Nachrichten Tschechen droht Todesstrafe wegen Dokument zur Christenverfolgung im Sudan

27-02-2016 11:58 | Lothar Martin

Dem Tschechen Petr Jašek, der seit Monaten in einem sudanesischen Gefängnis sitzt, droht die Todesstrafe. Alles deutet darauf hin, dass der 52-Jährige in dem streng islamischen Land ein Filmdokument gedreht hat, das die Verfolgung der christlichen Minderheit in dem afrikanischen Land bezeugt. In der Hauptstadt Khartum erwartet ihn schon bald ein Prozess, nach dem islamischen Recht der Scharia muss er eine harte Strafe befürchten, schreibt die Tageszeitung „Mladá fronta Dnes“ in ihrer Samstagausgabe.

Dem Blatt zufolge sei das Hauptbeweisstück für die Anklage von Jašek eine Videoaufnahme, die der Tscheche während seines Aufenthalts in dem rigiden islamischen Land gemacht hat. Darin ist die Aussage eines Mannes mit schweren Brandwunden festgehalten, der erzählt, wie er zu seinen Verletzungen gekommen sei. Nach Aussage von Jašek sei dies ein Beispiel der Gewalteinwirkung von Muslimen gegenüber Christen. Der schwerverletzte Mann hat seine auf dem Video hinterlegte Aussage indes vor den sudanesischen Behörden verleugnet und behauptet, dass ihm Jašek seine Worte aus dem Kontext gerissen habe. Seine Verletzungen habe er sich bei einem Unfall zugezogen, sagte er. Jašek wird außerdem des illegalen Übertritts der Staatsgrenze beschuldigt. Sein Prozess soll schon bis Ende März beginnen.

Tschechische Diplomaten, die bisher vergeblich über eine Freilassung von Jašek verhandelt haben, sind sich nicht sicher, welche Strafe ihren Landsmann erwartet. Den Informationen von „Mladá fronta Dnes“ zufolge aber sei seine Lage ernst, weil den sudanesischen Gesetzen nach eine Verbreitung des Christentums hart bestraft werde. Jašek hat offenbar im Auftrag einer christlichen Institution gehandelt. Dafür spricht die Tatsache, dass sein Aufenthalt im Sudan von der amerikanischen Organisation Voice of Martyrs bezahlt wurde. Eine Zweigstelle der Organisation mit dem Namen „Občanské hnutí - Pomoc pronásledované církvi“ (Bürgerbewegung – Hilfe für Verfolgte der Kirche) hat ihren Sitz in Tschechien.

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Ex-Vizeminister muss wegen Manipulation von Ausschreibung ins Gefängnis

30-09-2016 13:00 | Till Janzer

Ein ehemaliger stellvertretender Minister muss wegen der Manipulation einer öffentlichen Ausschreibung ins Gefängnis. Das Prager Stadtgericht verurteilte am Freitag den früheren ersten Vize-Arbeitsminister Vladimír Šiška zu sechs Jahren Haft. Zudem soll Šiška den Schaden für das Ministerium in Höhe von 282 Millionen Kronen (10,4 Millionen Euro) erstatten. Ein weiterer hochrangiger Beamter des Ressorts erhielt eine Bewährungsstrafe. Gegen das Urteil kann allerdings Berufung eingelegt werden.

Vladimír Šiška hatte im Jahr 2011 einen Auftrag über die Auszahlung von Sozialgeldern ohne Ausschreibung an die Firma Fujitsu Technology vergeben. Šiška nutzte dabei einen Rahmenvertrag des Innenministeriums mit dem japanischen Technologieunternehmen. 

Tschechien fordert Maßnahmen gegen Hassattacken in Großbritannien

30-09-2016 10:13 | Markéta Kachlíková

Tschechien verlangt von Großbritannien Maßnahmen zur Vorbeugung von Hassattacken gegen Bürger aus Tschechien und aus weiteren EU-Ländern. Der tschechische Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) sagte in einem Telefongespräch mit der britischen Premierministerin Theresa Mae am Donnerstag, es sei für die tschechische Regierung unakzeptabel, dass Tschechen in Großbritannien wegen ihres Ursprungs angegriffen und als Bürger zweiter Klasse behandelt würden. Nach der Entscheidung für den EU-Austritt werden in Großbritannien mehr Fälle der Hasskriminalität gemeldet. In der vergangenen Woche starb ein 31-jähriger Tscheche nach einem Angriff von drei Männern in London. Premierministerin Mae hat im Telefongespräch mit Sobotka ihr Beileid den Hinterbliebenen ausgesprochen. 

Europa League: Sparta Prag besiegt Inter Mailand 3:1

30-09-2016 09:31 | Markéta Kachlíková

Ein Sieg, ein Remis und eine Niederlage: Das sind die Ergebnisse der tschechischen Vertreter in der zweiten Runde der Fußball-Europa-League vom Donnerstag. Sparta Prag hat für eine Überraschung gesorgt. Der tschechische Vizemeister gewann sein Heimspiel gegen Inter Mailand mit 3:1. Viktoria Pilsen holte einen Punkt aus Wien. Der amtierende tschechische Meister spielte dort mit 0:0 gegen das Team Austria Wien. FC Slovan Liberec scheiterte beim Heimspiel an POAK Saloniki mit 1:2. 

