Nachrichten Nachrichten
- Gesundheitszustand des in Afghanistan verletzten tschechischen Soldaten ist weiterhin ernst
- Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg weist Beschwerde von Brožová- Polednová zurück
- Im Alter von 81 Jahren ist der international anerkannte Violinvirtuose Josef Suk gestorben
- ČSSD: Klaus verletzt mit Entscheidung über Rentenreform die Verfassung
- Ex-Premier Zeman kritisiert Beziehung des Islams zu den Frauen
- Polnischer Premier Tusk wird Tschechien besuchen
- Wimbledon-Siegerin Kvitová wurde von Präsident Klaus empfangen
- Festival für das jüdische Stadtviertel in Boskovice hat begonnen
Gesundheitszustand des in Afghanistan verletzten tschechischen Soldaten ist auch weiterhin ernst
Der Gesundheitszustand des tschechischen Soldaten, der am Mittwoch in Afghanistan angeschossen wurde, ist auch weiterhin sehr ernst. Dies teilte die Sprecherin des Generalstabs der Tschechischen Armee, Jana Růžičková am Donnerstag mit. Der Feldwebel liegt der Sprecherin zufolge im Militärkrankenhaus in Kabul, wo sich auch Ärzte vom tschechischen Chirurgenteam um ihn kümmern. Es ist bisher nicht klar, wann der Soldat nach Tschechien ausgeflogen werden kann. Der 32-jährige Feldwebel wurde am Mittwochvormittag bei einem feindlichen Angriff auf den tschechischen Stützpunkt in der Provinz Wardak schwer verletzt. Er wurde umgehend in das Feldlazarett des Militärstützpunkts Shank in der Provinz Lógar und anschließend per Hubschrauber in ein Militärkrankenhaus nach Kabul transportiert.
Der Krieg in Afghanistan hat bisher vier tschechischen Soldaten das Leben gekostet. Der letzte von ihnen starb am 31. Mai dieses Jahres, er wurde nur 31 Jahre alt. Der tschechischen Einheit in Wardak gehören 54 Militärs an. Rund 70 Prozent von ihnen waren schon früher bei einer internationalen Mission im Einsatz.
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg weist Beschwerde von Brožová- Polednová zurück
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat die Beschwerde der ehemaligen kommunistischen Staatsanwältin Ludmila Brožová-Polednová zurückgewiesen. Der Gerichtshof entschied, dass das Strafverfahren, die ihre Teilnahme am Justizmord der Politikerin Milada Horáková im Jahre 1950 betraf sowie die nachfolgende Verurteilung von Brožová-Polednová gerecht waren. Über die Entscheidung des Straßburger Gerichtshofs informierte das tschechische Justizministerium. Brožová- Polednová wurde im September 2008 vom Prager Obergericht zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde aufgrund der Amnestien auf drei Jahre gekürzt. Im Dezember 2010 wurde sie von Präsident Václav Klaus begnadigt. Der Anwalt von Brožová- Polednová hatte die Urteile aller tschechischen Gerichte beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte angegriffen.
Im Alter von 81 Jahren ist der international anerkannte Violinvirtuose Josef Suk gestorben
Im Alter von 81 Jahren ist in der Nacht auf Donnerstag der international anerkannte tschechische Violinvirtuose Josef Suk gestorben. Über den Tod des Virtuosen informierte der Dramaturg des Musikfestivals Prager Frühling, Antonín Matzner, die Presseagentur ČTK. Josef Suk war Urenkel von Antonín Dvořák und Enkel des Komponisten Josef Suk. Er gehörte zu den vielseitigsten Violinisten des 20. Jahrhunderts. Suk war Schüler des namhaften tschechischen Violinpädagogen Jaroslav Kocian, studierte am Prager Konservatorium und an der Prager Musikakademie. Seine Solistenkarriere begann 1954. International bekannt geworden ist Suk, nachdem er auf einer Tournee mit den Tschechischen Philharmonikern auf drei Kontinenten gespielt hatte. Seit den 1960er Jahren spielte Suk mit vielen namhaften Orchestern der Welt. In den Jahren 1992-2000 war Suk künstlerischer Leiter und Dirigent des Suk-Kammerorchesters. Josef Suk nahm während seiner Karriere für viele tschechische sowie ausländische Plattenfirmen auf. Für seine Aufnahmen wurde er mit vielen Preisen ausgezeichnet, er ist beispielsweise Träger der Goldenen Schallplatte von Columbia Records 1978. Josef Suk starb im Krankenhaus nach einer langen Krankheit.
