Präsidentschaftskandidat Drahoš befürchtet Wahlbeeinflussung durch Geheimdienste

Der tschechische Präsidentschaftskandidat Jiří Drahoš hat die Befürchtung geäußert, dass die anstehende Präsidentenwahl in Tschechien durch gezielte Desinformationen ausländischer Geheimdienste beeinflusst werden könnte. Das erklärte Drahoš am Freitagmorgen während seines Besuchs am Amtssitz des Regierungschefs. Der scheidende Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) versicherte ihm gegenüber, dass er sich mit dieser Gefahr auseinandersetzen werde. Drahoš begründete seine Befürchtung mit der Einflussnahme, die der russische Geheimdienst bei den letzten Wahlen in den USA, in Frankreich und Deutschland ausgeübt habe. Sein Treff mit Sobotka habe lediglich einen präventiven Charakter gehabt, sagte der Präsidentschaftsanwärter auf einer Pressekonferenz.

Laut Mitteilung des tschechischen Geheimdienstes BIS liegen derzeit keine ernsthaften Informationen darüber vor, dass ausländische Spionagedienste die jüngsten Wahlen in Tschechien auf ungesetzliche Weise beeinflusst hätten oder es bei der Präsidentschaftswahl im Januar tun könnten. Das Risiko von auf Desinformationen basierenden Wahlkampagnen aber bestehe, räumte BIS nach Aussage seines Sprechers ein.