Tennis: Kvitová im Halbfinale von Wuhan

30-09-2016 09:14 | Markéta Kachlíková

Die Tschechin Petra Kvitová hat beim WTA-Turniers im chinesischen Wuhan das Halbfinale erreicht. Die zweifache Wimbledon-Siegerin bezwang am Donnerstag Johanna Konta aus Großbritannien in zwei Sätzen mit 6:3 und 6:4. Im Halbfinale trifft sie auf Simona Halep aus Rumänien. Auch Barbora Strýcová kämpfte um den Einzug ins Halbfinale. Sie unterlag allerdings im Viertelfinale der Slowakin Dominika Cibulková in drei Sätzen mit 3:6, 6:3 und 4:6. 

Neuer deutsch-tschechischer Polizeivertrag tritt in Kraft

30-09-2016 08:47 | Markéta Kachlíková

Im Kampf gegen die grenzüberschreitende Kriminalität bekommen Polizisten aus Tschechien und Deutschland zusätzliche Befugnisse im jeweiligen Nachbarland. Am Samstag (1. Oktober) tritt ein neuer tschechisch-deutscher Polizeivertrag in Kraft, durch den die Zusammenarbeit der Beamten aus beiden Staaten intensiver werden soll. Polizisten beider Staaten erhalten bei gemeinsamen Streifen künftig Hoheitsrechte auf beiden Seiten der Grenze: Sie können Personalien kontrollieren, Autos durchsuchen und Verdächtige festnehmen. Die Kooperation erstreckt sich zudem auf Ordnungswidrigkeiten wie Verkehrsdelikte und den Besitz geringer Drogenmengen. Das gilt auch als wichtiger Schritt zur Bekämpfung der Designerdroge Crystal Meth, die regelmäßig von Tschechien nach Deutschland geschmuggelt wird. Das alte Abkommen stammte noch aus der Zeit vor dem EU- und Schengen-Beitritt Tschechiens. 

Das Wetter am Freitag: heiter, bis 26 Grad

29-09-2016 19:07 | Markéta Kachlíková

Am Freitag ist es in Tschechien überwiegend heiter oder nur leicht bewölkt. Gegen Abend nimmt die Bewölkung im nordwestlichen Teil Böhmens zu, vereinzelt muss mit Regenschauern gerechnet werden. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 22 und 26 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden die Höchstwerte auf maximal 17 Grad steigen. Es weht ein mäßiger Südwestwind. 

Václav Havel wird auf Gedenkmedaillen verewigt

29-09-2016 18:32 | Markéta Kachlíková

Der ehemalige tschechische Staatspräsident Václav Havel wird auf Gedenkmedaillen verewigt. Die Tschechische Münzprägeanstalt in Jablonec nad Nisou / Gablonz gibt aus Anlass des 80. Geburtstags von Havel insgesamt 400 Gedenkmedaillen in Gold- und 1000 Stücke in Silbervariante heraus. Der Gablonzer Künstler Vojtěch Dostál entwarf das Design. Der Preis der Goldmünze wird umgerechnet bei rund 1500 Euro liegen, die Silbermünze kostet rund 180 Euro. Ein Teil des Ertrags wird auf Projekte der Dagmar und Václav Havel-Stiftung VIZE 97 gespendet. Havel wäre am 5. Oktober 80 Jahre alt geworden. 

Premier Sobotka reist zum Peres-Begräbnis nach Jerusalem

29-09-2016 18:02 | Markéta Kachlíková

Der tschechische Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) wird an den Trauerfeierlichkeiten für Israels Altpräsidenten Schimon Peres am Freitag in Jerusalem teilnehmen. Neben ihm wird auch Außenminister Lubomír Zaorálek (Sozialdemokraten) von tschechischer Seite zum Begräbnis nach Israel reisen. Zu der Zeremonie sind Spitzenpolitiker aus aller Welt in Jerusalem erwartet. Der Friedensnobelpreisträger starb am Mittwoch im Alter von 93 Jahren. 

Tschechische Möbelproduktion gestiegen

29-09-2016 17:04 | Markéta Kachlíková

In Tschechien wurden im ersten Halbjahr 2016 Jahr Möbel im Wert von 22,18 Milliarden Kronen (822.000 Euro) hergestellt. Dies ist ein Anstieg von 1,8 Prozent gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres. Der Verkauf von Möbeln stieg um 2,3 Prozent auf 17,74 Milliarden Kronen (657.000 Euro). Die Zahlen für das erste Halbjahr 2016 wurden am Donnerstag anlässlich der Eröffnung der Möbelmesse „For Interior“ veröffentlicht. Der Sekretär des Verbandes tschechischer Möbelhersteller, Tomáš Lukeš, erwartet für das laufende Jahr einen neuen Rekord. 

Innenminister: Deutschland hat Verständnis für Ablehnung der Flüchtlingsquoten

29-09-2016 16:27 | Markéta Kachlíková

Deutschland hat Verständnis für die ablehnende Haltung Tschechiens zur Aufnahme von Flüchtlingen auf Grundlage der Verteilungsquoten. Der tschechische Innenminister Milan Chovanec (Sozialdemokraten) sagte dies nach einem Gespräch mit seinem Amtskollegen Thomas de Maizière am Mittwochabend in Berlin. Nach dem vor einem Jahr beschlossenen EU-Verteilschlüssel entfallen 2691 Schutzsuchende bis Ende 2017 auf Tschechien. Angekommen sind davon bisher zwölf Personen. Bei ihrem Treffen haben sich die Innenminister vor allem über nähere Details der Ausführung des neuen gemeinsamen Polizeivertrages verständigt. Am 1. Oktober 2016 tritt der neue deutsch-tschechische Polizeivertrag in Kraft. Beide Minister begrüßten die Intensivierung der Zusammenarbeit gerade im Bereich der grenzüberschreitenden polizeilichen Arbeit. 

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