Sozialdemokraten: Volle Kraft für die Wahlen, erst danach möglicher Parteitag

Der sozialdemokratische Spitzenkandidat für die Parlamentswahl im Oktober, Außenminister und Partei-Vize Lubomír Zaorálek, will nach den Wahlen auch für den Posten des Parteichefs kandidieren. Unbedingte Voraussetzung dafür sei allerdings ein gutes Wahlergebnis, sagte Zaorálek in einem Gespräch für die Tageszeitung „Právo“, das am Samstag veröffentlicht wurde. Tschechiens Chefdiplomat war erst Mitte Juni zum Spitzenkandidaten gekürt worden. Er übernahm diese Rolle von Bohuslav Sobotka, nachdem der Premier von ihr wie auch vom Posten des Parteivorsitzenden zurückgetreten war. Beim Parteitag der Sozialdemokraten (ČSSD) im März war Sobotka noch für zwei weitere Jahre zum Parteichef gewählt worden. Die schlechten Ergebnisse bei den Wahlpräferenzen führten ihn dann aber zu seiner Neuentscheidung. Die Leitung der Partei hat seitdem Innenminister Milan Chovanec inne. Ob er selbst für den Posten des Vorsitzenden kandidieren werde, ließ Chovanec am Samstag offen. Ein dazu notweniger außerordentlicher Parteitag könnte aber erst im kommenden Frühjahr stattfinden. Jetzt gelten alle Anstrengungen und die ganze Kraft den Wahlen zum Abgeordnetenhaus, betonte Chovanec.