Nachrichten Nachrichten
- Polizei fand Leiche der seit fünf Monaten vermissten Anna Janatková
- Klaus und Türk warnen vor Panikmache in der Diskussion um Reaktorsicherheit
- Mit zwei Armeeflugzeugen werden tschechische Bürger aus Japan ausgeflogen
- Militärpolizei gibt beschlagnahmte Materialien dem Fernsehsender zurück
- Architekt Gehl in Prag: Städte sollen den Menschen, nicht den Autos dienen
- Lothar Matthäus soll im Team europäischer Fußballlegenden in Prag spielen
Polizei fand die Leiche der seit fünf Monaten vermissten Anna Janatková
Die Polizei hat die Leiche der seit fünf Monaten vermissten Anna Janatková in Prag gefunden. Die Expertise bestätigte, dass die sterblichen Überreste, die am Mittwochnachmittag im Prager Stadtteil Troja gefunden wurden, mit allerhöchsten Wahrscheinlichkeit dem vermissten Mädchen gehören. Das teilte die Sprecherin der Prager Polizei, Andrea Zoulová, mit. Im Zusammenhang mit dem Fall verdächtigt die Polizei einen 41-jährigen Mann, den sie zurzeit verhört.
Die neunjährige Anna war zuletzt am 13. Oktober 2010 lebend gesehen worden, als sie nachmittags die nahe gelegene Schule verließ. Das Mädchen kam nie zu Hause an.
Klaus und Türk warnen vor Panikmache in der Diskussion um Reaktorsicherheit
Der tschechische Staatspräsident Václav Klaus und sein slowenischer Amtskollege Danilo Türk haben vor Panikmache in der Diskussion um die Reaktorsicherheit gewarnt. Im Zusammenhang mit den Überlegungen zur Einschränkung der Atomenergieproduktion in Europa warnten die beiden Staatspräsidenten am Mittwoch in Prag auch vor Populismus. Die Situation in Japan, wo nach dem Erdbeben und dem Tsunami einige Kernreaktore sehr ernsthafte Probleme haben, sei etwas völlig Außerordentliches, so die beiden Präsidenten. Die Situation solle vielmehr eine Expertendebatte über mehr Sicherheit in Atomkraftwerken als populistische politische Entscheidung anregen. Das sagten die beiden Staatspräsidenten nach den Gesprächen auf der Prager Burg.
Mit zwei Armeeflugzeugen werden tschechische Bürger aus Japan ausgeflogen
Mit zwei Armeeflugzeugen werden die in Japan weilenden tschechischen Bürger nach Hause geflogen. Die Sondermaschinen starteten am Mittwochnachmittag in Tokio. Mit den tschechischen Sondermaschinen reisen 106 Passagiere, darunter elf Kinder. Das Interesse für die Rückkehr in die Heimat sei zuvor groß gewesen, teilte ein Sprecher des tschechischen Außenministeriums mit. Viele Leute hätten aber schließlich die Reise abgesagt, so der Sprecher. In den Flugzeugen seien noch 25 freie Plätze gewesen, informierte das Ministerium. Mit den tschechischen Sondermaschinen reisen auch einige Ausländer nach Europa. Mit den Armeeflugzeugen wird auch fast die Hälfte der Tschechischen Philharmonie nach Prag zurückkehren, die sich zurzeit auf Tournee in Japan befindet. Dies teilte der tschechische Diplomat in Tokio Martin Bašta mit, der die Rückreise der tschechischen Bürger aus Japan organisiert. Der Chef der Tschechischen Philharmonie, David Mareček, erklärte, die übrigen Philharmoniemitglieder würden warten, ob es noch eine weitere Sondermaschine geben würde. Außerdem hätten die Philharmoniker Flugtickets bei der Lufthansa für den kommenden Sonntag gebucht, so Mareček. Premier Petr Nečas sagte am Dienstag, falls der Bedarf die Kapazitäten der beiden Flugzeuge überschreite, sei ein weiterer Flug möglich.
