Präsident Zeman kritisiert Comicheft über Flüchtlinge

Präsident Miloš Zeman hat das Bildungsprojekt des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge (UNHCR) kritisiert, das in der Form eines Comicheftes und eines Films den Schülern die Lage der Flüchtlinge näher bringen soll. In einer Diskussionssendung des privaten TV-Senders Prima bezeichnete Zeman das Projekt als „idiotisch und gefährlich“. Er sei der Meinung, dass der Comic genauso naiv wie die bolschewistische Propaganda sei, so Zeman. Das Comicheft vereinfacht seinen Worten zufolge die Situation. Das Comicheft erzählt von der Flucht eines jungen Afghanen nach Schweden. Zeman erklärte, dass jede „dumme Propaganda“ gefährlich ist.

Das Projekt über die Migration, das für Schüler bestimmt ist, brachte eine gemeinnützige Organisation nach Tschechien. Das Projekt enthält zudem eine fiktive Geschichte darüber, wie zehn Millionen Tschechen nach einer Nuklearkatastrophe ihre Heimat verlassen müssen. Bildungsministerin Kateřina Valachová (Sozialdemokraten) sagte zuvor, sie werde nicht zulassen, dass Kinder erschreckt oder in eine ernste gesellschaftliche Debatte hineingezogen werden. Sie erklärte, dass das Ministerium mit den Materialien nichts gemeinsam hat und sie finanziell nicht unterstützte.