Tagesecho 17. internationales Filmfestival „Febiofest“ mit deutschen Gästen
Zahlreiche Größen des internationalen Films werden Ende März nach Prag kommen. Sie werden beim Febiofest dem tschechischen Publikum ihre Werke vorstellen. Das Febiofest gilt als das größte Festival des internationalen Films in Prag und auch zwei Künstlerinnen aus Deutschland sind geladen.
Hanna Schygula in 'Die Ehe der Maria Braun'
Die erste deutsche Künstlerin ist Schauspielerin Hanna Schygulla. Sie
wird
bereits zur Eröffnungsfeier erwartet. Schygulla hat erst im Februar den
deutschen Filmpreis, den Goldenen Bären, für ihr Lebenswerk erhalten.
Nun
soll auch beim Febiofest ihre Arbeit gewürdigt werden. Aber nicht nur
das,
sagt der Pressesprecher des Festivals, Pavel Sladký:
„Einer der Eröffnungsfilme ist die Ehe der Maria Braun. Wir haben Hanna Schygulla vor allem deshalb eingeladen, damit sie als Hauptdarstellerin über diesen Film mit den Zuschauern spricht. Sie wird aber auch zu ihrem weiteren Kino-Rollen Rede und Antwort stehen.“
Zu den Gästen gehört zudem Sherry Hormann. Die in New York geborene Regisseurin und Drehbuchautorin arbeitet und lebt schon seit mehreren Jahren in Deutschland. Sie stellt nun auch dem tschechischen Publikum ihren Streifen „Wüstenblume“ vor. Hormann hat dabei den autobiografischen Weltbesteller von Waris Dirie verfilmt. In dem Roman beschreibt die Dirie ihren Weg von der Flucht aus Somalia bis zu ihrer internationalen Karriere als Model. Zwei Millionen Besucher hat die Verfilmung in die deutschen Kinosäle gelockt. Die Botschaft des Films treffe den Nerv der Zeit, findet Sladký:
„Die Botschaft des Films ist meiner Meinung nach das Verhältnis
zwischen dem Westen und dem Süden, und das nicht im geografischem,
sondern
im politischen Zusammenhang. Der Film soll darüber aufklären, wie das
Model-Geschäft funktioniert. Man erfährt, was wir da eigentlich Tag für
Tag auf den Plakaten zu sehen bekommen. Es kommt an die Oberfläche,
welche
Schicksale sich wirklich hinter dieser glitzernden Scheinwelt
verbergen.“
Ein weiterer Programmpunkt des Festivals heißt „Kinder in der Hauptrolle“. In den Filmen werden Geschichten aus der Sicht von Kindern aus der ganzen Welt gezeigt. Es sind dabei ernste Themen wie sexuelle Orientierung, der Verlust eines Familienmitgliedes oder Kriminalität.
In der Kategorie „Iranischer Frühling“ skizzieren zehn iranische Nachwuchsregisseure die heutige iranische Gesellschaft. Der Titel „Iranischer Frühling“ geht zurück auf den Regisseur Bahman Ghodabi. Er sieht Parallelen zwischen den Geschehnissen, die den Iran letztes Jahr erschütterten, und dem Prager Frühling von 1968.
Bahman Ghodabi - 'Keiner kennt die Persischen Katzen'
Neben den bewegten Bildern sind aber auch Momentaufnahmen zu sehen. So
werden über die volle Dauer des Festivals 50 exklusive Fotografien aus
dem
Leben von Star-Regisseur Roman Polanski ausgestellt. Diese Bilder stammen
aus der Dauerausstellung des Krakauer Museums für Fotografie.
Das Febiofest dauert in Prag vom 25. März bis zum 2. April. Danach wandert es in weitere tschechische Städte.







