Nachrichten Nachrichten

05-12-2011 20:10 | Martina Schneibergová

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Petr Lessy bleibt weiter tschechischer Polizeipräsident

Der tschechische Polizeipräsident Petr Lessy wird seinen Posten behalten. Innenminister Kubice hatte von Lessy einen Rücktritt verlangt, sollte er sich weigern Änderungen durchzuführen. Am Montag hatte Lessy dem Innenminister nun Vorschläge für Änderungen vorgelegt. Daraufhin einigten sich beide und Kubice zog seine Forderung nach einem Rücktritt Lessys zurück. Der Innenminister erklärte, der Polizeipräsident habe ihn mit seiner positiven Haltung sehr überrascht. Lessy stimmte unter anderem zu, die Zahl seiner Stellvertreter von vier auf drei zu reduzieren, was er bislang ablehnte. Außerdem soll die Zahl der Beamten im Polizeipräsidium von 600 auf rund 500 sinken.

Szenario à la NERV: Bei tiefer EU-Krise sollte Arbeitswoche in Tschechien verkürzt werden

Der Nationale Wirtschaftsrat der Regierung (NERV) und das Finanzministerium in Prag haben mehrere Szenarien ausgearbeitet für den Fall, dass Tschechien aufgrund der wirtschaftlichen Probleme in Europa in Schwierigkeiten kommen könnte. Der Maßnahmenkatalog der beiden Institutionen sieht unter anderem eine Kodifikation des ausgeglichenen Haushalts, die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 20 Prozent oder eine Kürzung der Arbeitswoche in den Firmen vor, schreib die Tageszeitung „Hospodářské Noviny“ in ihrer Montagausgabe. Dem Blatt zufolge haben Rat und Ministerium die Szenarien für drei mögliche Entwicklungen sowie ein Katastrophenszenario vorbereitet. Letzteres gelte für den Fall, sollte in Europa der systematische Kollaps eintreten, weil die Eurozone zerfällt und Banken keine Kredite mehr vergeben würden, hieß es. Laut „Hospodářské Noviny“ schlügen beide Institutionen vor, dass Tschechien auch im schlimmsten Krisenfall von massiven Geldanleihen absehen sollte. „Wenn wir dann die Wirtschaft wieder ankurbeln müssen, dann nur zu Lasten des Verbrauchs“, wird Finanzminister Miroslav Kalousek zitiert.

Tschechien und Russland unterzeichnen Verträge über Eisenbahnbau und neue Kraftwerke

Tschechien und Russland werden während des bevorstehenden Besuchs des russischen Staatspräsidenten Dmitri Medwedew in Prag Verträge über Eisenbahnbau und die Errichtung neuer Kraftwerke unterzeichnen. Informationen des tschechischen Industrie- und Handelsministeriums zufolge sollen tschechische Firmen eine rund 390 Kilometer lange Bahnstrecke im Ural bauen und im Nordural und in Sotschi sollen von tschechischen Baufirmen Gas- und Dampfkraftwerke errichtet werden. Insgesamt wird es sich um Wirtschaftsabkommen im Wert von mehreren Milliarden Kronen handeln.

Dmitri Medwedew wird am Mittwoch zu einem Besuch in Prag erwartet. Die Unterzeichnung der Verträge sowie weitere Gespräche werden am Donnerstag auf der Prager Burg stattfinden. Medwedew wird mit seinem tschechischen Amtskollegen Václav Klaus und mit Premier Petr Nečas zusammentreffen.

Zeitung „HN“ zu Wahlen in Russland: Der Opposition die Hand reichen

Zur Dumawahl in Russland schreibt die liberale Wirtschaftszeitung „Hospodářské Noviny“ aus Prag am Montag: „Es übersteigt die Fähigkeiten der derzeitigen Regierungsgarnitur, Korruption und Kapitalflucht zu bekämpfen und die Menschen unter einer überzeugenden Idee zu vereinen. Die Wähler nehmen zu Recht an, dass auch die machtlose Opposition der Intellektuellen diese Probleme nicht lösen kann. Das Land ist zu groß und die Tentakel der Mafia sind zu stark verwachsen. Ohne die solidarische Unterstützung von Menschen im Ausland, die bereit sind, der russischen Demokratiebewegung die Hand über die Köpfe der Politiker hinweg zu reichen, wird der Wandel nur langsam vorangehen.

Dabei ist es im Interesse aller europäischen Länder, in Russland einen stabilen und verlässlichen Nachbarn und Handelspartner zu haben, als Quelle von Rohstoffen und als Absatzmarkt von Produkten. Die Destabilisierung dieser Region hat zu jeder Zeit Millionen von Menschenleben gekostet, und das, als es noch keine Massenvernichtungswaffen gab.“

Slowakische Ärztegewerkschaften kritisieren Entsendung tschechischer Ärzte in die Slowakei

Die slowakischen Ärztegewerkschaften kritisierten die tschechische Regierung wegen der Entsendung tschechischer Militärärzte in die Slowakei. In der Slowakei hatte eine Vielzahl der Ärzte gekündigt, woraufhin die Regierung zum ersten Mal in der Geschichte des Landes den Notstand ausrief. Tschechien hatte daraufhin Militärärzte zur Hilfe entsendet. Die Hilfe der tschechischen Ärzte in den slowakischen Krankenhäusern verglich der Chef der slowakischen Ärztegewerkschaft Marian Kollár gegenüber dem privaten slowakischen TV-Sender „Markíza“ mit der Ankunft der Okkupationsarmeen im Jahre 1968. 30 tschechische Ärzte helfen seit vergangenem Samstag in einigen slowakischen Krankenhäusern vor allem bei akuten Fällen. Es wird damit gerechnet, dass die tschechischen Spezialisten in der Slowakei nur einige Tage lang bleiben werden. Den Notstand, den die slowakische Regierung wegen Ärztekündigungen ausgerufen hat, könnte am Mittwoch aufgehoben werden.