Tageszeitung „MfD“: Präsident Klaus hat neues Rentengesetz nicht unterschrieben
Präsident Vaclav Klaus hat gegenüber der Tageszeitung „Mladá fronta Dnes“ bekanntgegeben, dass er den Gesetzentwurf zur so genannten „kleinen Rentenreform“ nicht unterzeichnet habe. Ihn störe das Prinzip, dass die Höhe der Rente vor allem davon anhängig sei, wie viel der Beitragszahler in die Rentenversicherung einzahlen werde, wird Klaus am Donnerstag in der „MfD“ zitiert. Das von der Regierungskoalition vorgelegte Gesetz, das im Parlament gebilligt wurde, wird aber dennoch in Kraft treten, weil der Präsident kein Veto eingelegt hat. Die fehlende Unterschrift von Klaus sei daher nur eine kleine Geste des Präsidenten gewesen, konstatiert die Tageszeitung.
ČSSD: Klaus verletzt mit Entscheidung über Rentenreform die Verfassung
Die oppositionellen Sozialdemokraten (ČSSD) kritisieren die Entscheidung von Präsident Klaus, den Gesetzentwurf über die so genannte „kleine Rentenreform“ nicht zu unterzeichnen und ihn nicht an das Abgeordnetenhaus zurückzuleiten. Die Entscheidung hält die ČSSD für eine Verletzung der Verfassungsprinzipien. Was die Ablehnung der Reform anbelangt, stimmen die Sozialdemokraten dem Staatspräsidenten zu, wenn auch aufgrund anderer Argumente. Das sagte der Vizechef der ČSSD, Jiří Dienstbier, am Donnerstag gegenüber der Presseagentur ČTK.
Ex-Premier Zeman kritisiert Beziehung des Islams zu den Frauen
Die Beziehung des Islams zu den Frauen stellt nach Meinung des tschechischen Ex-Premiers Miloš Zeman einen der Beweise dafür dar, dass diese Religion eine Anti-Zivilisation darstellt. Der ehemalige Parteichef der tschechischen Sozialdemokraten und jetziger Vorsitzender der Partei der Bürgerrechte erläuterte am Donnerstag in einem Statement seine Erklärungen von der internationalen Konferenz „Europa vereinigt und frei?“. Über die Anti-Zivilisation sprach dort Zeman im Zusammenhang mit den moslemischen Ländern. Der Islam ist laut Zeman unvergleichbar aggressiver und intoleranter als das gegenwärtige Christentum, der Buddhismus, der Schintoismus und weitere Weltreligionen. Zeman machte darauf aufmerksam, dass der Koran zahlreiche Absätze enthält, in denen „zur Versklavung und sogar zur Ausrottung der Nichtgläubigen“ aufgefordert wird.
Der Ex-Premier ließ auf der erwähnten internationalen Konferenz Ende Juni verlauten, der Feind sei die Anti-Zivilisation, die sich von Nordafrika bis zu Indonesien erstrecke. Dort leben Zeman zufolge zwei Milliarden Menschen, und diese Anti-Zivilisation werde teilweise vom Erdöl und teilweise vom Drogenhandel finanziert, so der ehemalige Parteichef der Sozialdemokraten.
Polnischer Premier Tusk wird Tschechien besuchen
Der polnische Premier Donald Tusk wird nächste Woche zu Besuch in Tschechien erwartet. Den Webseiten der tschechischen Präsidentenkanzlei zufolge wird Tusk am 15. Juli mit dem tschechischen Staatspräsidenten Václav Klaus zusammentreffen. Es wird erwartet, dass der polnische Premier auch von seinem tschechischen Amtskollegen Petr Nečas empfangen wird. Thema der Gespräche sollen die Zusammenarbeit im Rahmen der EU und der Visegráder Staatengruppe, die tschechisch-polnischen Beziehungen und die bilateralen Handelsinteressen sein.
