in den frühen Morgenstunden war die Autobahn in beiden Richtungen wieder uneingeschränkt passierbar.

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