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28-10-2011 23:59 | Martina Schneibergová

Schriftsteller und Diplomat Jiří Gruša gestorben

Im Alter von 72 Jahren ist am Freitag in Deutschland der tschechische Schriftsteller und Diplomat Jiří Gruša gestorben. Der ehemalige Dissident und Freund von Ex-Präsident Václav Havel lebte zuletzt in der Nähe von Bonn. Nach Angaben des tschechischen PEN-Klubs ist Gruša ist im Laufe einer Herzoperation gestorben.

Jiří Gruša stammte aus Pardubice. Sein politisches Engagement führte ihn zur Unterzeichnung der Charta 77. 1981 wurde er ausgebürgert und lebte danach im Exil in Deutschland. Nach der Wende von 1989 war er tschechischer Botschafter in Deutschland und in Österreich. Ein halbes Jahr war er tschechischer Bildungsminister. Gruša war auch Leiter der Diplomatischen Akademie in Wien und Präsident des Internationalen PEN-Klubs. Neben seiner literarischen und diplomatischen Arbeit war er auch ein hervorragender Übersetzer. Er übersetzte ins Tschechische unter anderem Rainer Maria Rilke und Franz Kafka.

Ex-Präsident Václav Havel schrieb auf seiner Webseite, er sei durch den plötzlichen Tod seines langjährigen Freundes schockiert. Er denke an Gruša als an einen seiner nahe stehenden Menschen, die er sehr geachtet habe, so Havel.

"Für das tschechische Zentrum des internationalen PEN-Klubs ist das ein harter Schlag und eine große Trauer. Wir hatten ihn wirklich sehr gern", sagte der Chef des tschechischen PEN-Klubs Jiří Dědeček im Zusammenhang mit Grušas Tod.

Jiří Šitler vom tschechischen Außenministerium erklärte gegenüber der Presseagentur dpa, Jiří Gruša habe sich um die deutsch-tschechischen Beziehungen sehr verdient gemacht. Gruša habe vor allem beim bilateralen Nachbarschaftsabkommen von 1992 eine wichtige Rolle gespielt, so Šitler.

Präsident Klaus nimmt an Feierlichkeiten zum 93. Jahrestag der Staatsgründung teil

Am Freitag wurde in Tschechien mit einem Staatsfeiertag an die Gründung der unabhängigen Tschechoslowakei am 28. Oktober 1918 erinnert. Die offiziellen Feierlichkeiten zum 93. Jahrestag der Staatsgründung begannen am Morgen mit einem Gedenkakt von Staatspräsident Václav Klaus auf dem Prager Vítkov-Hügel. Klaus wurde dabei von den Vorsitzenden der beiden Parlamentskammern, Miroslava Němcová und Milan Štěch, und vom Prager Erzbischof Dominik Duka begleitet. An der Eröffnung der Feierlichkeiten der Staatsgründungen nahmen auf dem Vítkov-Hügel auch einige Regierungsmitglieder sowie Vertreter der Armee, der politischen Gefangenen und der Kriegsveteranen teil.

Präsident Klaus nimmt auf der Burg den Eid von 500 neuen Soldaten ab

Präsident Václav Klaus hat am Freitag auf der Prager Burg den Eid von 500 neuen Soldaten der tschechischen Armee abgenommen. Der festliche Eid war Bestandteil der Feierlichkeiten zum 93. Jahrestag der Staatsgründung. Der Präsident ernannte danach drei neue Generäle. Verteidigungsminister Alexandr Vondra erinnerte bei dieser Gelegenheit daran, dass eine aktionsfähige und gut ausgebildete Armee für das Funktionieren jedes Staates notwendig ist. Der militärische Eid stelle auch eine moralische Verpflichtung dar, so Vondra. Der Begriff der Heimat dürfe, so der Verteidigungsminister weiter, insbesondere für einen Soldaten kein leerer Begriff, sondern ein Wert sein, den man achten und verteidigen müsse. Die Feierlichkeiten erreichen am Freitagabend auf der Prager Burg den Höhepunkt. Im Vladislav-Saal verleiht der Staatspräsident die höchsten.

Am 28. Oktober 1918 hatte der Nationalrat im Prager Gemeindehaus eine Unabhängigkeitserklärung verabschiedet und damit den tschechoslowakischen Staat ins Leben gerufen.