Wimbledon-Siegerin Kvitová wurde von Präsident Klaus empfangen
Präsident Václav Klaus hat am Donnerstagvormittag die frischgebackene Wimbledon-Siegerin Petra Kvitová auf der Prager Burg empfangen. Der Präsident bedauerte, es am vergangenen Samstag verpasst zu haben, dem Damen-Finale von Wimbledon, in dem Kvitová die Russin Scharapowa in zwei Sätzen besiegte, persönlich beizuwohnen. Als großer Tennisfan aber habe er sich es zumindest nicht entgehen lassen, das Spiel live im Fernsehen zu verfolgen. Dabei sei ihm manchmal fast der Atem weggeblieben, sagte Klaus.
Bei ihrer kurzen Begegnung mit Klaus übergab Kvitová dem Staatsoberhaupt einen ihrer Tennisschläger und ein großes Foto von ihrem Wimbledon-Triumph zur Erinnerung. Darauf abgebildet ist die 21-jährige Tennisqueen mit dem goldenen Teller, dem Siegerpokal von Wimbledon. Sie hoffe, den Teller noch mehrmals gewinnen zu können, antwortete Kvitová dem Präsidenten auf eine Frage. Nach dem Empfang machte sich der neue Tennisstar auf den Weg nach Karlovy Vary / Karlsbad, wo Kvitová als Ehrengast des Internationalen Filmfestivals begrüßt wurde.
Prager Nationalmuseum wird für fünf Jahre geschlossen
Das historische Gebäude des Nationalmuseums in Prag wird für fünf Jahre geschlossen. Hunderte von Menschen standen schon am Donnerstagmorgen vor dem Museum und warteten auf die letzte Möglichkeit, das Museum vor der bevorstehenden fünf Jahre dauernden Rekonstruktion zu besuchen. Am Donnerstag wird das Nationalmuseum ausnahmsweise bis 20 Uhr geöffnet sein. Das historische Gebäude entspreche schon lange nicht den klimatischen sowie den Sicherheitsansprüchen, so der Museumsleiter Michal Lukeš. Es sei, so Lukeš, für ihn und seine Kollegen ein wenig trauriges Gefühl. Er fügte hinzu, er hoffe dass alle in fünf Jahren bei der Eröffnung eines in Stand gesetzten Museumsgebäudes wieder zusammentreffen werden.
ČSÚ: Tschechiens Außenhandel schloss den Mai mit Überschuss von 14,4 Mio Kronen ab
Die Tschechische Republik hat ihre Außenhandelsbilanz im Mai mit einem Einnahmenüberschuss von 14,4 Milliarden Kronen abgeschlossen. Das sind rund 600 Millionen Euro und ein Zugewinn von umgerechnet 130 Millionen Euro gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres. Ersten vorläufigen Angaben der Statistik zufolge haben die tschechischen Exporte im Mai um 18,2 Prozent zugenommen, während die Importe ins Land um 17,5 Prozent gestiegen sind. Darüber informierte am Donnerstag das Tschechische Statistikamt (ČSÚ).
Google darf in Tschechien wieder Streetview-Autos einsetzen
In Tschechien sind die Streetview-Autos von Google wieder unterwegs, um ganze Straßenzüge zu fotografieren und im Internet zu veröffentlichen. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Google reagiert damit auf eine Entscheidung der tschechischen Datenschutzhüter, die jetzt die Aufnahmen unter Auflagen erlaubt haben.
Der Dienst wurde im September vergangenen Jahres in Tschechien vorläufig gestoppt, weil dem Unternehmen die Registrierung als Datensammler verweigert worden war. Damals war von einem unzulässigen Eingriff in die Privatsphäre die Rede. Mit Kameras, die 2,30 bis 2,40 Meter statt der bisherigen 2,70 Meter hoch montiert sind, darf Google nun seine Aufnahmefahrten in Tschechien wieder starten. Google muss die Fahrer instruieren, Schulen und andere belebte Plätze zu ruhigeren Zeiten anzufahren. Zudem muss die Firma innerhalb von 48 Stunden auf Beschwerden von Bürgern und Bitten um die Löschung einzelner Bilder reagieren. Neben bisher in dem Straßenatlas fehlenden Städten wie Brno / Brünn und Karlovy Vary / Karlsbad will Google nun auch mehr als 170 Schlösser und Burgen fotografieren.