Fluggesellschaft ČSA wird 100 Piloten entlassen

Die tschechische Fluggesellschaft ČSA wird bis zu 100 Piloten entlassen, die derzeit regelmäßige Flugrouten bedienen. Über die bevorstehende Entlassung eines Drittels der Piloten informierte die ČSA-Sprecherin Hana Hejsková am Montag. Die Fluggesellschaft überführt elf Flugzeuge in ihre Tochtergesellschaft Holiday Czech Airlines, die Charterflüge anbietet. Bei der Charter-Fluggesellschaft werden wiederum rund 100 Arbeitsstellen entstehen. Die bevorstehende Umstrukturierung hatte bereits vergangene Woche zu Protesten der ČSA-Piloten geführt. Laut der Tschechischen Pilotenvereinigung (CZALPA) führt die Abgabe der Flugzeuge zu einer Gefährdung der Marktstellung der ČSA. Die Piloten forderten die Parlamentarier am Montag in einem offenen Brief zu einer schnellen Suche nach einem strategischen Partner für die Fluggesellschaft auf.

Ex-Präsident Havel konnte aus Gesundheitsgründen nicht an einer karitativen Veranstaltung in Prag teilnehmen

Ex-Präsident Václav Havel hatte am Wochenende Fieber und konnte deswegen nicht an der Präsentation einer DVD am Montag in Prag teilnehmen. Bei einem karitativen Basar wurde in Prag eine DVD mit dem Konzert feierlich vorgestellt, das anlässlich des 20. Jahrestags der Samtenen Revolution von 1989 in Prag stattfand. Den Ex-Präsidenten vertrat bei der Veranstaltung seine Frau Dagmar, die die Teilnehmer über Václav Havels Gesundheitszustand informierte. Die Präsentation wurde von der von Ehepaar Havel gegründeten Stiftung Vize 97 organisiert. Der Ex-Präsident, der seit einigen Monaten vorwiegend in seinem Ferienhaus in Hrádeček bei Trutnov lebt, soll erst am kommenden Freitag nach Prag kommen. Am Samstag soll Havel mit dem Dalai Lama zusammentreffen, der auf seine Einladung Tschechien besuchen wird.

SVS: Auf tschechischem Markt taucht von Listerien befallener Käse aus Österreich auf

Auf dem tschechischen Markt tauchte österreichischer Käse auf, der die gefährlichen Listerien enthalten soll. Dies teilte der Sprecher der staatlichen Veterinärbehörde (SVS), Josef Duben, am Montag mit. Es handele sich, so der Sprecher, um das Produkt Spar Natur pur Bergkäse 200 Gramm-Packung mit dem Verbrauchsdatum 9. Februar 2012. Die Lieferung war Duben zufolge für die Supermarktkette Spar bestimmt. Die Behörde erhielt die Information vom Europäischen Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF). Die Bakterien wurden angeblich nur auf der Oberfläche einiger Produkte gefunden. Die Bakterie Listeria monocytogenes kann eine Infektionserkrankung vor allem bei Schwangeren, Senioren und Menschen mit geschwächter Immunität auslösen.

ČSÚ: Durchschnittslohn in Tschechien auf umgerechnet 950 Euro gestiegen

Der durchschnittliche Lohn in Tschechien ist im dritten Quartal dieses Jahres um 562 Kronen gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das ist ein Lohnanstieg von 2,4 Prozent. Der Durchschnittslohn liegt jetzt bei 24.089 Kronen, was in etwa 950 Euro entspricht. Inflationsbereinigt beträgt die Lohnsteigerung allerdings nur 0,6 Prozent, informierte das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Montag. Nach Aussage von Analytikern liegt das Einkommen von zwei Dritteln der Beschäftigten unter dem Landesdurchschnitt.

Anglerunglück im Lipno-Stausee: Zwei vermisste Deutsche weiterhin gesucht

Rettungskräfte der tschechischen Polizei suchen am und im südböhmischen Lipno-Stausse weiterhin nach zwei vermissten deutschen Männern. Die beiden Vermissten und ein dritter junger Deutscher im Alter von 21 bis 25 Jahre waren am frühen Samstagabend zum Angeln auf den See gefahren, bis ihr Boot umkippte. Dem dritten jungen Mann ist es danach gelungen, bis auf die so genannte Tajvan-Insel zu schwimmen. Völlig entkräftet wurde er dort am Sonntagmorgen von den Rettungskräften aufgefunden. Von de zwei anderen Vermissten fehlt bisher jede Spur. Die ganztägige Suche nach den beiden Männern, bei der auch Taucher, Spürhunde und ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera im Einsatz waren, verlief am Sonntag erfolglos. Am Montagmorgen wurde die Suche durch Polizisten, Feuerwehrleute und Wasserschutzhelfer fortgesetzt.

Das Wetter am Dienstag: bewölkt mit Schneeschauern, 1 - 5 Grad

Am Dienstag ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt mit Schnee- und Regenschauern. Die Tageshöchstwerte liegen bei 1 bis 5 Grad Celsius, in Lagen über 1000 Metern bei Minus 1 Grad Celsius. In den Bergen kann sich Glatteis bilden.

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