Premier Nečas legt Kranz am Masaryk-Denkmal in Washington nieder

Der tschechische Premier Petr Nečas hat am Freitag den Menschen in Tschechien anlässlich des Staatsfeiertags gewünscht, dass sie Probleme bewältigen, die sie wegen der schwierigen ökonomischen Lage haben. Das sagte der Premier in Washington, wo er zum Abschluss seines zweitägigen Besuchs in den USA einen Kranz am Denkmal des ersten tschechoslowakischen Staatspräsidenten Tomáš Garrigue Masaryk niederlegte. Die Masaryk-Statue entstand dank der Gesellschaft der Amerikanischen Freunde der Tschechischen Republik. Sie wurde 2002 enthüllt. Nečas unterstrich des Weiteren die Bedeutung der tschechisch-amerikanischen Beziehungen.

Obama und Nečas sprachen über AKW Temelín und Ausbildung der Nato-Piloten in Tschechien

Die Erweiterung des südböhmischen Atomkraftwerks Temelín und die Entstehung eines Nato-Zentrums für die Pilotenausbildung in Tschechien waren das Hauptthema der Gespräche, die der tschechische Premier Petr Nečas mit US-Präsident Barack Obama am Donnerstag in Washington führte. Obama sprach seine Unterstützung für die amerikanische Teilnahme an der Ausschreibung aus. Was Temelín anbelangt, versicherte der tschechische Premier den US-Präsidenten, dass in Tschechien eine transparente öffentliche Ausschreibung verlaufen wird. Zu den wahrscheinlichen Berwerbern um den Auftrag für die Erweiterung des AKW Temelín gehören neben der japanisch-amerikanischen Firma Westinghouse, auch der französische Konzern Areva und ein tschechisch-russisches Konsortium aus Škoda JS, Atomstrojexport und Gidropress.

Nečas sprach mit Obama des Weiteren über den bevorstehenden Nato-Gipfel in Chicago. Der Premier bekundete das Interesse Tschechiens an der Errichtung eines Ausbildungszentrums für Nato-Piloten im ostböhmischen Pardubice.

US-Präsident Obama: Tschechien ist ein wirklicher Verbündeter der USA

US-Präsident Barack Obama bezeichnete die Tschechische Republik als einen wirklichen Verbündeten der USA. Das sagte der US-Präsident zur Eröffnung seines Treffens mit dem tschechischen Premier Petr Nečas am Donnerstag in Washington. Obama würdigte den Einsatz tschechischer Soldaten in Afghanistan sowie die Zusammenarbeit Tschechiens und der USA im Sicherheitsbereich. Dem US-Präsidenten zufolge sind auch die wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder gut. Er sehe jedoch noch Möglichkeiten für deren weitere Vertiefung, so Obama.

Der tschechische Premier hielt vor seinem Treffen mit Obama auf der Konferenz mit dem Titel „EU-Forum – Washington“ eine Rede über die transatlantischen Beziehungen aus der Sicht Mitteleuropas. Nečas traf zudem mit dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des US-Senats John Kerry zusammen.

Chef der Freiheitskämpfer Vodička: Sozial Ausgeschlossene stellen größere Gefahr als Terrorismus dar

Der Chef des Verbandes tschechischer Freiheitskämpfer (ČSBS) Jaroslav Vodička kritisierte die Sozialpolitik des Staates und warnte vor den Extremisten. In seiner Rede auf der Versammlung zum 93. Jahrestag der Staatsgründung im Prager Nationalmuseum sagte er, dass die sozial ausgeschlossenen Menschen eine größere Gefahr für die Republik als der Terrorismus darstellen. Vodička erklärte, die sozialen Unruhen im Schluckenauer Zipfel dürfe man nicht unterschätzen. An der Versammlung nahmen auch die Vorsitzenden der beiden Parlamentskammern, Miroslava Němcová und Milan Štěch, teil.

Kvitová qualifiziert sich nach Sieg über Wozniacki für Halbfinale des Masters

Die tschechische Tennisspielerin Petra Kvitová hat sich für das Halbfinale des WTA-Masters in Istanbul qualifiziert. Am Donnerstag siegte die Wimbledon-Siegerin über die Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki mit 6:4 und 6:2. Für Kvitová war es in diesem Jahr bereits der 16. Sieg in der Halle. Ins Halbfinale des Masters qualifizierte sich zuvor auch die Weißrussin Wiktoria Asarenka, die die Chinesin Li Na mit 6:2 und 6:2 besiegte.

Das Wetter am Samstag, 29.10.: bewölkt, 6 – 10 Grad Celsius

Am Samstag ist es in Tschechien meist bewölkt, mit teils Schauern. Im Bergland ist es fast heiter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 6 bis 10 Grad Celsius.

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