Nachrichten Nachrichten
- Im Prager Veitsdom wurde der Opfer der Attentate von Norwegen gedacht
- Chef des Ökumenischen Kirchenrats Ruml hofft an eine Einigung bei der Rückgabe des Kircheneigentums
- Tschechien entsendet Botschafter zur Regierung der libyschen Aufständischen
- Borkenkäfer-Streit: Böhmerwald-Einwohner protestieren gegen Blockade-Aktion der Öko-Aktivisten
- Präsident Klaus hat mehr Angst vor Ökologen als vor Al Kaida
- Astronaut Feustel trifft mit dem Kleinen Maulwurf in Prag ein
- Fußball: Nur Sparta Prag wahrt Chance auf Einzug in Europe League
Im Prager Veitsdom wurde der Opfer der Attentate von Norwegen gedacht
Der Opfer der Attentate von Norwegen wurde am Freitagabend bei einem ökumenischen Gottesdienst im Prager Veitsdom gedacht. Den Gottesdienst eröffnete in der vollen Kathedrale der Prager Erzbischof Dominik Duka. „Wir sind zusammengetroffen, um ein Nein dem Hass und Neid zu sagen“, sagte Duka, der seine Empörung über die Motive des Attentäters zum Ausdruck brachte. Der evangelische Pfarrer Karel Šimr bezeichnete die Terroranschläge als einen Albtraum und ein Übel, das keinen Sinn hat. In der Kathedrale wurden die Namen der Opfer der Anschläge gelesen und es wurden für sie Kerzen angezündet. Tijana B. Nilsen von der norwegischen Botschaft in Prag bedankte sich abschließend für die Anteilnahme, die die Menschen in Tschechien zum Ausdruck brachten. Die Diplomatin erklärte, sie sei tief ergriffen gewesen, als sie gesehen habe, wie völlig unbekannte Menschen Blumen vor der norwegischen Botschaft niederlegten. Am Gottesdienst im Veitsdom nahmen Vertreter verschiedener Kirchen sowie zahlreiche Diplomaten teil.
Chef des Ökumenischen Kirchenrats Ruml hofft an eine Einigung bei der Rückgabe des Kircheneigentums
Der Chef des Ökumenischen Kirchenrats Joel Ruml hofft, dass es zu einer Einigung über die Vorschläge zur Entschädigung der Kirchen kommen wird. Die zuständige Regierungskommission, die sich mit der Rückgabe des während des Kommunismus beschlagnahmten Kircheneigentums beschäftigt, unterbreitete den Kirchen ihren Vorschlag zur Lösung der Situation. Ruml sagte am Freitag, er sei ein Optimist. Es sei, so Ruml, jedoch eine Frage, wie das Parlament mit dem vereinbarten Vorschlag umgehen wird. Gegen den Vorschlag hat die kleinste Regierungspartei – die Partei der Öffentlichen Angelegenheiten (VV) – Einwände. Abgelehnt wird er von den oppositionellen Sozialdemokraten und Kommunisten.
Právo: Tschechien entsendet Botschafter zur Regierung der libyschen Aufständischen
Tschechien wird einen Botschafter zur Regierung der libyschen Aufständischen nach Bengasi entsenden. Der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg sagte gegenüber der Tageszeitung „Právo“, dass Tschechien die Aufständischen nicht als offizielle libysche Regierung anerkennen wird, solange sie nicht das ganze Land beherrschen. Trotzdem beabsichtigt der Außenminister, einen Botschafter nach Bengasi zu entsenden. Tschechien werde kein Gebäude mieten, der Botschafter wird im Gebiet der Rebellen unterwegs sein, so der Außenminister. Es sei notwendig, mit den entstehenden libyschen Institutionen in Kontakt zu sein, ergänzte Schwarzenberg gegenüber der „Právo“. Den ersten Gedanken an die Entsendung eines Diplomaten nach Bengasi hatte Schwarzenberg vor einem Monat, als er die Aufständischen persönlich besuchte.
