Nachrichten Tschechischer Präsident bekommt Negativpreis für Frauenfeindlichkeit

08-03-2016 17:23 | Lothar Martin

Der tschechische Präsident Miloš Zeman ist mit einem Negativpreis für frauenfeindliche Äußerungen bedacht worden. Der 71-Jährige bekomme den „Sauren Frosch“ unter anderem für seine Kritik an der Verschleierung muslimischer Frauen, teilte die gleichnamige Bürgerinitiative am Dienstag in der Hauptstadt Prag mit. „Wir werden um die Schönheit der Frauen gebracht“, hatte Zeman im vorigen Jahr bei einer Begegnung mit Bürgern gesagt. Er könne sich Frauen vorstellen, bei denen das eine Verbesserung wäre, aber nur wenige und keine der Anwesenden, fügte er hinzu.

Zeman hatte in den vergangenen Monaten wiederholt mit islamfeindlichen Äußerungen Kritik ausgelöst. Ende vergangener Woche rief ihn der tschechische Senat in einer Entschließung zu mehr Zurückhaltung auch in der Flüchtlingskrise auf. Fast zwei Drittel der Tschechen (63 Prozent) sprachen dem Präsidenten derweil ihr Vertrauen aus, wie aus einer ebenfalls am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts STEM hervorgeht. Das waren acht Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Zeman nimmt als Präsident überwiegend repräsentative Aufgaben wahr.

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Innenministerium verklagt Magistrat wegen Statutenänderung bei Prager Firmen

28-09-2016 10:16 | Lothar Martin

Das tschechische Innenministerium hat den Prager Magistrat verklagt wegen der Änderungen in den Statuten von städtischen Großfirmen ohne die Zustimmung der jeweiligen Körperschaft. Die Nachricht verbreitete das Nachrichtenportal Aktuálně.cz am Mittwoch. Der Prager Stadtrat hat die Statuten bei acht Aktiengesellschaften geändert, darunter sind große Dienstleistungsunternehmen wie die Technische Kommunikationsverwaltung (Technická správa komunikací), die Prager Gaswerke (Pražská plynárenská) oder die Prager Verkehrsbetriebe (Dopravní podnik hl. m. Praha). Nach Meinung des Ministeriums sind diese Änderungen ungesetzlich. Die Prager Oberbürgermeisterin, Adriana Krnáčová (Ano-Partei), hielt dem entgegen, dass dies die gängige Praxis in einer ganzen Reihe von Städten des Landes sei.

In den Firmenstatuten sind die Grundsätze für das Wirtschaften sowie die Rechte und Pflichten der Aktiengesellschaften festgelegt. Diese Grundsätze würden durch die Änderungen verletzt, deshalb sollte der Magistrat sie rückgängig machen, fordert das Innenministerium. Oberbürgermeisterin Krnáčová kündigte indes an, dass man sich gegen die Klage rechtlich zur Wehr setzen werde. Die Bürgervereinigung Oživení, die auf die Statutenänderungen ohne Zustimmung der Körperschaft aufmerksam machte, sieht darin den Türöffner für ein „großes Korruptionspotenzial“. 

Eishockey: Ex-Nationaltrainer Růžička wegen Veruntreuung zu hoher Geldstrafe verurteilt

28-09-2016 08:48 | Lothar Martin

Der Olympiasieger, Weltmeister und ehemalige tschechische Nationaltrainer Vladimír Růžička ist am Dienstag von einem Prager Gericht wegen Veruntreuung von einer halben Million Kronen zu einer Geldstrafe von 400.00 Kronen (ca. 14.800 Euro) verurteilt worden. Sollte Růžička den Betrag nicht zahlen, drohen ihm 16 Monate Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, beide Seiten (Kläger, Angeklagter) behalten sich vor, innerhalb der Frist Berufung einzulegen. Trainer Růžička, dem bis zu fünf Jahre Gefängnis drohten, bestreitet seine Schuld.

