Nachrichten Nachrichten

12-03-2011 22:24 | Martina Schneibergová

Diplomat in Tokio: Unter Erdbebenopfern bislang keine Tschechen gemeldet

Den bisherigen Informationen von der tschechischen Botschaft in Tokio zufolge sind unter den Erdbeben- und Tsunami-Opfern in Japan keine Tschechen. Der stellvertretende Botschafter Tomáš Vostrý teilte der Presseagentur ČTK mit, er habe in Japan lebende Tschechen, deren Telefonnummer er hatte, telefonisch kontaktiert. Zudem habe er rund 60 Mails an tschechische Bürger in Japan geschickt. Eine Reihe von Tschechen habe die Botschaft selbst inzwischen informiert, so der Diplomat. In Japan halten sich rund 250 tschechische Bürger auf. Das tschechische Außenministerium warnt vor Reisen in die nördlichen Regionen der Insel Honshu. Die tschechischen Bürger, die sich in Japan aufhalten, sollten sich nach den Hinweisen der lokalen Behörden richten, so ein Sprecher des Ministeriums.

Tschechische Hilfsorganisationen organisieren Spendensammlungen für Japan

Tschechische Hilfsorganisationen organisieren Spendensammlungen für die Erdbebenopfer in Japan. Die Spender können einen finanziellen Beitrag entweder per SMS schicken oder das Geld auf das Konto der öffentlichen Spendesammlungen überweisen. Die Hilfsorganisation ADRA hat beispielsweise vor, sich neben der Spendensammlung an konkreten Hilfsprojekten zu beteiligen. Die tschechische Zweigstelle der Heilsarmee organisiert auch eine Spendensammlung und ist mit der Heilsarmee in Japan ständig in Kontakt.

Ihre Unterstützung haben den Bewohnern Japans am Samstag die Ehrenpräsidentinnen der Tschechisch-japanischen Gesellschaft, Věra Čáslavská und Věna Hrdličková, zum Ausdruck gebracht. Die Gesellschaft wird auf ihrer Webseite die tschechischen Bürger darüber informieren, wie sie dem vom Erdbeben betroffenen Japan helfen können.

Militärpolizisten drangen in den Sitz Tschechischen Fernsehens ein

Eine Gruppe von mit Maschinengewehren bewaffneten Militärpolizisten ist am Freitagabend ins Gebäude des öffentlich-rechtlichen Fernsehens eingedrungen. Die maskierten Soldaten hatten einen Durchsuchungsbefehl mit, und fahndeten fünf Stunden lang in einem Büro nach einer Schrift, die vom Militär-Nachrichtendienst stammen sollte. Im Büro des Redakteurs Karel Rožánek beschlagnahmten die Militärpolizisten drei Computer, Notizen sowie weitere Materialien. Das gesuchte Dokument aus dem Jahr 2007, über das der Redakteur berichtet hatte, bezog sich auf den Fall des ehemaligen Chefs des Militär-Nachrichtendienstes, Miroslav Krejčík, der Korruption im Verteidigungsressort aufdecken wollte. Dem Chefredakteur der Nachrichtenredaktion, Karel Novák, zufolge fanden die Soldaten das gesuchte Material wahrscheinlich nicht. Novák verurteilte die Machdemonstration der Militärpolizei im Fernsehgebäude als unakzeptabel. Laut dem Sprecher der Militärpolizei, Jan Čermák, bemühten sich die Polizisten, Beweise wegen des Verdachts der Gefährdung geheimer Informationen zu finden.

Premier Nečas verurteilt Eingriff der Militärpolizisten im Fernsehgebäude

Verteidigungsminister Alexandr Vondra hat wegen dem Eingriff im Sitz des Tschechischen Fernsehens den Chef der Militärpolizei und zwei weitere Offiziere außer Dienst gestellt. Das teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Samstag mit. Vondra erklärte, der Eingriff im Fernsehgebäude sei unangemessen worden. Alle drei Militärpolizisten wurden bis zur Untersuchung des Falls außer Dienst gestellt. Premier Petr Nečas bezeichnete den Eingriff der Militärpolizei für unakzeptabel. Vondras Entscheidung, die verantwortlichen Chefs außer Dienst zu stellen, hält der Premier für richtig.

