Politiker verurteilen Eingriff der Polizei bei Zemans Meeting

Mehrere Politiker haben am Donnerstag den Eingriff der Polizei gegen einen Mann verurteilt, der am Mittwoch während des Meetings von Präsident Zeman in Lipník nad Bečvou ein Lied aus dem Fenster spielen ließ. Einige halten es für eine Rückkehr vor 1989. Der Parteichef der Bürgerdemokraten Petr Fiala stellte via Twitter die Frage, ob es sich nicht um eine Nachricht von 1977 handelt. Ähnlich äußerte sich der Europaabgeordnete und Ex-Justizminister Jiří Pospíšil (Top 09). Der Top-09-Chef Miroslav Kalousek schlug einen „komparativen Versuch“ vor. Er schlage vor, das nächste Mal die russische und chinesische Nationalhymne laut zu spielen, so Kalousek. Wir werden sehen, wie die Polizei reagieren wird, fügte er hinzu.

Eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 15000 Kronen (590 Euro) droht Jaroslav Hensl dafür, dass er am Mittwoch während des Meetings im Rahmen des Protestes gegen Zeman das Lied „Gebet für Marta“ spielte. Das Lied erklang aus einem Raum im ersten Stock eines Hauses auf dem Marktplatz. In den Raum sind acht schwarz gekleidete Männer eingedrungen und haben Hensl verhaftet. Eine der Protestierenden, die Tochter des ehemaligen Dissidenten und Ex-Innenministers Tomáš Hradílek, erstattete wegen dem Eingriff Strafanzeige gegen Unbekannt. Hradílek trat vor acht Tagen in Hungerstreik aus Protest gegen Zemans erneute Präsidentschaftskandidatur.