Der ursprüngliche tschechische Botschafter Josef Koutský verließ mit seinen Mitarbeitern im Februar die Botschaft in Tripolis, als der Libyen-Konflikt ausbrach.
Borkenkäfer-Streit: Böhmerwald-Einwohner protestieren gegen Blockade-Aktion der Öko-Aktivisten
Rund 200 Einwohner des Böhmerwalds haben am Freitagmorgen in der Böhmerwald-Gemeinde Modrava / Mader gegen die Umweltschützer protestiert, die mit ihren Aktionen das Abholzen von Bäumen blockieren, die vom Borkenkäfer befallen sind. Auf mehreren Plakaten mit eindeutiger Botschaft kritisierten sie die Öko-Aktivisten für ihre Blockade-Aktion, um sich andererseits bei den Polizisten und Holzfällern für deren Einsatz zu bedanken. Das sei eine von ihm persönlich organisierte Protestkundgebung, sagte der Gemeindevorsteher von Modrava, Antonín Schubert, vor Journalisten. Zur Unterstützung des Einwohner-Protestes war auch der umstrittene Nationalpark-Direktor Jan Stráský angereist. Die Umweltschützer werfen Stráský vor, mit seiner Politik des radikalen Kahlschlags den flächendeckenden Fichtenbestand in einer Schutzzone des Böhmerwalds zu ruinieren. Der Rodung der vom Borkenkäfer befallenen Bestände könne man auch mit herkömmlichen Methoden begegnen, behaupten die Öko-Aktivisten. Sie verweisen darauf, dass ein Abholzen von Bäumen in einer Schutzzone ungesetzlich sei. Deshalb werden sie ihre Blockade-Aktion weiter fortsetzen, erklärte ihr Sprecher Vratislav Vozník am Freitagmorgen.
Am Donnerstag war es erneut zu Auseinandersetzungen zwischen den Umweltschützern und der Polizei gekommen, die die Öko-Aktivisten wiederholt aus der Schutzzone entfernen ließ. Am Freitagmorgen ist es bereits zu einigen Handgreiflichkeiten zwischen Umweltschützern und Blockade-Gegnern gekommen.
Böhmerwald-Kommunalpolitiker fordern zur Auflösung des Nationalparks auf
Vertreter von 22 Gemeinden fordern zur Auflösung des Nationalparks Böhmerwald auf. In einem Schreiben, dass die Vertreter am Freitag veröffentlichten, fordern sie die Behörden auf, das ihren Worten zufolge „gefährliche naturwissenschaftliche Experiment“ zu beenden. Wenn die Natur ihrem Schicksal überlassen wird, kommt es zur Verbreitung des Borkenkäfers, heißt es in dem Brief. Die Menschen müssen nach Meinung der Vertreter der Gemeinden den Wäldern stärker helfen. Werde dies nicht ermöglicht, sollte der Nationalpark Böhmerwald aufgehoben werden, so die Kommunalpolitiker.
Präsident Klaus hat mehr Angst vor Ökologen als vor Al Kaida
Der tschechische Staatspräsident Václav Klaus hält den Übergang zu einer globalen Regierung und die Betonung der Ökologie für die größte Gefährdung der Welt. Er habe davor mehr Angst als vor Al Kaida, erklärte der Staatspräsident, der sich in diesen Tagen zu einem Besuch in Australien aufhält. Klaus fügte hinzu, seine Befürchtungen seien durch die jüngsten Informationen über die Blockade bekräftigt worden, mit der die Öko-Aktivisten den Holzschlag im Nationalpark Böhmerwald zu verhindern versuchen. Dies schrieb der Präsident in seinen Notizen von der Australien-Reise, die von der Tageszeitung „Právo“ veröffentlicht werden.
Beim Busunfall verletzte Tschechen wurden aus Krankenhäusern in Bayern schon entlassen
Alle Tschechen, die am vergangenen Mittwoch nach dem Unfall eines tschechischen Busses in Bayern in Krankenhäuser eingeliefert worden sind, wurden inzwischen entlassen. Dies teilte das Polizeipräsidium von Regensburg am Freitag mit. Der Unfall auf der A 93 forderte ein Menschenleben, 22 Menschen wurden verletzt, drei davon schwer. Die bayerische Polizei fordert am Freitag erneut weitere eventuelle Zeugen des Busunfalls, sich bei ihr zu melden.
