Nachrichten Nachrichten
- Streik der Verkehrsgewerkschaften könnte am Montag beginnen
- Verhandlungen der Gewerkschafter mit Kalousek enden ohne Resultat
- Verkehrsministerium erwägt Errichtung einer Eisenbahnholding
- Lehrerin und Schüler ertranken beim Unfall eines Raftingboots in Olomouc
- Experten fordern zur Abberufung von Stráský, dem Leiter des Nationalparks Böhmerwald, auf
- Mezzosopranistin Cecilia Bartoli singt in Prag
Streik der Gewerkschaften gegen Regierungsreformen kann am Montag beginnen
Der von den Verkehrsgewerkschaften in Tschechien angekündigte Streik gegen die Regierungsreformen wird unter Umständen schon am kommenden Montag beginnen. Der Presseagentur ČTK zufolge kursierte unter den Mitarbeitern der Prager Verkehrsbetriebe eine Mail mit dem Datum, wann die Proteste beginnen sollen. Unterzeichnet ist die Mail von der Koalition der Verkehrsgewerkschaften. Über das Datum und die Form des Streiks wollen die Gewerkschafter am Freitagvormittag informieren. Der Streik soll Prag, Brünn und die Eisenbahn in ganz Tschechien betreffen. Dem Streik wollen sich auch die Gewerkschafter anschließen, die bei der Post arbeiten.
Die Sprecherin der Prager Verkehrsbetriebe Vysoudilová erklärte am Donnerstag, die Firmenleitung sei über einen eventuellen Streik nach dem 10. Juni informiert worden und treffe Maßnahmen, um Probleme im Nahverkehr möglichst zu vermeiden.
Verhandlungen der Gewerkschafter mit Kalousek enden ohne Resultat
Bei den Verhandlungen der Gewerkschafter mit Finanzminister Miroslav Kalousek wurde am Donnerstag kein Ergebnis erreicht. Mit Kalousek diskutierten sie erfolglos über die Renten-, die Steuer- und die Gesundheitsreform. Die Verkehrsgewerkschaften drohten bereits zuvor mit einem Streik für den Fall, dass sie sich mit der Regierung bis zum 10. Juni auf keine Kompromisslösung einigen würden. Finanzminister Kalousek hält den Streik zwar für legitim, er sei aber vorzeitig, so der Finanzminister.
Koalitionsspitzen starten eine weitere Runde der Verhandlungen
Die Koalitionsspitzen starten am Donnerstag eine weitere Runde der Verhandlungen über Forderungen der kleinsten Regierungspartei, der Partei der öffentlichen Angelegenheiten (VV). Die VV-Partei verlangt einen Zusatz zum Koalitionsvertrag, in dem die einzelnen Ministerposten umbesetzt sowie weitere Themen verankert werden. Sollten ihre Forderungen bis Ende Juni nicht erfüllt werden, droht die VV-Partei mit einer Kündigung des Koalitionsvertrags.
Senat lehnt das Konvergenzprogramm der Regierung ab
Der Senat des tschechischen Parlaments hat das Konvergenzprogramm der Regierung zur Reduzierung des Defizits der öffentlichen Finanzen am Donnerstag abgelehnt. Den oppositionellen Sozialdemokraten (ČSSD) zufolge werden die von der Koalitionsregierung geplanten Reformen nicht zu ausgeglichenen öffentlichen Finanzen, sondern eher zur Stagnation der Wirtschaft führen. Die Vertreter der Regierungskoalition lehnten diese Meinung als den Standpunkt einer politischen Partei ab. Der Chef des Senats, der Sozialdemokrat Milan Štěch, wird den Standpunkt im Namen der oberen Parlamentskammer der EU-Kommission mitteilen. Štěch bezeichnete das Vorgehen als legitim. Man könne nicht erwarten, so Štěch, dass der Senat, in dem die Opposition über eine Stimmenmehrheit verfügt, gegenüber der Regierung loyal sein wird.
Das Konvergenzprogramm ist das Grunddokument des Landes für die Euro-Einführung und beschreibt die Haushaltsstrategie des Kabinetts und die geplante Entwicklung öffentlicher Finanzen in den folgenden Jahren.
Verkehrsministerium erwägt Errichtung einer Eisenbahnholding
Das tschechische Verkehrsministerium erwägt die Errichtung einer Eisenbahnholding, in der die Tschechischen Bahnen mit der staatlichen Schienennetzverwaltung (SŽDC) wieder zusammengeschlossen werden könnten. Das teilte Verkehrsminister Radek Šmerda am Donnerstag den Vertretern der Eisenbahngewerkschaft mit. Die Eisenbahnergewerkschaft forderte zu einem solchen Schritt schon vor einer längeren Zeit auf. Deren Chef Pejša sagte, in der Welt zeige es sich, dass eine derartige Form der Eisenbahnholding am effektivsten sei.
Die Verwaltung des Schiennetzes trennte sich 2002 im Rahmen der Transformation der Bahnen von den Tschechischen Bahnen. Die staatliche Firma verwaltet das Eisenbahnnetz und soll zudem ab Mitte dieses Jahres von den Tschechischen Bahnen die Leitung des Eisenbahnbetriebs übernehmen.
