Nachrichten Präsident Zeman kritisiert Comicheft über Flüchtlinge

24-01-2016 14:46 | Martina Schneibergová

Präsident Miloš Zeman hat das Bildungsprojekt des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge (UNHCR) kritisiert, das in der Form eines Comicheftes und eines Films den Schülern die Lage der Flüchtlinge näher bringen soll. In einer Diskussionssendung des privaten TV-Senders Prima bezeichnete Zeman das Projekt als „idiotisch und gefährlich“. Er sei der Meinung, dass der Comic genauso naiv wie die bolschewistische Propaganda sei, so Zeman. Das Comicheft vereinfacht seinen Worten zufolge die Situation. Das Comicheft erzählt von der Flucht eines jungen Afghanen nach Schweden. Zeman erklärte, dass jede „dumme Propaganda“ gefährlich ist.

Das Projekt über die Migration, das für Schüler bestimmt ist, brachte eine gemeinnützige Organisation nach Tschechien. Das Projekt enthält zudem eine fiktive Geschichte darüber, wie zehn Millionen Tschechen nach einer Nuklearkatastrophe ihre Heimat verlassen müssen. Bildungsministerin Kateřina Valachová (Sozialdemokraten) sagte zuvor, sie werde nicht zulassen, dass Kinder erschreckt oder in eine ernste gesellschaftliche Debatte hineingezogen werden. Sie erklärte, dass das Ministerium mit den Materialien nichts gemeinsam hat und sie finanziell nicht unterstützte.

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Zentralbank setzt Deviseninterventionen fort

29-09-2016 14:02 | Markéta Kachlíková

Die Tschechische Nationalbank will ihre Deviseninterventionen weiter fortsetzen. Darüber hat der Bankenrat am Donnerstag entschieden. Die Zentralbank verfolgt damit seit 2013 das Ziel, die Deflation zu verhindern und den Wechselkurs der Krone nahe der Marke von 27 Kronen je Euro zu halten. Wie der Sprecher der Bank, Marek Zeman, außerdem mitteilte, blieben die Zinssätze weiterhin auf einem Rekordtief. Nach früheren Informationen des Bankenrates sei mit der Aufhebung der Maßnahme im zweiten Halbjahr 2017 zu rechnen. 

Tschechien übernimmt vorerst keine Flüchtlinge aus Mittelmeerländern

29-09-2016 13:03 | Markéta Kachlíková

Tschechien wird bis Jahresende keine weiteren Flüchtlinge aus Griechenland und Italien übernehmen. Man werde niemandem den Zutritt zum Staatsgebiet der Tschechischen Republik erlauben, der hier nicht sein möchte oder die Sicherheitsüberprüfung nicht bestehe, sagte Innenminister Milan Chovanec der Zeitung Právo am Donnerstag. Deutschland müsse dafür Verständnis haben, merkte er nach einem Gespräch mit seinem Kollegen Thomas de Maizière in Berlin an. Nach dem vor einem Jahr beschlossenen EU-Verteilschlüssel entfallen 2978 Schutzsuchende auf Tschechien. Angekommen sind davon bisher zwölf Personen. Die Mitte-Links-Regierung in Prag hatte die Umverteilung innerhalb Europas abgelehnt, will aber anders als die Slowakei und Ungarn nicht dagegen vor Gericht ziehen. 

Fünf Abfangjäger zur Island-Mission abgeflogen

29-09-2016 12:43 | Markéta Kachlíková

Eine tschechische Jagdflugzeug-Einheit ist am Donnerstag zu einer weiteren Island-Mission aufgebrochen. Es ist bereits die dritte in der jüngsten Vergangenheit. Fünf Abfangjäger vom Typ JAS-39 Gripen starteten am Vormittag vom Stützpunkt im mittelböhmischen Čáslav. Der Großteil des Teams war bereits am Sonntag abgeflogen. Die Einheit wird bis zum 10. November den Luftraum über dem Nato-Land im Arktischen Ozean beschützen. Sie wird auf dem Stützpunkt Keflavik stationiert sein. Über Island zum Einsatz kommen werden vier Abfangjäger, die fünfte Gripen-Maschine ist das Reserveflugzeug. An der Mission sind insgesamt 75 Soldaten aus Tschechien beteiligt. 