Tschechische Hilfe für Japan wird über EU vermittelt
Mit den zwei tschechischen Armeeflugzeugen, die tschechische Bürger in Japan abholten, wurde keine materielle Hilfe für Japan transportiert. Japan erwarte, so ein Sprecher des tschechischen Außenministeriums, nur Hilfe, die über die EU vermittelt wird und bevorzuge eine finanzielle Unterstützung. Bislang sei noch nicht entschieden worden, wie hoch die finanzielle Hilfe Tschechiens dem vom Erdbeben und Tsunami heimgesuchten Japan sein werde, so der Sprecher. Die Regierung könnte der Presseagentur ČTK zufolge über die Freistellung finanzieller Mittel für Japan am Donnerstag entscheiden. Den Worten einer Sprecherin der tschechischen Feuerwehr zufolge ersuchte Japan die EU neben der finanziellen Hilfe vor allem um Trinkwasserlieferungen, Decken und Matratzen.
Atom-Experte Katovský: In Fukushima droht nicht derartige Katastrophe wie in Tschernobyl
Die Situation im japanischen Atomkraftwerk Fukushima wird immer dramatischer, die tschechischen Experten sind trotzdem der Meinung, dass keine Katastrophe wie in Tschernobyl droht. Karel Katovský vom Institut für Elektroenergie der Technischen Hochschule Brünn sagte am Mittwoch, es gebe keine Ähnlichkeit mit Tschernobyl, sowohl was den Reaktor, als auch die Sicherheitssysteme anbelangt. Eine derartige Explosion wie in Tschernobyl sei in Fukushima aus physikalischer Sicht unmöglich, so Katovský. Derselben Meinung ist sein Kollege vom Institut, Radek Škoda, der momentan auf einem Studienaufenthalt in den USA weilt. Katovský zufolge setzen sich die Japaner mit der sehr ernsthaften Situation höchst professionell und „ausgesprochen heldenhaft“ auseinander.
Parlament stimmt Verhandlungen über EU-Krisenmechanismus zu
Der Senat und das Abgeordnetenhaus des tschechischen Parlaments haben am Mittwoch ihre vorläufige Zustimmung zu den Verhandlungen über den Krisenmechanismus der EU gegeben. Mit dem Euro-Krisenmechanismus soll sich der EU-Sondergipfel nächste Woche beschäftigen. Die Zustimmung des Parlaments soll den tschechischen Vertretern beim Sondergipfel ermöglichen, eine Kompromisslösung zu akzeptieren, die sich vom ursprünglichen Vorhaben nicht wesentlich unterscheidet. Sie dürfen aber einer Übertragung weiterer Kompetenzen auf die EU nicht zustimmen. Dies hatte zuvor die tschechische Regierung selbst beschlossen. Zu Beginn der Sitzung gedachten die Senatoren am Mittwoch mit einer Schweigeminute der Erdbebenopfer in Japan.
Abgeordnetenhaus beschließt Verbot neuer synthetischer Drogen
Das tschechische Abgeordnetenhaus hat eine Novelle des Rauschmittelgesetzes verabschiedet, die 33 neue synthetische Drogen verbietet. Die Abstimmung erfolgte im Eilverfahren in nur einer Lesung, das Gesetz muss nun noch der Senat bestätigen. Die Abgeordneten reagierten mit der Novelle auf den massiven Import synthetischer Drogen aus Polen seit Beginn dieses Jahres. Diese Drogen können in Tschechien bisher legal verkauft werden, waren in Polen aber bereits im vergangenen Jahr verboten worden. Bei den synthetischen Substanzen handelt es sich zum einen Teil um Cannabinoide, zum anderen um Cathinon-Derivate wie zum Beispiel Mephedron. Diese Stoffe werden vor allem in Nordmähren in Spezialläden polnischer Besitzer als so genannte „Sammlerware“ angeboten.
Militärpolizei gibt beschlagnahmte Materialien dem Fernsehen zurück
Die Militärpolizei hat am Mittwoch die Mehrheit der Materialien dem Tschechischen Fernsehen zurück gegeben, die sie bei der Razzia am Freitagabend in der Nachrichtenredaktion des öffentlich-rechtlichen TV-Senders beschlagnahmte. Die Polizei habe Dokumente und andere Sachen zurück gebracht, die sie nicht mehr bei den Ermittlungen brauche, so ein Sprecher der Militärpolizei. Die mit Maschinengewehren bewaffnete Militärpolizei drang am vergangenen Freitagabend ins Büro des TV-Redakteurs Karel Rožánek ein. Sie suchte nach einer Schrift vom Militärnachrichtendienst, die der Redakteur zuvor hatte und die mit dem Fall des ehemaligen Chefs des Militärspionage, Miroslav Krejčík, zusammenhing. Laut Staatsanwalt hat die Militärpolizei beim Eingriff im Fernsehen Fehler begangen.