Lehrerin und Schüler ertranken beim Unfall eines Raftingboots in Olomouc
Eine 46-jährige Grundschullehrerin und ein Schüler sind beim Unfall eines Raftingboots im Mlýnský-Bach im mährischen Olomouc / Olmütz ertrunken. Die Lehrerin versuchte einen Schüler zu retten, der in den Bach fiel, dabei ist sie ertrunken. Der Rafting-Instruktor, der auch dem Schüler helfen wollte, wurde im kritischen Zustand in die Uniklinik in Olomouc eingeliefert. Zum Unglück kam es am Donnerstagnachmittag am Mlýnský-Bach im Olmützer Stadtteil Řepčín. Es habe sich um einen Ausflug mit Raftingbooten gehandelt, den eine Schulklasse aus Nový Jičín unternahm, so ein Sprecher der Kreispolizei in Olomouc.
ČSÚ: Inflationsrate im Mai gestiegen
Die Inflationsrate in Tschechien ist im Jahresvergleich gestiegen. Für den Mai dieses Jahres wurde ein Preisanstieg von 2 Prozent gegenüber dem Vormonat April mit 1,6 Prozent registriert. Am Preisanstieg beteiligen sich besonders teurere Lebensmittel und alkoholfreie Getränke. Das gab am Donnerstag das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) bekannt.
ČSÚ: BIP wuchs im ersten Quartal um 2,8 Prozent an
Die tschechische Wirtschaft ist im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich mit dem Vorjahr um 2,8 Prozent gewachsen. Dies ist um 0,3 Prozent mehr als zuvor geschätzt wurde. Im Vergleich mit dem letzten Quartal 2010 erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2011 um 0,9 Prozent. Die Zahlen veröffentlichte das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Donnerstag. Einen positiven Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung hatte dem Statistikamt zufolge vor allem der Außenhandel.
Experten fordern zur Abberufung von Stráský, dem Leiter des Nationalparks Böhmerwald, auf
Wissenschaftler vom Schattengremium des Nationalparks Böhmerwald forderten Umweltminister Tomáš Chalupa in einem offenen Brief auf, Jan Stráský vom Posten des Leiters des Nationalparks abzuberufen. Den Experten zufolge hat Stráský das Gesetz verletzt. Sie erinnerten daran, dass der Nationalpark-Leiter gesetzwidrig im Park chemische Fallen aufstellen ließ. Die Wissenschaftler werfen der Nationalpark-Leitung zudem das Fehlen eines Plans der Parkverwaltung vor. Die tschechische Umweltinspektion bestätigte, dass die Aufstellung chemischer Fallen im Park illegal gewesen war.
Das Schattengremium des Nationalparks Böhmerwald hat 20 Mitglieder und entstand im März dieses Jahres, nachdem Stráský die wissenschaftliche Sektion des Nationalpark-Rats aufgelöst hatte.
Angegriffener Politiker muss sich einer Operation unterziehen
Der stellvertretende Kreishauptmann von Mittelböhmen, Marcel Hrabě, der von einem unbekannten Täter mit einem Baseball-Schläger angegriffen wurde, musste sich am Donnerstag einer Operation an Knie unterziehen. Hrabě erlitt beim Angriff am vergangenen Montag komplizierte Frakturen an Hand und Knie. Der ungefähr 25-jährige Täter ist flüchtig. Er griff den Politiker an, als dieser in sein Auto einstieg.
Neuer Generaldirektor Jiří Majstr wird ab Freitag Presseagentur ČTK leiten
Jiří Majstr wird ab Freitag die tschechische Presseagentur ČTK leiten. Zum Generaldirektor wurde Majstr im März gewählt, nachdem der bisherige ČTK-Generaldirektor Milan Stibral seinen Rücktritt angekündigt hatte. Stibral, der die öffentlich-rechtliche Presseagentur seit 1993 leitete, geht in die Rente. Majstrs Priorität sei es, die Objektivität der Berichterstattung aufrechtzuerhalten. Die Agentur müsse, so Majstr, politisch unabhängig sein. Zu den Hauptaufgaben des neuen Chefs gehört die Vorbereitung neuer Dienste, die die Presseagentur ihren Klienten anbieten will.
Die Presseagentur ČTK ist eine multimediale Agentur, die täglich rund 600 Textinformationen, rund 300 Fotos sowie 30 Audio- und sechs Videoaufnahmen bietet. Die Informationen stammen von eigenen Berichterstattern, von ausländischen Presseagenturen sowie von anderen Informationsquellen.
Mezzosopranistin Cecilia Bartoli singt in Prag
Die berühmte italienische Mezzosopranistin Cecilia Bartoli gibt an diesem Donnerstag ein Konzert in Prag. Gesungen werden hauptsächlich Arien von Antonio Vivaldi. Bartoli singt in Prag mit dem renommierten französischen Ensemble Matheus, das sich auf die historische Aufführungspraxis spezialisiert und auf alten Instrumenten spielt. Das Konzert findet unter der Leitung des französischen Dirigenten und Begründers des Ensembles Jean-Christophe Spinosi statt.
Das Wetter am Freitag:
Am Freitag ist es in Tschechien heiter bis bewölkt, vereinzelt Regenschauer. Die Tageshöchstwerte liegen bei 19 bis 23 Grad Celsius, in 1000 Meter-Lage bei 15 Grad Celsius.





