Tagesecho Afghanistan auf dem Weg in die Zukunft - auch mit Hilfe aus Tschechien
In London beginnt am Dienstag eine zweitägige Konferenz, auf der Vertreter von etwa 60 Staaten über Hilfe für Afghanistan beraten. Unterdessen garantieren im Land selbst nach dem Sturz des Taliban-Regimes 2001 immer noch ausländische Truppen den Frieden und die Sicherheit, darunter auch ein tschechisches Kontingent. Erst zu Jahresbeginn hat das tschechische Abgeordnetenhaus eine Verlängerung der Mission beschlossen. Thomas Kirschner mit einem Überblick.
Seit 2004 ist Tschechien am internationalen ISAF-Einsatz in Afghanistan
beteiligt, der sichere und stabile Bedingungen für eine friedliche
Entwicklung des Landes schaffen soll. Dazu gehören Entwaffnung und
Reintegration afghanischer Kämpfer ebenso wie Maßnahmen zur Eindämmung des
Drogenanbaus und Drogenhandels. Insgesamt sind derzeit 61 tschechische
Soldaten an zwei Orten in Afghanistan im Einsatz, bestätigt Jan Pejsek vom
Prager Verteidigungsministerium:
"Wir haben 17 Soldaten auf dem internationalen Flughafen in Kabul, vor allem eine pyrotechnische Einheit und Soldaten aus dem meteorologischen Dienst, die den Betrieb des Flughafens unterstützen. Der größere Teil unserer Soldaten, insgesamt 44, sind zusammen mit deutschen und dänischen Truppen im Nordosten des Landes in Feyzabad in der Provinz Badakshan eingesetzt. Dort haben sie die Aufgabe, die Ordnung in der Provinz wiederherzustellen und die Sicherheit der örtlichen Regierungsorgane zu garantieren."
Tschechien knüpft mit dem Einsatz an eine jahrzehntelange Tradition guter
Beziehungen zu dem Land am Hindukusch an: Produkte "Made in
Czechoslovakia" haben dort bis heute einen guten Ruf.
Tschechoslowakische Fachleute errichteten in Afghanistan Zucker- und
Zementfabriken, importiert wurden Maschinenbaueinrichtungen,
Lastkraftwagen, und landwirtschaftliche Geräte. Im Gegenzug kamen Mandeln,
Gewürze, Wolle und Baumwolle in die damalige Tschechoslowakei. Damit
solche
Beziehungen bald wieder normal werden und das geplagte Land nach Jahren
des
Terrors wieder zu sich finden kann, will die Tschechische Republik ihren
Beitrag an der internationalen Mission im laufenden Jahr weiter
verstärken, so Pejsek:
"Das tschechische Abgeordnetenhaus hat eine Aufstockung der Mission beschlossen, und etwa ab der Jahresmitte sollte das tschechische Kontingent die Führung auf den Flughafen in Kabul übernehmen, wo dann auch eine größere Zahl von tschechischen Pyrotechnikern und Meteorologen zum Einsatz kommen werden."
Bis zu 120 tschechische Soldaten sollen dann ihren Dienst am Hindukusch versehen.






