Aktion „Woche des Wassers“ soll zur optimaleren Wassernutzung anregen

Es ist heiß derzeit in Europa. Wie gefährlich heiß, das hat leider erst der verheerende Waldbrand in Portugal gezeigt. Die in jüngster Zeit bereits länger anhaltende Dürre macht indes auch einem mitteleuropäischen Land wie Tschechien immer mehr zu schaffen. Aus gutem Grund wurde die laufende Woche daher hierzulande auch zur „Woche des Wassers“ gemacht.

„Woche des Wassers“ (Foto: Eva Turečková)„Woche des Wassers“ (Foto: Eva Turečková) Schon im Mai bei der Landwirtschaftsmesse in Brno / Brünn war die zunehmende Trockenheit ein großes Thema. Wegen Dürre werde man in Zukunft weniger Hopfen, Kartoffeln und Mais ernten können, beklagen die tschechischen Landwirte. Laut Aussage von Zdeněk Žalud, einem Bioklimaforscher an der Mendel-Universität in Brünn, müssen die Bauern deshalb zu verschiedenen Maßnahmen greifen. Dazu gehört beispielsweise eine Veränderung bei der Aussaat der Feldfrüchte. So würden heute bereits Früchte angebaut, die der Trockenheit besser wiederstehen wie Hirse und Mohrenhirse. Dabei seien die Niederschläge in Tschechien in etwa die gleichen wie in früheren Jahren, insgesamt sei das Klima hierzulande aber wärmer. Und dadurch verdampfe das Wasser schneller und fehle im Erdreich, erklärt, Žalud.

Zdeněk Žalud (Foto: Tschechisches Fernsehen)Zdeněk Žalud (Foto: Tschechisches Fernsehen) In den vergangenen 150 Jahren ist laut Žalud die durchschnittliche Jahrestemperatur in Tschechien um 1,1 Grad Celsius gestiegen. Zur Wasserknappheit tragen auch die relativ milden Winter bei, der Schneefall ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Und dieses weiße Federbett fehle so auch den zwei wichtigsten Feldfrüchten als Schutz vor starkem Bodenfrost – dem Winterweizen und dem Raps.

Der zunehmende Wassermangel bereitet indes in bestimmten Regionen auch den dort lebenden Menschen größeres Kopfzerbrechen. An einigen sehr trockenen Orten wurde bei Hitze zuletzt immer häufiger ein Verbot zur Autowäsche oder zur Bewässerung des Rasens ausgesprochen. Tausende Einwohner haben auch Mühe, die in ihren Gärten wachsenden Pflanzen mit ausreichend Wasser zu versorgen. Auf all diese Probleme soll nun besser reagiert werden, zum Beispiel durch die am Montag begonnene Aktion „Woche des Wassers. Der Leiter des Projektes und leitende Redakteur des Tschechischen Rundfunks, Ondřej Nováček, informiert:

Ondřej Nováček (Foto: Marcela Benešová, Archiv des Tschechischen Rundfunks)Ondřej Nováček (Foto: Marcela Benešová, Archiv des Tschechischen Rundfunks) „Zum Thema Wasser bereiten wir eine Serie von Reportagen vor, bei denen wir uns auf die Spuren der Trockenheit in Tschechien und in der Welt begeben. Wir hinterfragen, was die Dürre eigentlich zur Folge hat. Wir werden mehrere Prognosen abgeben zu der Frage, ob der Wasserwohlstand hierzulande in den nächsten Jahren tatsächlich ein Ende haben wird. Und wir werden erläutern, was diese Veränderung nach sich zieht und wie wir als Bürger des Landes am besten darauf reagieren sollten.“

Eine solche Reaktion könnte unter anderem sein, dass sich die Haushalte eigene Wasserreserven anlegen, um so kostbares Trinkwasser für wesentlich unwirtlichere Dinge wie zum Beispiel eine Klospülung zu sparen. Zur Unterstützung solcher Maßnahmen hat das Umweltministerium Ende Mai bereits das Subventionsproramm „Dešťovka“ aufgelegt. Dešťovka heißt im Tschechischen nichts anderes als Regenwasser – und Menschen, die es auffangen und speichern, erhalten dazu eine Finanzierungshilfe. Das Interesse an dieser Maßnahme ist so groß, dass die Antragsteller das ausgelobte Subventionsvolumen von 100 Millionen Kronen (ca. 3,8 Millionen Euro) binnen weniger Tage bereits „abgegriffen“ haben.

Illustrationsfoto: Center for Neighborhood Technology via Foter.com / CC BY-SAIllustrationsfoto: Center for Neighborhood Technology via Foter.com / CC BY-SA Darüber hinaus erläuterte Nováček:

„Auf dem Internetportal irozhlas.cz wird nonstop ein Stream ablaufen, auf dem man verfolgen kann, was alles während eines Tages mit dem Trinkwasser in Tschechien geschieht. Zudem werden wir eine App zum Subventionsproramm ‚Dešťovka‘ bereitstellen, bei der die Menschen auf einer Karte ihr Haus finden können. Wenn sie es dann markieren, können sie über dieses Programm erfahren, wie viel Regenwasser ihnen pro Jahr auf ihr Dach regnen wird, um es zu nutzen. Und sie erfahren, wie viel sie einsparen würden, wenn sie dieses Wasser für die Klospülung oder zum Gießen im Garten nutzen.“