Nachrichten Premier Sobotka: Tschechien ist bereit, Syrer aus der Türkei aufzunehmen

08-03-2016 18:47 | Lothar Martin

Die Tschechische Republik sei darauf vorbereitet, syrische Flüchtlinge direkt aus der Türkei aufzunehmen. Mit der Aufnahme dieser Migranten würde ein Teil der Quote erfüllt, der Tschechien vor Monaten bei einer einmaligen Regelung zur Flüchtlingsverteilung zugestimmt habe, sagte Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) am Dienstag in Prag vor Journalisten. Eine Aufstockung dieser Quote lehnt der Regierungschef indes weiter ab. Zudem glaube er, dass die Übernahme von syrischen Flüchtlingen aus der Türkei nur eine einstweilige Erscheinung sei.

Die Türkei hatte beim jüngsten Treffen mit den EU-Ländern in Brüssel den Plan vorgelegt, alle illegalen Migranten zurücknehmen, die von ihrem Territorium aus in Griechenland ankommen. Nach einer Rücknahme syrischer Migranten sollte aber jeweils ein anderer Syrer von einem türkischen Flüchtlingscamp nach Europa abgegeben werden, hat Regierungschef Davatoglu vorgeschlagen. Bei einer solchen Regelung werde es sich ab sofort jeder Syrer zweimal überlegen, ob er sich für teures Geld von Schleppern nach Griechenland bringen lasse, ohne zu wissen, ob seine Flucht erfolgreich beendet werde oder nicht. Deshalb werde die direkte Abgabe von syrischen Flüchtlingen aus der Türkei nur eine vorübergehende Erscheinung sein, erklärte Sobotka.

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Leichtathletik: Speerwerfer Vadlejch gewinnt bei Diamond League in London

23-07-2016 11:24 | Till Janzer

Jakub Vadlejch hat beim Diamond-League-Meeting in London den Speerwurf-Wettbewerb gewonnen. Der tschechische Leichtathlet schleuderte den Speer am Freitagabend auf 85,72 Meter. Damit besiegte er unter anderem auch Olympiasieger Keshorn Walcott aus Trinidad. Für Vadlejch ist es der erste Sieg bei einem Diamond-League-Meeting. 

Umweltschützer: Zahl der Luchse in Böhmerwald stark gesunken

23-07-2016 11:15 | Till Janzer

Die Zahl der Luchse ist im Böhmerwald in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Dies haben tschechische Umweltschützer bei einem Treffen von Fachleuten zum Luchs im südböhmischen Prášily / Stubenbach bekannt gegeben. Derzeit würden in der Gegend rund 65 ausgewachsene Luchse leben, so Jan Piňos vom Verband Hnutí Duha (Bewegung Regenbogen). Vor 15 Jahren habe man in Südwestböhmen aber noch über 100 Exemplare der geschützten Wildkatze gezählt. Der bis zu 75 Zentimeter hohe Luchs wird am häufigsten durch Wilderer getötet und wenn er in Autos läuft. 

Restaurierung der Staatsoper: Sieben Firmen legen Angebot vor

23-07-2016 10:22 | Till Janzer

Sieben Firmen haben ein Angebot geschickt für die Restaurierung der Staatsoper in Prag. Dies berichtete die Presseagentur ČTK. Das Gebäude im Stil der Neorenaissance soll bis 2018 erneuert werden, die Kostenschätzung beläuft sich auf eine Milliarde Kronen (37 Millionen Euro). Über den Sieger der öffentlichen Ausschreibung entscheidet eine Kommission, die von der tschechischen Regierung eingesetzt wurde. Die Arbeiten sollen 27 Monate dauern, die Aufführungen der Staatsoper werden deswegen an andere Orte verlegt. Die Wiedereröffnung des Gebäudes ist für 2018 geplant.

Die Staatsoper hat ihren Sitz im Gebäude des früheren Neuen Deutschen Theaters. Dieses wurde 1886 bis 1887 errichtet. Die Pläne hatte ein Wiener Architektenbüro angefertigt. 

Angriff in München: Tschechien zieht Polizeistreifen aus Grenzgebiet wieder ab

23-07-2016 10:16 aktualisiert | Till Janzer

Die tschechische Polizei hat die zusätzlichen Streifen aus dem Grenzgebiet zu Deutschland wieder abgezogen. Nach den neuesten Informationen aus Bayern über den Angriff in München seien weitere Kräfte nicht mehr nötig, sagte Innenminister Milan Chovanec (Sozialdemokraten) am Samstagvormittag in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks. Am Freitag war die deutsche Polizei noch von drei flüchtigen Attentätern in München ausgegangen. Mittlerweile ist jedoch klar, dass ein Einzeltäter – ein 18-jähriger Deutsch-Iraner am Münchner Olympia-Einkaufszentrum getötet hatte. Nichtsdestotrotz trifft sich Innenminister Chovanec am Samstagvormittag mit Vertretern der tschechischen Nachrichtendiensten in Prag, um die Lage zu bewerten.

