100 Jahre seit Attentat von Sarajevo: Fotoausstellung in Benešov zeigt Thronfolgerpaar und seine Kinder

Demnächst vergehen 100 Jahre seit dem Attentat in Sarajevo, das der unmittelbare Auslöser des Ersten Weltkriegs war. Opfer des Anschlags waren das Thronfolgerpaar Franz Ferdinand von Österreich und seine Frau Sophie. Zu dem Thema wurde in der mittelböhmischen Stadt Benešov / Beneschau am vergangenen Freitag eine Fotoausstellung eröffnet. Sie zeigt Fotografien aus Privatsammlungen, die das Leben des Thronfolgerpaars und dessen Kinder dokumentieren.

Foto: Martina SchneibergováFoto: Martina Schneibergová Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich und seine Frau Sophie, Herzogin von Hohenberg, hatten ihre Hauptresidenz auf Konopiště / Konopischt. Das Schloss liegt nur zwei Kilometer entfernt von Benešov. Und dort, genauer im Rathauskeller von Benešov, ist in einer Ausstellung „Das Leben auf Konopiště in Fotografien“ zu sehen. Lukáš Pavlík ist Mitglied des Vereins der Freunde von Konopiště. Er hat die Ausstellung zusammengestellt.

„Die Fotografien wurden von verschiedenen Institutionen ausgeliehen, darunter vom Staatsarchiv, dem hiesigen Regionalmuseum und dem Schloss Artstetten in Österreich. Viele Fotos stammen aber von Privatpersonen: vor allem von den Nachkommen von Marie Schneibergová-Hynková. Sie hat auf Konopiště als Erzieherin der Kinder von Franz Ferdinand gearbeitet. Václav Douda war Förster auf Konopiště, aus dem Nachlass seiner Tochter Barbora stammen auch einige Fotografien. Einige Aufnahmen habe ich zudem aus meiner eigenen Sammlung beigesteuert.“

Söhne des Thronfolgers (Foto: Archiv von Lukáš Pavlík)Söhne des Thronfolgers (Foto: Archiv von Lukáš Pavlík) Zu sehen sind beispielsweise der Thronfolger und seine Kinder beim Schlittschuhlaufen auf dem Teich vor dem Schloss oder die Kinder beim Rodeln und bei einer Bootsfahrt. Gezeigt werden aber nicht nur Aufnahmen aus der Zeit vor dem Kriegsausbruch. Lukáš Pavlík:

„Mich haben bei der Auswahl der Fotos für die Ausstellung vor allem Fotografien tief beeindruckt, die das Leben der drei Kinder nach dem Attentat zeigen. Sie lebten damals entweder in Konopiště oder in Chlum / Chlumetz bei Třeboň. Die Fotografien zeugen davon, wie sie sich bemühten, die Tragödie zu überwinden, die sie erlebt hatten. Man sieht die Kinder auf den Fotos von Freunden umgeben, mit dem Hund spazieren oder beim Radfahren. Diese privaten Aufnahmen finde ich besonders beeindruckend.“

Lukáš Pavlík (Foto: Martina Schneibergová)Lukáš Pavlík (Foto: Martina Schneibergová) Lukáš Pavlík hat anlässlich der Ausstellung auch eine bebilderte Broschüre herausgegeben, die viele der bisher unbekannten Fotos enthält. Im vergangenen Jahr schrieb er bereits ein Buch mit dem Titel „Im Dienst auf Schloss Konopiště“, in diesem hat er die Erinnerungen des früheren Schlosspersonals verarbeitet. Das Buch war bald vergriffen und erscheint in einer Neuauflage. Das Interesse freue ihn, sagt Lukáš Pavlík:

„Für die Geschichte von Schloss Konopiště interessiere ich mich schließlich schon seit meiner Kindheit. Ich bin in Benešov aufgewachsen, und das Schloss liegt in der Nähe, es bot sich einfach an.“

Die Fotoausstellung über das Leben auf Schloss Konopiště ist noch bis 7. Juli im Rathaus der Stadt Benešov zu sehen.