Adel und Diplomatie - neue Schlosssaison startet

Bald starten die Burgen und Schlösser Tschechiens in eine neue Saison. Ein Schwerpunktthema dominiert ihr Programm.

Petr Pavelec (Foto: Andrea Zahradníková, Archiv des Tschechischen Rundfunks)Petr Pavelec (Foto: Andrea Zahradníková, Archiv des Tschechischen Rundfunks) Mehr als 100 historische Sehenswürdigkeiten, Burgen und Schlösser werden vom staatlichen Denkmalschutzamt verwaltet. Seit einigen Jahren läuft in ihren Innenräumen der Programm- und Ausstellungszyklus „Auf den Spuren der Adelsfamilien“. Das vergangene Jahr stand im Zeichen der Renaissance. Das Thema der anstehenden Saison ist die Diplomatie. Warum man gerade dieses Thema gewählt hat, erklärt der Leiter der Regionalverwaltung des Denkmalschutzamtes in České Budějovice / Budweis, Petr Pavelec:

„Adelige waren seit jeher im diplomatischen Dienst. Das Nationale Denkmalschutzamt hat in seinen Beständen zahlreiche außerordentlich bedeutende Sammlungsstücke und Dokumente, die mit der Weltdiplomatie verbunden sind.“

Schloss Kynžvart (Foto: Zdeněk Trnka, Archiv des Tschechischen Rundfunks)Schloss Kynžvart (Foto: Zdeněk Trnka, Archiv des Tschechischen Rundfunks) In rund 40 Burgen und Schlössern wurden Ausstellungen und Begleitprogramme zu diesem Thema vorbereitet. Die Programmreihe wird am 22. März im Prager Palais Czernin, dem Sitz des Außenministeriums, feierlich eröffnet. Der stellvertretende Direktor des Denkmalschutzamtes, Rudolf Pohl, nennt einige Höhepunkte der Saison:

„Eine der wichtigsten Ausstellungen trägt den Titel ‚Ein vollkommener Diplomat‘ sowie den Untertitel ‚Die Czernins – Botschafter, Reisende und Sammler‘. Sie wird ab Juli im Schloss Jindřichův Hradec (Neuhaus, Anm. d. Red.) zu sehen sein.“

Eine Ausstellung im Schloss Kynžvart / Königswart erinnert an Fürst Klemens von Metternich und seine Rolle in der europäischen Diplomatie. Das Schloss in Hradec nad Moravicí / Grätz präsentiert wiederum die Geschichte des bedeutenden Diplomaten Karl Max Fürst von Lichnowsky. Pavel Slavko ist Kastellan in Český Krumov / Krumau. Er stellt das Programm auf dem dortigen Schloss vor:

Schlossgarten in Český Krumlov (Foto: Ondřej Tomšů)Schlossgarten in Český Krumlov (Foto: Ondřej Tomšů) „Eine Neuigkeit der Saison 2018 ist die Eröffnung eines Gartenmuseums im Schlossgarten. Außerdem planen wir eine Ausstellung mit dem Namen ‚Fragmente von Auslandsreisen der Aristokraten‘.“

Die Diplomatie ist aber nur einer von insgesamt zwei Schwerpunkten dieser Saison. Der andere ist der 100. Gründungstag des unabhängigen tschechoslowakischen Staates. Dazu die stellvertretende Direktorin des Denkmalschutzamtes, Alexandra Křížová:

„Dieses Jahr steht im Zeichen der berühmten Achter-Jubiläen. Das Denkmalschutzamt trägt mit vielen Projekten dazu bei. Eines der wichtigsten ist ‚Die Architektur der Ersten Tschechoslowakischen Republik‘. Mit der Staatsgründung entstand ein großer Bedarf am Bau neuer Verwaltungsgebäude, es entwickelten sich Industrie und Wirtschaft.“

Hluboká (Foto: Barbora Němcová)Hluboká (Foto: Barbora Němcová) Die historischen Sehenswürdigkeiten, die vom staatlichen Denkmalschutzamt verwaltet werden, wurden im vergangenen Jahr von 5,5 Millionen Menschen besucht. Die meistbesuchten Baudenkmäler waren traditionell die Schlösser Lednice / Eisgrub in Südmähren sowie Český Krumlov / Krumau und Hluboká / Frauenberg in Südböhmen. In diesem Frühling werden die Burgen und Schlösser am Karfreitag, den 30. März ihre Tore öffnen.