In seiner Zeit als Coach von Slavia Prag hat Růžička von einem Spielervater Geld angenommen unter der Bedingung, dem Sohnemann Einsätze im Nachwuchsteam des Vereins zu gewährleisten und sich um dessen Weiterentwicklung zu kümmern. Die Summe von einer halben Million Kronen (ca. 18.500 Euro) wurde in zwei Raten á 250.000 Kronen gezahlt. Weil aus Sicht des Spielervaters die „Gegenleistung“ von Růžička aber nicht erbracht wurde, forderte er sein Geld zurück. Die Rückerstattung vollzog Růžička einige Monate später, dennoch machte der Spielervater den Deal im Frühjahr 2015 öffentlich. Dazu stellte er ein Video ins Internet, das er heimlich von einer „Verhandlung“ mit dem Slavia-Trainer gedreht hatte. Infolgedessen trat Růžička nach der Heim-WM 2015 als Nationaltrainer zurück. Gegenwärtig ist der 53-Jährige als Head Coach beim tschechischen Erstligaverein Pirati Chomutov angestellt. 

Stará Boleslav erwartet traditionelle Wallfahrt für Heiligen Wenzel

28-09-2016 08:20 | Lothar Martin

Der 28. September ist in Tschechien ein Feiertag. Er wird hierzulande seit dem Jahr 2000 als „Tag der Staatlichkeit“ begangen. Anlass ist der Tod Wenzels von Böhmen, dem heiliggesprochenen heutigen Landespatron, im Jahr 935 (oder 929). Wenzel soll damals in Stará Boleslav von seinem Bruder ermordet worden sein. Andere Legenden sprechen davon, dass die blutige Schwertattacke von Boleslav auf Wenzel erst durch dessen Gefährten vollendet wurde.

Am heutigen Mittwoch werden die Menschen in Tschechien auf Gottesdiensten, Wallfahrten und Volksfesten an ihren Patron erinnern. In Stará Boleslav / Altbunzlau wird dazu die traditionelle Wallfahrt zum Gedenken an den Heiligen Wenzel stattfinden. Dabei wird eine Gedenkmesse auf dem Platz (Mariánské náměstí) zelebriert, an dem der Fürst ermordet wurde. Zu diesem Festakt werden tausende Gläubige und weitere Besucher erwartet, darunter auch Staatspräsident Miloš Zeman. Bereits am Dienstagabend wurden die Gebeine des Heiligen Wenzel von der Prager Burg nach Brandýs nad Labem / Brandeis an der Elbe überführt, von wo aus die Wallfahrt startet. Die Messe in Stará Boleslav beginnt um 10 Uhr. 

Tschechien probt Abwehr von Migranten an Grenze

27-09-2016 19:12 aktualisiert | Till Janzer

Die tschechische Polizei hat an den Grenzen zu Deutschland und Österreich die Abwehr von Migranten geprobt. Rund 100 zusätzliche Beamte führten am Dienstag stichprobenartige Personenkontrollen durch, wie das Polizeipräsidium in Prag mitteilte. Das Übungsszenario sah unter anderem vor, dass Asylbewerber nach ihrer Ablehnung in Deutschland aus grenznahen Unterkünften in Sachsen und Bayern nach Tschechien strömen. Zeitgleich übten Polizei und Armee die Wiedereinführung von Kontrollen an der Grenze zur Slowakei. Knapp 300 Polizisten, mehr als 140 Soldaten und 30 Zollbeamte patrouillierten an der 250 Kilometer langen grünen Grenze zum Nachbarstaat. Obwohl die illegale Migration um 40 Prozent zurückgegangen sei, sei es notwendig, sich auf verschiedene Risikosituationen vorzubereiten, sagte Polizeipräsident Tomáš Tuhý im Tschechischen Fernsehen (ČT).

Verstärkte Grenzübungen finden in Tschechien seit dem Beginn der Flüchtlingskrise im vergangenen Jahr statt. Ein größerer Ansturm von Flüchtlingen blieb in Tschechien jedoch bisher aus. Insgesamt haben im vergangenen Jahr rund 3500 Menschen das Land als Transitweg vor allem nach Deutschland genutzt. 

Prager Zoo feiert 85. Geburtstag

27-09-2016 19:03 | Till Janzer

Der Prager Zoo feiert am Mittwoch seinen 85. Geburtstag. Am 28. September 1931 öffnete der Zoologische Garten im Prager Stadtteil Troja das erste Mal seine Pforten. Er war damit der dritte Zoo im heutigen Tschechien, nach dem in Liberec / Reichenberg und Plzeň / Pilsen. Der erste „Bewohner“ war damals die Löwin Lotta, eine Schenkung des Zirkus Rebernigg.

