Scharfe Kritik an Präsident Zeman bei Filmpreis-Verleihung

Bei der Verleihung des Filmpreises „Český lev“ am Samstag kritisierten die Filmschaffenden scharf die jüngste Medienschelte von Staatspräsident Miloš Zeman. Vor allem die Kritik am öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen wollten zahlreiche Filmemacher und Schauspieler nicht gelten lassen. Regisseur Jan Svěrák betonte die Unabhängigkeit des Tschechischen Fernsehens und forderte die tschechischen Politiker auf, dies zu schützen. Das Tschechische Fernsehen gehöre keinem Mogul, sondern den Bürger, sagte wiederum Dokumentarfilmerin Olga Sommerová. Fernsehregisseur Marek Najbrt rief die Bürger sogar auf, nie wieder Milos Zeman zu wählen.

Nachdem er den Eid für seine zweite Amtszeit als Staatspräsident abgelegt hatte, holte Milos Zeman zu einem Rundumschlag gegen vor allem konservativ-liberale Medien aus. So beschuldigte er die Zeitungen und Zeitschriften des Verlages Economia des Moguls Zedeněk Bakala der Manipulation mit Fakten. Dem öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen warf Zeman, gestützt auf eine Studie der Prager Karlsuniversität, Einseitigkeit und Nähe zur konservativen Partei Top 09 vor.