Ausstellung der ältesten tschechischen Porzellanmanufaktur

Seit Ende Mai ist an verschiedenen Orten in Tschechien eine Ausstellung von Porzellanstücken der Manufaktur Haas & Czjzek zu sehen. Näheres dazu im folgenden Beitrag von Paul Bornkamm.

Anläßlich des 210. Jubiläums der ältesten böhmischen Porzellanmanufaktur Haas & Czjzek aus Horní Slavkov in Westböhmen veranstaltet das Unternehmen eine Wanderausstellung, die zunächst in Sokolov/Falkenau zu sehen war und Mitte Juni ins Schloß von Bítov/Vöttau in Südmähren umgezogen ist, in dem die Familie Haas gelebt hatte. Im Herbst und Winter wird die Ausstellung in Teplice und in Karlsbad zu sehen sein.

Die Manufaktur, die sogar schon für das britische Königshaus produziert hat, blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die Ausstellung soll die Entwicklung des Unternehmens in den 210 Jahren seines Bestehens wiederspiegeln. Die Exponate stammen aus neun verschiedenen Sammlungen, angefangen vom Kunstgewerblichen Museum in Prag über das Karlsbader, Falkenauer und Teplitzer Museum bis hin zur unternehmenseigenen Sammlung.

Die Produktion in Horní Slavkov, zu deutsch Schlaggenwald, nahm Johann Georg Paulus im Jahre 1792 auf. 1812 erhielt der damalige Eigentümer des Unternehmens Georg Lippert, das Privileg der Porzellanherstellung. Aus dieser Zeit sind auf der Ausstellung bemalte Stücke im Empire- und Biedermaierstil zu sehen. 1867 übernahmen Georg Haas und Johann Czjzek die Manufaktur und gaben ihr ihren heutigen Namen. Historisierende Strömungen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigen Exponate, die Renaissanceelemente aufnehmen. Porzellan der Marke Haas & Czjzek wurde in diesen Jahren mehrmals auf Industrie- und Weltausstellungen ausgezeichnet; der wohl größte Erfolg war die Goldmedaille auf der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900. Aus der Zeit der ersten tschechoslowakischen Republik zeigt die Ausstellung besonders Plastiken, die zum Teil funktionalistisch beeinflußt sind. Den Abschluß bilden neuere traditionelle Kollektionen aus den neunziger Jahren, als die Manufaktur nach der Privatisierung wieder unter dem Namen Haas & Czjzek zu produzieren begann.