Festival für das jüdische Stadtviertel in Boskovice hat begonnen
Im mährischen Boskovice hat am Donnerstag das 19. Festival für das jüdische Stadtviertel begonnen. Ziel des Festivals ist es, an das jüdische Stadtviertel in Boskovice, dessen Geschichte, die einzigartige Architektur, aber auch den schlechten technischen Zustand einiger Gebäude aufmerksam zu machen. Auf dem Programm stehen Konzerte, Theater- und Filmvorstellungen, Vorträge sowie Führungen durch das jüdische Stadtviertel.
Die jüdische Gemeinde in Boskovice gehörte zu den bedeutendsten in Mähren. Von den rund 400 Juden, die während des zweiten Weltkriegs in Konzentrationslager verschleppt wurden, kehrten nur 14 nach dem Krieg nach Boskovice zurück. In dem zuvor heruntergekommenen jüdischen Stadtviertel ist es in den letzten Jahren gelungen, die Synagoge und einige weitere Gebäude in Stand zu setzen. Das Stadtviertel steht unter Denkmalschutz, es wird jedes Jahr von Tausenden Touristen besucht.
Elefantenkot wird in Tschechien zum Verkaufsschlager
Der Zoo in Prag hat entdeckt, wie man aus Dreck Geld macht: Mehr als 1600 Kübel Elefantenkot hat der Tierpark schon verkauft, wie Pressesprecherin Jana Ptačinská-Jiratová am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte. Seit dem Verkaufsstart Ende April reißen sich Hobbygärtner förmlich um die 1,5-Kilo-Eimer zum Preis von 70 Kronen, umgerechnet weniger als drei Euro. Als Dünger im Garten soll der Elefantenkot wahre Wunder vollbringen. Um das zu beweisen, hat der Zoo ein Kürbisbeet angelegt, das zur Hälfte mit den Exkrementen und zur Hälfte mit handelsüblichem Dünger gepflegt wird. Noch wartet man in Prag gespannt auf das Ergebnis.
Bisher kommen die Elefantenkühe Gulab und Shanti sowie der Bulle Mekong der Nachfrage nach. Ein Engpass drohe kaum, denn ein jeder Elefant produziere am Tag zwischen 140 und 180 Kilogramm Kot, erklärte Zoo-Direktor Miroslav Bobek – und fügte eine Anspielung auf seinen Nachnamen hinzu, der in der tschechischen Sprache nichts anderes als „Kotklümpchen“ bedeutet.
WTA-Tour: Zwei Tschechinnen im Viertelfinale von Budapest und Båstad
Bei den WTA-Tennisturnieren in Budapest und im schwedischen Båstad hat je eine tschechische Spielerin das Viertelfinale im Damen-Einzel erreicht. In Budapest steht Klára Zakopalová in der Runde der besten Acht, nachdem sie im Achtelfinale am Mittwoch die Serbin Aleksandra Krunic in zwei Sätzen mit 7:5 und 7:5 bezwungen hat. In Båstad hat Barbora Záhlavová-Strycová den Sprung ins Viertelfinale geschafft. In ihrem Achtelfinalmatch benötigte sie allerdings drei Sätze, um die Weißrussin Anastasija Jakimowa mit 7:5, 4:6 und 6:3 zu eliminieren.
Das Wetter am Freitag: vorwiegend bewölkt, bis 30 Grad
Am Freitag ist es in Tschechien vorwiegend bewölkt, es ist mit Schauern und Gewittern zu rechnen. Es wird sommerlich heiß, die Tageshöchsttemperaturen erreichen 26 bis 30 Grad Celsius, in höheren Lagen über 1000 Meter liegen sie bei bis zu 22 Grad Celsius.





