Tschechische Historiker fordern Öffnung russischer Archive

Russland soll nach Möglichkeit seine Archive für tschechische Forscher öffnen. Dies forderten Historiker der Akademie der Wissenschaften und des Instituts zum Studium totalitärer Regime (ÚSTR) beim sogenannten tschechisch-russischen Diskussionsforum am Donnerstag in Prag. Zwar seien bereits 98 Prozent der russischen Archive öffentlich, jedoch nicht die Sonderarchive und die des Außenministeriums, bemängelte Jan Němeček von der Akademie der Wissenschaften. Dies sei jedoch nötig zum besseren Verständnis der gemeinsamen Geschichte.

Das Diskussionsforum tschechischer und russischer Wissenschaftler geht auf eine Initiative der Staatsoberhäupter Tschechiens und Russlands, Milos Zeman und Wladimir Putin, zurück und fand in diesem Jahr zum ersten Mal statt. Der lebhafte Dialog habe alle Erwartungen erfüllt, so Němeček. Vertreter des ÚSTR kritisierten jedoch, dass Russland immer noch die Geschichte verfälsche und Partnervereine schikaniere.