Astronaut Feustel trifft mit dem Kleinen Maulwurf in Prag ein
Der US-amerikanische Astronaut Andrew Feustel ist am Freitag zu Besuch nach Tschechien gekommen. Der Astronaut brachte auch die Figur des Kleinen Maulwurfs (Krtek) mit, die er als Maskottchen beim Flug mit dem Space Shuttle Endeavour mit ins Weltall nahm. Feustel, dessen Frau Indira tschechische Vorfahren hat, erwartet eine fast zweiwöchige Vortragstournee durch Tschechien. Auf dem Prager Flughafen stellte der Astronaut den Journalisten die spezielle feuersichere Figur des Kleinen Maulwurfs vor. Das Tier habe den Weltraumflug genossen, so Feustel. Erfinder der populären Figur Krtek ist der heutzutage 90-jährige tschechische bildende Künstler Zdeněk Miler.
Bei seinem Weltraumflug im Mai 2009 nahm Feustel die Gedichtsammlung „Die kosmischen Lieder“ des tschechischen Dichters Jan Neruda mit ins All. Das Buch schenkte Feustel nach der Rückkehr dem tschechischen Astronomischen Institut.
ČSÚ: Benzin- und Dieselpreise in Tschechien haben Rekordniveau erreicht
Die Benzin- und Dieselpreise in Tschechien haben im Juli ein neues Rekordniveau erreicht. In der vergangenen Woche sei das meistverkaufte Benzin Super bleifrei – in Tschechien als Natural 95 bekannt – für durchschnittlich 35,30 Kronen je Liter verkauft worden, teilte das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Freitag mit. Das entspricht umgerechnet dem Durchschnittspreis von 1,46 Euro, der Preiszuwachs lag bei satten 60 Hellern. Bei Diesel ist der Preis um 68 Heller gestiegen, sein Durchschnittswert lag zuletzt 34,88 Kronen je Liter, was umgerechnet 1,44 Euro entspricht. Analytiker erwarten aber, dass die Benzinpreise in Tschechien jetzt stagnieren oder bald leicht zurückgehen werden. Ein Grund für diesen Trend könnte der Kurs der Tschechischen Krone zum US-Dollar sein, bei dem der Wert der Krone derzeit stetig zunimmt.
Fußball: Nur Sparta Prag wahrt Chance auf Einzug in Europe League
In den Hinspielen der 3. Qualifikationsrunde zur Fußball-Europa-Liga haben die tschechischen Vertreter am Donnerstag nur einen Sieg erringen können. Er geht auf das Konto von Vizemeister Sparta Prag, der den bosnischen Verein FK Sarajevo mit 5:0 vom Platz fegte. Die beiden anderen Clubs aus Tschechien hingegen blieben vieles schuldig und mussten auswärts herbe Niederlagen einstecken: Pokalsieger FK Mladá Boleslav verlor deutlich mit 0:3 beim zypriotischen Verein AEK Larnaca, der FK Baumit Jablonec nad Nisou unterlag beim holländischen Spitzenclub AZ Alkmaar mit 0:2. Damit hat nur Sparta Prag sehr gute Chancen auf das Weiterkommen in die abschließende Play-off-Runde zur Europa-Liga. Jablonec und Mladá Boleslav hingegen stehen jetzt vor einer ganz schweren Aufgabe, um dieses Ziel auch noch zu erreichen. Die Rückspiele zur dritten Qualifikationsrunde werden am kommenden Donnerstag ausgetragen.
Das Wetter am Samstag: bewölkt, regnerisch, bis 21 Grad
Am Samstag ist es in Tschechien vorwiegend bewölkt bis bedeckt, mit Regen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 17 bis 21 Grad Celsius.