Falsche Volkszählungskommissare bestehlen Rentner
An verschiedenen Orten in Tschechien sind Fälle bekannt geworden, bei denen falsche Volkszählungskommissare Menschen bestohlen haben. Opfer sind meist ältere Menschen, die teils ihre gesamten Ersparnisse zu Hause liegen hatten. So wurden einem 81-jährigen Rentner in Brno / Brünn umgerechnet rund 10.000 Euro entwendet, wie der private TV-Sender Prima berichtete. Die Täter, ein Mann und zwei Frauen, waren besonders dreist vorgegangen und hatten behauptet, sie müssten alle Ersparnisse des Mannes zusammenrechnen. Dabei hätten sie aus einem Briefumschlag das Geld gestohlen, hieß es. Im mittelböhmischen Kutná Hora / Kuttenberg ermittelt die Polizei in zwei Fällen: Bereits am Samstag waren einem 53-jährigen Mann umgerechnet rund 5000 Euro entwendet worden und später einer 78-jährigen Frau rund 3000 Euro. Beide Male hatte eine falsche Volkszählungskommissarin in einem unbeobachteten Moment zugegriffen. Weitere Fälle wurden aus Plzeň / Pilsen und aus Karlovy Vary / Karlsbad bekannt.
Architekt Gehl in Prag: Städte sollen den Menschen, nicht den Autos dienen
Städte sollen vor allem den Menschen, und nicht den Autos dienen. Das sagte der namhafte dänische Architekt Jan Gehl in Prag. Gehl war der Hauptgast der Konferenz über die Architektur und Stadtplanung, die am Mittwoch in Prag stattfand. Eine gute Architektur bestehe, so Gehl, in der Beziehung zwischen der Form und dem Leben. Die Leute müssen sich in der Stadt laut Gehl wohl fühlen, dort gute Bedingungen für Fußgänger sowie für Radfahrer haben. Für ein gutes Beispiel hält der Architekt Kopenhagen. Prag habe in den letzten Jahren nicht die Gelegenheit genutzt, sich in eine Stadt zu verwandeln, wo man angenehm leben könnte, so Jan Gehl auf der Konferenz in Prag.
Mildes Vorfrühlingswetter lässt in Tschechien die Temperaturrekorde purzeln
Das milde Vorfrühlingswetter hat am Dienstag in Tschechien an mehr als der Hälfte der Messstationen die Temperaturrekorde purzeln lassen. Am wärmsten war es in Strážnice bei Hodonín / Straßnitz in Südmähren, wo 19,6 Grad Celsius gemessen wurden. In den mährischen Städten Olomouc / Olmütz, Brno / Brünn und Kroměříž / Kremsier wurden jeweils um 18 Grad gemessen. Auch in Böhmen war es warm, so verzeichnete Teplice / Teplitz am Rand des Erzgebirges 17,9 Grad Celsius. Ab Donnerstag soll es in Tschechien vorübergehend abkühlen, erneut warmes und sonniges Wetter erwarten die Meteorologen aber bereits in der kommenden Woche.
Lothar Matthäus wird sich im Team europäischer Fußballlegenden in Prag vorstellen
Mehrere Fußballlegenden werden sich im Juni in Prag vorstellen. Am 18. Juni wird eine aus berühmten Kickern Europas zusammengestellte Mannschaft ihre Kräfte mit dem Team der tschechischen Vereinigung ehemaliger Profi-Fußballspieler messen. Für die Auswahl Europas werden unter anderem Lothar Matthäus, Christo Stoitschkow und Jean Pierre Papin spielen. Mit dem Spiel in der Prager Generali Arena werden die Feierlichkeiten anlässlich des 80. Geburtstags des ehemaligen tschechoslowakischen Nationalspielers Josef Masopust den Höhepunkt erreichen.
Das Wetter am Donnerstag, 17.3.: bedeckt und Regen, bis 13 Grad
Am Donnerstag ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt mit Regen. Die Tageshöchsttemperaturen zwischen 9 und 13 Grad Celsius, in Lagen über 1000 Meter bei 7 Grad Celsius.