Tschechisches Fernsehen erstattet Strafanzeige wegen Eingriff der Militärpolizei

Das Tschechische Fernsehen hat wegen dem Eingriff der Militärpolizei im Sitz des Senders am Freitag eine Strafanzeige gegen unbekannten Täter erstattet. Das teilte am Samstag ein Sprecher des TV-Senders mit. Seinen Worten zufolge sind die Fernsehmitarbeiter der Meinung, dass die Straftat des Amtsmissbrauchs begangen wurde. Der Sender verlange, so der Sprecher, dass die Polizei alle konfiszierten Sachen den drei Redakteuren zurückgibt. Eine Strafanzeige erstattete am Samstag auch der Parteichef der Grünen, Ondřej Liška. Seiner Meinung nach kann sein, dass die Militärpolizei die Straftaten des Amtsmissbrauchs, des Raubs, der Erpressung sowie eines unberechtigten Umgangs mit persönlichen Daten begangen hat.

500 Rechtsradikale zogen durch Nový Bydžov

Rund 500 Anhänger der rechtsradikalen Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit (DSSS) sind am Samstag durch das nordostböhmische Nový Bydžov gezogen. An die 200 Gegner der Rechtsradikalen versuchten den Marsch zu verhindern. Die Polizei verdrängte die Gegner der rechtsradikalen Arbeiterpartei aus der Straße, durch die die Rechtsradikalen ziehen wollten. Die Polizei versuchte zuvor mit Vertretern der beiden Lager zu sprechen. Den DSSS-Chef Vadas, ersuchte die Polizei darum, die Strecke des geplanten Umzugs zu ändern. Er lehnte es aber ab. Die Gegner der Rechtsradikalen versuchte die Polizei davon zu überzeugen, dass sie die Straße verlassen. In Nový Bydžov sind am Samstagvormittag rund 200 Menschen zusammengetroffen, um gegen den Rassismus zu protestieren. Die Mehrheit davon waren Roma. Unter den Teilnehmern der Versammlung waren auch die ehemaligen Minister für Menschenrechte, Michael Kocáb und Džamila Stehlíková. Nach dem Meeting der DSSS wurde ein Roma verletzt. Mit Gehirnerschütterung wurde er ins Krakenhaus in Nový Bydžov eingeliefert.

Nový Bydžov war im November in die Schlagzeilen geraten. Nach mehreren Überfällen und der Vergewaltigung einer jungen Frau, hatte die Hälfte der Bewohner eine Petition für mehr Sicherheit unterschrieben.

Roma-Vereinigiung: Andere EU-Länder sollen Roma aus Tschechien aufnehmen

Die Roma-Vereinigung „Fórum“ hat sich bei der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik Catherine Ashton und bei einigen EU-Institutionen über die tschechische „Roma-Feindlichkeit“ beschwert. Die Vereinigung verlangt, dass die EU-Institutionen mit ausgewählten EU-Ländern über die Aufnahme einer bestimmten Zahl der Roma aus Tschechien verhandeln sollen. Nach Meinung der Roma-Aktivisten soll dann Tschechien alle Ausgaben übernehmen, die diesen Ländern mit der Aufnahme der Roma entstehen würden. Zu Ländern, die nach den Vorstellungen der Vereinigung die Roma aus Tschechien aufnehmen sollen, gehören beispielsweise Dänemark, Deutschland, Finnland oder Frankreich. Über ihren Vorschlag informierte die Roma-Vereinigung am Freitag die Presseagentur ČTK.