Tennis: Strýcová folgt Kvitová ins Viertelfinale von Wuhan

29-09-2016 10:17 | Lothar Martin

Nach Petra Kvitová hat auch Tennisspielerin Barbora Strýcová den Sprung ins Viertelfinale des WTA-Turniers im chinesischen Wuhan geschafft. Die 30-jährige Tschechin bezwang am Donnerstag die ehemalige Weltranglistenerste Jelena Janković aus Serbien in drei Sätzen mit 1:6, 6:4 und 7:5. Die Gegnerin von Strýcová in der Runde der besten Acht wird die Siegerin des Duells zwischen Landsfrau Karolína Plíšková und der Slowakin Dominika Cibulková sein. Auch dieses Match ist wegen Regens am Mittwoch verschoben worden. Als erste Tschechin hatte Petra Kvitová das Viertelfinale erreicht. Auf dem Weg dorthin schaltete sie am Mittwoch die aktuelle Weltranglistenerste Angelique Kerber aus Deutschland nach einer dramatischen Begegnung aus, die dreieinhalb Stunden dauerte. 

Aussichtsturm am Berg Bučina über Lázně Kyselka erneut begehbar

29-09-2016 09:45 | Lothar Martin

Den steinerne Aussichtsturm am Berg Bučina (582 m ü. d. M.) zirka einen Kilometer südlich von Lázně Kyselka / Gießhübl-Sauerbrunn bei Karlovy Vary / Karlsbad ist wieder begehbar. Nach einer umfassenden Rekonstruktion und Sanierung wurde das beliebte Wanderziel am Mittwoch erneut für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der feierlichen Wiedereröffnung des Touristenmagneten wohnten rund 200 Menschen bei.

Den Aussichtsturm hatte im Jahre 1880 Heinrich Mattoni erbauen lassen. Dieser hatte Gießhübl-Sauerbrunn samt Umgebung vom Adelsgeschlecht der Czernin erworben. Der Hügel Bučina erfreute sich damals des regen Interesses der Kurgäste – sein Nordhang durchzog ein regelrechtes Netz von Spazierwegen mit Raststellen, Altanen und Aussichtspunkten. Vom Aussichtsturm selbst bot sich damals ein herrlicher Blick auf Karlsbad auf der einen und auf das Erzgebirge auf der anderen Seite. Das ist auch jetzt wieder der Fall.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der vernachlässigte Turm nach und nach von Bäumen überwachsen. Dieser Zustand dauerte bis 2003 an, als ihn das Gemeindeamt Kyselka wiederherstellen ließ. Die Sanierung führte die tschechische Firma Vojenské lesy a statky (VLS) aus. Die Kosten der Reparaturarbeiten wurden mit 800.000 Kronen (ca. 30.000 Euro) beziffert. 

Londoner Gericht legt Prozessbeginn im Todesfall Zdeněk M. fest

29-09-2016 09:20 | Lothar Martin

Im Fall des in London getöteten Tschechen Zdeněk M. hat ein Gericht der britischen Metropole mittlerweile den Beginn des Prozesses gegen den Hauptverdächtigen der Tat festgelegt. Demzufolge werde der Prozess am 20. März kommenden Jahres gegen einen 29-jährigen Mann aufgenommen, der für den Tod des Tschechen in London verantwortlich sein soll, berichtete die britische Zeitung East London Advertiser. Der vermutliche Täter Raymond S. wurde vergangenen Freitag von der Polizei verhaftet. Zwei weitere Verdächtige, ein 19 und ein 16 Jahre alter Mann, konnten nach Zahlung einer Kaution die Untersuchungshaft verlassen.

Am Abend des Mittwoch vergangener Woche geriet der Tscheche vor einem Fast-Food Restaurant im Ostlondoner Stadtteil Poplar mit einer Gruppe von Jugendlichen in Streit. Diese schlugen anschließend mit Gegenständen auf ihn ein, sodass er kurz darauf seinen Verletzungen erlag. In der katholischen Kirche des Stadtteils Poplar wird am Samstag eine Messe zum Andenken an den Toten gehalten. 

Vier kleinere Demos gegen den Islam zum Feiertag in Tschechien

29-09-2016 08:31 | Lothar Martin

Rund 250 Menschen haben am Mittwoch, dem Tag der tschechischen Staatlichkeit, in Prag gegen die Islamisierung Europas demonstriert. Weitere Demonstrationen zur gleichen Thematik fanden in Plzeň / Pilsen, Most / Brüx und Ostrava / Ostrau statt. Die meisten Menschen, Schätzungen zufolge 400, versammelten sich dabei im nordböhmischen Most. Die Redner auf den Kundgebungen kritisierten die Regierungspolitik oder sprachen sich gegen die Europäische Union aus. Den Organisatoren zufolge sollte mit den Demonstrationen in Tschechien eine Serie von Kundgebungen gegen den Islam in ganz Europa gestartet werden. Bei der Demo in Ostrau warf der Chef der Splitterpartei Úsvit, Miroslav Lidinský, dem Kabinett von Premier Bohuslav Sobotka vor, mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel zu kollaborieren. 