Währenddessen teilte das tschechische Außenministerium mit, dass keine tschechischen Staatsbürger bei dem Angriff in München getötet oder verletzt wurden. Bei dem Amoklauf des jungen Manns am frühen Freitagabend in und am Münchner Olympia-Einkaufszentrum sind neun Menschen ums Leben gekommen, 16 weitere wurden verletzt. Laut den Angaben der deutschen Polizei beging der Angreifer danach Selbstmord. 

Unzufrieden mit rigider Flüchtlingspolitik: Abgeordnete verlässt Partei Ano

22-07-2016 18:48 | Till Janzer

Aus Unzufriedenheit mit der rigiden Flüchtlingspolitik der tschechischen Regierung hat die Abgeordnete Kristýna Zelienková die Partei Ano verlassen. Dies schreibt die Presseagentur ČTK. Die 41-jährige Politikerin kündigte auf ihrem Facebook-Profil an, kommende Woche ihre Entscheidung näher zu erläutern.

Im vergangenen Herbst hatte Kristýna Zelienková beklagt, dass sich die Regierung in der Flüchtlingskrise meist negativ äußere. Es fehlten positive Vorschläge und der Wille zum Kompromiss innerhalb Europas. 

Polizeipräsident beim Rasen erwischt

22-07-2016 17:32 | Till Janzer

Polizeipräsident Tomáš Tuhý ist beim Rasen erwischt worden. Der ranghöchste Polizist in Tschechien ging seinen Kollegen ins Netz, als er in Ostrava / Ostrau mit seinem Dienstwagen deutlich zu schnell fuhr. Er sei bereit, vollumfänglich zusammenzuarbeiten und wie jeder Bürger die Folgen zu tragen, teilte der 44-Jährige am Freitag mit. Mit welchem Tempo er unterwegs war, wollte er nicht preisgeben. Ein Verfassungsrichter des Landes, der mit 96 Kilometern pro Stunde innerorts unterwegs war, kam derweil ungestraft davon. Der „Rekordmann“, wie ihn die Polizei nannte, ist durch Immunität geschützt. 

Das Wetter am Samstag, 22. Juli

22-07-2016 16:50 | Till Janzer

Am Samstag ist es in Tschechien heiter bis wolkig. Vor allem im Südwesten des Landes sind örtliche Schauer oder Gewitter möglich. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei Werten zwischen 25 und 29 Grad Celsius, im Südosten bis zu 31 Grad. In Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal 21 Grad Celsius erreicht. 

Flüchtlingskrise: Innenministerium will erneut Polizisten nach Ungarn schicken

22-07-2016 16:08 | Till Janzer

Wegen der Flüchtlingskrise will das Innenministerium erneut 50 tschechische Polizisten zum Grenzschutz nach Ungarn schicken. Zudem soll der Einsatz von 40 weiteren Polizeibeamten in Mazedonien verlängert werden. Sie sollen bis 11. September bleiben. Über einen entsprechenden Vorschlag will Innenminister Milan Chovanec in der kommenden Woche das Regierungskabinett abstimmen lassen. Dies schrieb der Sozialdemokrat über den Kurznachrichtendienst Twitter. Laut Chovanec haben Ungarn und Mazedonien selbst um die Entsendung der Polizisten gebeten.

Seit Ende vergangenen Jahres waren tschechische Polizeibeamte bereits zu neun Einsätzen im Ausland. Neben Mazedonien handelte es sich um Slowenien, Griechenland und Ungarn. 

Messerattacke in Prager Einkaufszentrum – Opfer zufällig ausgesucht

22-07-2016 15:01 | Till Janzer

Nach einer tödlichen Messerattacke auf eine Frau in einem Prager Einkaufszentrum geht die tschechische Polizei davon aus, dass das Opfer zufällig ausgewählt wurde. Die 54-Jährige war am Donnerstag beim Einkaufen in einem Warenhaus im Stadtzentrum erstochen worden. Die mutmaßliche Täterin sei wenige Stunden zuvor aus der Psychiatrie entlassen worden, teilte eine Polizeisprecherin am Freitag mit. Die Waffe habe sie sich direkt in dem Geschäft besorgt, sagte die Beamtin. Die 33-Jährige hätte die Klinik am Morgen in stabilisiertem Zustand verlassen, stellte ein Sprecher der Psychiatrie klar. Erst vor einem Jahr hatte ein Mann mit psychischen Problemen in Tschechien eine junge Bibliothekarin mit einem Messer umgebracht. 

Verkehrsminister plant 16 sichere Schwimmbereiche auf Moldaustauseen

22-07-2016 13:59 | Till Janzer

Die Stauseen der Moldau sollen sicherer werden für Schwimmer. Auf den Seen Orlík und Slapý entstehen deswegen insgesamt 16 umgrenzte Schwimmbereiche. Dies hat Verkehrsminister Dan Ťok (parteilos) entschieden. Hintergrund ist ein tödlicher Unfall vor knapp zwei Wochen, bei dem ein Jet-Ski in ein Ruderboot raste. Eine junge Frau kam dabei ums Leben. In den geplanten Schwimmbereichen sollen keine Motorboote fahren dürfen, zudem müssen sie in einer 50 Meter breiten Sicherheitszone die Geschwindigkeit auf zehn Stundenkilometer drosseln. 

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