Ökologen: Stráský lehnt Prestigediplom für Nationalpark Šumava ab

Der Nationalpark Šumava / Böhmerwald hatte nach Meinung der Ökologen von der Umweltorganisation „Hnutí Duha“ die Chance, das Europäische Diplom zu bekommen, das das Interesse ausländische Touristen für den Park anregen könnte. Über die Verleihung des Prestigediploms sollte eine Expertenkommission am kommenden Montag in Strassburg verhandeln. Der Leiter des Nationalparks Jan Stráský habe die Verleihung des Diploms jedoch vereitelt, so die Ökologen. Das Umweltministerium stornierte dann den Ökologen zufolge die Entsendung seiner Vertreter zu den Verhandlungen der Kommission. Aus den Empfehlungen von Experten, die zuvor vom Europarat in den Böhmerwald entsandt worden waren, geht hervor, dass der Nationalpark das Diplom erhalten könnte, meinen die Ökologen. Die tschechische Seite hätte aber entsprechende Bedingungen erfüllen müssen. Das Europäische Diplom wird vom Europarat für fünf Jahre verliehen. Bestandteil des Diploms sind Empfehlungen zur Verbesserung des Landschaftsschutzes.

Jáchym Topol wird für den Buchpreis von The Independent nominiert

Der tschechische Schriftsteller Jáchym Topol wurde für den Buchpreis der britischen Tageszeitung The Independent für ausländische Literaten nominiert. Topol wurde für seinen Roman „Kloktat dehet“ (deutsch: Zirkuszone) nonminiert. Topols Buch wurde von David Short ins Englische unter dem Titel „Gargling with Tar“ übersetzt. Für Topol, dessen Bücher vor allem in Mitteleuropa erscheinen, handelt es sich um sein erstes Werk, das in Großbritannien erschien. Gemeinsam mit Topol wurden für den Buchpreis weitere 14 Schriftsteller nominiert. Der Preisträger wird am 26. Mai bekannt gegeben.

„Vampirgrab“ wird im Museum im mährischen Staré Město installiert

Ein Vampirgrab wurde am Freitag im Museum Großmährens in Staré Město bei Uherské Hradiště installiert. Das Grab ist Bestandteil der Ausstellung über den Vampirismus, die den Besuchern ungewöhnliche Bestattungsrituale aus dem 9. und 10. Jahrhundert vorstellt. Der Leiter der archäologischen Abteilung des Museums, Miroslav Vaškových, erklärte, das Grab des so genannten ´Vampirs´ hätten die Archäologen voriges Jahr im Archäopark Modrá gefunden. Im Frühmittelalter habe man, so der Archäologe, als Vampire Menschen bezeichnet, die schwere Träume hatten oder an einer psychischen Erkrankung litten. Die Leute hatten dem Experten zufolge Angst, dass ihnen diese Wesen auch nach dem Tod Schaden zufügen könnten. Darum seien sie anderswo als andere Leute bestattet worden, so Vaškových.

Eisschnelllauf-WM in Inzell: Martina Sáblíková holt Gold über 5000 Meter

Die tschechische Eisschnellläuferin Martina Sáblíková ist zum vierten Mal in einer Folge Weltmeisterin über 5000 Meter geworden. Insgesamt holte die zweifache Olympiasiegerin am Samstag in Inzell bereits ihren 7. WM-Titel. Im 5000 Meter-Lauf war Sáblíková um mehr als vier Sekunden schneller als die silberne Stefanie Beckert. Bronze ging an die Eisschnelllauf-Legende Claudia Pechstein.

WTA-Turnier in Indian Wells: Záhlavová-Strýcová nach Sieg über Kvitová in 3. Runde

Die tschechische Tennisspielerin Barbora Záhlavová-Strýcová hat beim WTA-Turnier in Indian Wells in den USA die dritte Runde erreicht. In zweiter Runde besiegte Záhlavová-Strýcová eine weitere Tschechin Petra Kvitová mit 3:6, 6:2 und 7:5. In der dritten Runde trifft Záhlavová-Strýcová entweder auf Ana Ivanovic aus Serbien oder auf die Japanerin Kimiko Date Krumm.

Das Wetter am Sonntag: heiter bis bewölkt, bis 16 Grad

Am Sonntag ist es in Tschechien heiter bis bewölkt, am Morgen ist mit Nebel zu rechnen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 12 und 16 Grad, in Lagen über 1000 Meter bei 7 Grad Celsius.

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