Innenminister Chovanec zu Arbeitsbesuch nach Berlin abgereist

28-09-2016 19:07 | Lothar Martin

Tschechiens Innenminister Milan Chovanec (Sozialdemokraten) ist am frühen Mittwochagabend zu einem Arbeitsbesuch nach Deutschland abgereist. In Berlin trifft er mit seinem Amtskollegen Thomas de Maizière zusammen. In den Gesprächen mit de Maizière wolle er das mögliche Zusammenwirken Tschechiens mit dem Nachbarstaat bei der Repatriierung von Migranten aus Deutschland erörtern. Zudem wolle er die Unterstützung für ein besseres Funktionieren der sogenannten Hotspots (Einrichtungen zur Registrierung von Flüchtlingen in Europa) erhalten, sagte Chovanec vor seiner Abreise in Prag gegenüber Journalisten. Auf die Frage eines Medienvertreters bezüglich der Flüchtlingsquoten erwiderte der Innenminister, dass Tschechien nicht plane, bis zum Jahresende Emigranten anhand der von der EU beschlossenen Quoten aufzunehmen.

Hintergrund des Besuchs von Chovanec ist der neue Deutsch-Tschechische Polizeivertrag, der am 1. Oktober in Kraft tritt. Der neue Vertrag regelt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den Polizei- und Zollbehörden. Polizeibeamte können künftig bei gemeinsamen Einsätzen Hoheitsrechte auf beiden Seiten der Grenze ausüben. Der Vertrag wurde am 28. April 2015 von beiden Innenministern unterzeichnet. 

Tennis: Kvitová bezwingt Kerber nach Top-Match in Wuhan

28-09-2016 18:36 | Lothar Martin

Tennisspielerin Petra Kvitová hat im Achtelfinale des WTA-Turniers im chinesischen Wuhan die Weltranglistenerste Angelique Kerber aus Deutschland ausgeschaltet. In einem packenden Match bezwang Kvitová die 28-jährige Kielerin am Mittwoch in drei Sätzen mit 6:7, 7:5, 6:4. Die dramatische Begegnung dauerte dreieinhalb Stunden. Nach drei Niederlagen in Folge landete die Tschechin den ersten Sieg gegen Kerber. Nach zehn Duellen der beiden Linkshänderinnen lautet die Bilanz nun 5:5. Im Viertelfinale trifft die zweimalige Wimbledonsiegerin auf die Britin Johanna Konta.

Beim Turnier in Wuhan ebenfalls noch im Turnier sind die Tschechinnen Karolína Plíšková und Barbora Strýcová. Wegen Regens wurden ihre Partien jedoch auf Donnerstag verschoben. Das Viertelfinale des Turniers in Taschkent bereits erreicht haben mit Kristýna Plíšková und Denisa Allertová zwei weitere Spielerinnen aus Tschechien. 

Tschechiens Politikgarde kondoliert zum Tod von Israels Staatsgründer Peres

28-09-2016 17:22 | Lothar Martin

Spitzenpolitiker aus aller Welt huldigen dem ehemaligen israelischen Präsidenten, Premier und Friedensnobelpreisträger Shimon Peres, der am Mittwoch im Alter von 93 Jahren verstorben ist. Peres starb an den Folgen eines Schlaganfalls, den er vor zwei Wochen erlitten hat. Er war der letzte bis dato lebende Gründer des Staates Israel.

Shimon Peres war das Symbol des Staates und die Hoffnung auf einen gerechten und friedlichen Nahen Osten, schrieb der tschechische Präsident Miloš Zeman in dem Kondolenzschreiben an seinen israelischen Amtskollegen Reuven Rivlin. Nach Aussage von Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) brauche der Nahe Osten einen Politiker, wie es Peres war, um die Gewalt und den religiösen Fundamentalismus in der Region zu überwinden. Vor Journalisten in Ostrava / Ostrau erinnerte Sobotka an den Friedensnobelpreis, den Peres für sein historisches Friedensabkommen mit Palästina erhalten hat. Als einen außergewöhnlichen Staatsmann und visionären Friedenspolitiker bezeichnete Außenminister Lubomír Zaorálek (Sozialdemokraten) den verstorbenen Israeli. Zaorálek wird auch von tschechischer Seite am Begräbnis für Shimon Peres am Freitag in Tel Aviv teilnehmen. 

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