Parlamentsausschuss: Nowitschok wurde in Tschechien weder hergestellt noch gelagert

Das Nervengift Nowitschok ist in Tschechien weder hergestellt noch gelagert worden. Das schreibt der außenpolitische Ausschuss des Abgeordnetenhauses in einer Resolution vom Donnerstag. Wie Verteidigungsministerin Karla Šlechtová nach der Sitzung des Ausschusses konkretisierte, ließe sich die mikrosynthetische Anfertigung von Nowitschok für Laborzwecke nicht als Herstellung und Lagerung bezeichnen.

Der Parlamentsausschuss widersprach damit Staatspräsident Miloš Zeman. Dieser hatte vergangene Woche gesagt, dass den Informationen des Militärnachrichtendienstes nach Nowitschok in Tschechien in kleinen Mengen hergestellt und gelagert worden sei. Um künftig Fehlinformationen zu vermeiden riet der Ausschuss nun Zeman, sich in Zukunft zunächst mit der Regierung oder den Nachrichtendiensten abzustimmen.

Mit dem ursprünglich sowjetischen Nervengift Nowitschok waren Anfang März der ehemalige Doppelagent Sergei Skripal und seine Tochter Julija vergiftet worden. Die Tat ereignete sich im britischen Salisbury.