Verband Konexe stellt Strafanzeige gegen SPD-Chef Okamura

Der Verband der tschechischen Roma, Konexe, hat Strafanzeige gegen den Vorsitzenden der Partei „Freiheit und direkte Demokratie“ (SPD), Tomio Okamura, erstattet. Der Grund für diesen Schritt sind Okamuras Äußerungen über das Roma-KZ in Lety. Der SPD-Chef erklärte vor einer Woche in einem Gespräch für den privaten TV-Sender DVTV, das KZ habe keinen Zaun gehabt, so dass sich die Menschen dort frei bewegen konnten. Am Freitag hat sich Okamura für die Formulierung, das Lager sei nicht eingezäunt gewesen, entschuldigt. Nach Meinung des Verbandes aber zweifle Okamura mit seinen Aussagen den Völkermord an den Roma an, sagte Konexe-Sprecher Miroslav Brož.

Okamura berief sich im Interview auf ein Buch zum Lager, das Experten des Museums für Roma-Kultur zufolge gar nicht existiert. Realität aber sei gewesen, dass die Nationalsozialisten das KZ in Lety als Teil ihrer sogenannten Endlösung errichten ließen. Dort starben den Aufzeichnungen der Wärter zufolge mindestens 326 Gefangene, davon waren 200 Kinder. Die Roma, die dieses Lager überlebt haben, sind dann ins KZ Auschwitz-Birkenau überführt worden, wo sie in Gaskammern umgebracht wurden, bemerkte Brož.