Tschechischer Präsident bekommt Negativpreis für Frauenfeindlichkeit

Der tschechische Präsident Miloš Zeman ist mit einem Negativpreis für frauenfeindliche Äußerungen bedacht worden. Der 71-Jährige bekomme den „Sauren Frosch“ unter anderem für seine Kritik an der Verschleierung muslimischer Frauen, teilte die gleichnamige Bürgerinitiative am Dienstag in der Hauptstadt Prag mit. „Wir werden um die Schönheit der Frauen gebracht“, hatte Zeman im vorigen Jahr bei einer Begegnung mit Bürgern gesagt. Er könne sich Frauen vorstellen, bei denen das eine Verbesserung wäre, aber nur wenige und keine der Anwesenden, fügte er hinzu.

Zeman hatte in den vergangenen Monaten wiederholt mit islamfeindlichen Äußerungen Kritik ausgelöst. Ende vergangener Woche rief ihn der tschechische Senat in einer Entschließung zu mehr Zurückhaltung auch in der Flüchtlingskrise auf. Fast zwei Drittel der Tschechen (63 Prozent) sprachen dem Präsidenten derweil ihr Vertrauen aus, wie aus einer ebenfalls am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts STEM hervorgeht. Das waren acht Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Zeman nimmt als Präsident überwiegend repräsentative Aufgaben wahr.