Zaorálek in „HN“: Russland überhäuft Europa mit Flüchtlingen

Von der gegenwärtigen Migrationskrise profitiere Russland, indem es Europa auch mit Flüchtlingen „beliefern“ würde. Diese Aussage traf der tschechische Außenminister Lubomír Zaorálek in einem Gespräch für die Tageszeitung „Hospodářské noviny“, das am Dienstag veröffentlicht wurde. Dabei berief sich Zaorálek auf die Sitzung der EU-Außenminister am Montag in Brüssel.

Laut Zaorálek wären die Russen sehr agil darin, Flüchtlinge über verschiedene Nordrouten nach Europa zu bringen, zum Beispiel mit Flugzeugen. Es sei mehrfach belegt, dass „unsere slawischen Brüder darum bemüht sind, uns mit einer größtmöglichen Zahl an Flüchtlingen zu überschütten“ sagte Zaorálek. Die EU sei bestrebt, den Flüchtlingen die Wege im Süden, allen voran die sogenannte Balkanroute zu verbauen, und mit der Türkei Vereinbarungen über die Rückführung illegaler Migranten zu treffen. Daher bestehe nach Meinung von Zaorálek die Gefahr, dass die Flüchtlinge nun andere Wege suchen, um nach Europa zu gelangen. Einer dieser Wege sei eben die Nordroute über Russland und Skandinavien, die die Flüchtlinge schon im vorigen Jahr für sich entdeckt hätten, erläuterte der Außenminister gegenüber „Hospodářské noviny“.