Tagesecho Zerstörung von Gräbern Sudetendeutscher in Dolni Olesnice soll sich nicht wiederholen

29-10-2002 | Katrin Sliva

In der nordböhmischen Gemeinde Dolni Olesnice sind vor wenigen Tagen vom örtlichen Friedhof etwa zehn Gräber von Sudetendeutschen entfernt worden. Die Bürgermeisterin des Ortes, die diese Maßnahme angeordnet hatte, musste sich aufgrund dieser Entscheidung deutlicher Kritik stellen. Ein Bericht von Katrin Sliva:

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Die geplante Umgestaltung des Friedhofsareals habe die Bürgermeisterin des Ortes dazu bewogen, die Entfernung der Grabsteine auf dem örtlichen Friedhof anzuordnen, heißt es von Seiten des Kreisamtes Trutnov (Trautenau), das einschritt, nachdem Bürger des Ortes Dolni Olesnice gegen das Vorgehen der Bürgermeisterin protestiert hatten. Somit konnte die Zerstörung weiterer Gräber verhindert werden. Der Pressesprecher des Kreisamtes Trutnov fasst die Situation aus Sicht der Bürgermeisterin wie folgt zusammen:

"Die Bürgermeisterin hat uns gegenüber erklärt, dass sich niemand um die Gräber gekümmert hat. Sie habe versucht, sich mit einigen Sudetendeutschen Landsmannschaften in Verbindung zu setzen. Auf dem Friedhof ließ sie Schilder aufstellen, auf denen der Hinweis zu lesen war, dass die Grabsteine entfernt würden, falls sich niemand melde, der sich für eben diese Gräber zuständig fühle. Schließlich sind die Gräber dann entfernt worden und befinden sich nun außerhalb des Friedhofgeländes, aber in dessen unmittelbarer Nähe. Dabei handelt es sich aber nur um einen Teil der Gräber. Mit dem verbleibenden Gräbern von Sudetendeutschen wird anders verfahren werden."

Man habe der Bürgermeisterin deutlich gemacht, dass ihre Entscheidung nicht richtig war. Denn, so der Pressesprecher, Herr Benes:

"Derlei Angelegenheiten müssen mit einem hohen Maß an Pietät gehandhabt werden. Man hätte nach anderen Lösungen suchen müssen. Wir haben mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass im Umgang mit derart heiklen Situationen mehr Sensibilität walten muss. Schließlich geht es hier darum, den inzwischen verstorbenen ehemaligen Mitbürgern gebührenden Respekt zu zollen. Und diese Angelegenheit ist natürlich besonders heikel, weil es sich hier um Gräber von Sudetendeutschen handelt."

Inzwischen haben einige Landsmannschaften ihren Unmut über diesen Vorfall geäußert. Zu erwähnen bleibt, dass der tschechische Fernsehsender CT1 in der vergangenen Woche einen Bericht ausgestrahlt hat, in dem er den Fauxpas besagter Bürgermeisterin ebenfalls deutlich ablehnte. Es bleibt also zu hoffen, dass beim nächsten Mal mehr Besonnenheit an derlei Angelegenheiten herangegangen wird.

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