Tschechische EU-Parlamentarier kritisieren Polizeieinsatz in Katalonien

Tschechische Europa-Parlamentarier unterschiedlicher Couleur haben das Vorgehen der spanischen Polizei gegen Teilnehmer des Unabhängigkeitsreferendums in Katalonien kritisiert. Es sei unmöglich, mit Gummigeschossen auf Wähler zu schießen, sagte Stanislav Polčák (Stan) am Sonntag in einer Talkshow des Tschechischen Fernsehens. Dies erinnere eher an Russland denn an Spanien, so der konservative Politiker. Polčák, der Christdemokrat Pavel Svoboda und die Kommunistin Kateřina Konečná forderten daher die Europäische Kommission auf, das Vorgehen der spanischen Regierung zu verurteilen.

Das spanische Verfassungsgericht hatte das Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien für illegal erklärt. Die spanische Regierung versucht daher mit einem massiven Polizeiaufgebot die Abstimmung zu verhindern. Die katalonische Regionalregierung hat das Referendum dennoch organisiert. Bei Ausschreitungen von Wählern mit der Polizei sind bis zum frühen Sonntagnachmittag laut der katalonischen Regionalregierung bereits mehr als 300 Menschen verletzt worden.