Die Pläne für einen Zoo in Prag reichen weit ins 19. Jahrhundert zurück. Das Projekt konnte aber erst Jahrzehnte später realisiert werden. Heute leben im Prager Zoo rund 680 Tierarten und insgesamt rund 4700 Tiere. Berühmt ist der Tiergarten vor allem wegen seines einmaligen Bestandes an Przewalski-Pferden. 

Prag: Piazzetta vor Nationaltheater wird nach Havel benannt

27-09-2016 18:25 | Till Janzer

Der kleine Platz vor dem Prager Nationaltheater, die sogenannte Piazzetta, wird in Zukunft den Namen von Václav Havel tragen. Dies hat der Stadtrat bei seiner Sitzung am Dienstag entschieden. Am 5. Oktober gedenkt Tschechien an den Ex-Präsidenten, Havel wäre an dem Tag 80 Jahre alt geworden; er starb kurz vor Weihnachten 2011.

In Prag ist bisher keine Straße nach dem Schriftsteller, Menschenrechtler und ersten demokratischen Präsidenten nach der politischen Wende benannt. Allerdings trägt der Flughafen der Stadt mittlerweile seinen Namen. 

Das Wetter am Mittwoch, 28. September

27-09-2016 17:57 | Till Janzer

Nach der Auflösung örtlicher Frühnebelfelder ist es in Tschechien am Mittwoch meist heiter oder wolkenlos. Im Laufe des Tages können die Wolken aber auch dichter sein. Es wird erneut angenehm warm bei Tageshöchsttemperaturen zwischen 20 und 24 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden bis zu 17 Grad erreicht. 

Boxershorts-Protest auf Prager Burg kommt erneut vor Gericht

27-09-2016 16:45 | Till Janzer

Die Aktivisten der Künstlergruppe Ztohoven müssen sich erneut vor Gericht verantworten wegen des Hissens von riesigen roten Boxershorts auf der Prager Burg. Man habe einem Einspruch der zuständigen Staatsanwältin entsprochen, sagte eine Sprecherin des Prager Stadtgerichts. Deswegen wird sich erneut das Amtsgericht für den ersten Prager Stadtbezirk mit dem Fall befassen. Dies hatte Ende August entschieden, die Künstler hätten keine Straftat begangen. Aktivisten von Ztohoven hatten vor gut einem Jahr die Präsidenten-Standarte vom Dach der Prager Burg entwendet und sie durch riesige rote Boxershorts ersetzt. Drei Mitglieder der Künstlergruppe mussten sich daher wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses, Diebstahl und Sachbeschädigung vor Gericht verantworten und wurden aber freigesprochen. 

Präsident Zeman spricht dritte Begnadigung in Amtszeit aus

27-09-2016 15:43 | Till Janzer

Staatspräsident Miloš Zeman hat zum dritten Mal in seiner Amtszeit eine Begnadigung ausgesprochen. Zeman ließ das Strafverfahren gegen einen Mann einstellen, der nach einem Hirnschlag geistig behindert ist. Um die Begnadigung hatte die zuständige Staatsanwältin gebeten.

Zeman hat bei seinem Amtsantritt die Kompetenzen für Begnadigungsentscheidungen eigentlich an das Justizministerium abgetreten. Frühere tschechoslowakische und tschechische Präsidenten hatten regen Gebrauch von dem Recht gemacht. Václav Havel begnadigte allein als tschechisches Staatsoberhaupt in über 1200 Fällen, Václav Klaus mehr als 400 Mal. 

Jazzpianist Karel Růžička mit 76 Jahren gestorben

27-09-2016 14:56 | Till Janzer

Der Jazzpianist Karel Růžička ist tot. Růžička starb am Montag im Alter von 76 Jahren, berichtete der Tschechische Rundfunk am Dienstag in seinen Inlandssendungen. Der Musiker aus Prag hatte seine Karriere im Jazzorchester des Rundfunks begonnen, später komponierte und arrangierte er auch Stücke für das Ensemble. In den 1970er Jahren spielte Růžička unter anderem in der Band SHQ von Jan Velebný, dem Guru des Modern Jazz in der früheren Tschechoslowakei. Später übernahm der Pianist auch Lehrtätigkeiten, so am Jaroslav-Ježek-Konservatorium und an der Prager Musikakademie. 

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