Tagesecho Afghanistan auf dem Weg in die Zukunft - auch mit Hilfe aus Tschechien

31-01-2006 15:41 | Thomas Kirschner

In London beginnt am Dienstag eine zweitägige Konferenz, auf der Vertreter von etwa 60 Staaten über Hilfe für Afghanistan beraten. Unterdessen garantieren im Land selbst nach dem Sturz des Taliban-Regimes 2001 immer noch ausländische Truppen den Frieden und die Sicherheit, darunter auch ein tschechisches Kontingent. Erst zu Jahresbeginn hat das tschechische Abgeordnetenhaus eine Verlängerung der Mission beschlossen. Thomas Kirschner mit einem Überblick.

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Seit 2004 ist Tschechien am internationalen ISAF-Einsatz in Afghanistan beteiligt, der sichere und stabile Bedingungen für eine friedliche Entwicklung des Landes schaffen soll. Dazu gehören Entwaffnung und Reintegration afghanischer Kämpfer ebenso wie Maßnahmen zur Eindämmung des Drogenanbaus und Drogenhandels. Insgesamt sind derzeit 61 tschechische Soldaten an zwei Orten in Afghanistan im Einsatz, bestätigt Jan Pejsek vom Prager Verteidigungsministerium:

"Wir haben 17 Soldaten auf dem internationalen Flughafen in Kabul, vor allem eine pyrotechnische Einheit und Soldaten aus dem meteorologischen Dienst, die den Betrieb des Flughafens unterstützen. Der größere Teil unserer Soldaten, insgesamt 44, sind zusammen mit deutschen und dänischen Truppen im Nordosten des Landes in Feyzabad in der Provinz Badakshan eingesetzt. Dort haben sie die Aufgabe, die Ordnung in der Provinz wiederherzustellen und die Sicherheit der örtlichen Regierungsorgane zu garantieren."

Tschechien knüpft mit dem Einsatz an eine jahrzehntelange Tradition guter Beziehungen zu dem Land am Hindukusch an: Produkte "Made in Czechoslovakia" haben dort bis heute einen guten Ruf. Tschechoslowakische Fachleute errichteten in Afghanistan Zucker- und Zementfabriken, importiert wurden Maschinenbaueinrichtungen, Lastkraftwagen, und landwirtschaftliche Geräte. Im Gegenzug kamen Mandeln, Gewürze, Wolle und Baumwolle in die damalige Tschechoslowakei. Damit solche Beziehungen bald wieder normal werden und das geplagte Land nach Jahren des Terrors wieder zu sich finden kann, will die Tschechische Republik ihren Beitrag an der internationalen Mission im laufenden Jahr weiter verstärken, so Pejsek:

"Das tschechische Abgeordnetenhaus hat eine Aufstockung der Mission beschlossen, und etwa ab der Jahresmitte sollte das tschechische Kontingent die Führung auf den Flughafen in Kabul übernehmen, wo dann auch eine größere Zahl von tschechischen Pyrotechnikern und Meteorologen zum Einsatz kommen werden."

Bis zu 120 tschechische Soldaten sollen dann ihren Dienst am Hindukusch versehen.

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