Nachrichten Nachrichten

29-12-2010 20:13 | Martina Schneibergová

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Gesundheitsminister Heger erwägt wegen der Kündigungen der Ärzte den Gefahrenstand ausrufen zu lassen

Gesundheitsminister Leoš Heger (TOP 09) erwägt, wegen der Massenkündigungen der Krankenhausärzte den Gefahrenstand ausrufen zu lassen. Bei Gefahrenstand ließe sich den Ärzten vorschreiben, an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren. Die Ausrufung obliegt den Kreishauptmännern, der Gefahrenstand kann maximal 30 Tage aufrechterhalten werden. Die Kreishauptmänner zeigen sich bisher eher zurückhaltend. Er wolle das Verfahren von Rechtsanwälten prüfen lassen, sagte der Hauptmann des Kreises Vysočina, Jiří Běhounek. Würde die Regierung das Verfahren indes gutheißen, könne man über das Thema reden, so Běhounek. Im Kreis Vysočina haben bereits 60 Prozent der Krankenhausärzte ihre Kündigung eingereicht. Insgesamt hatten bis Mittwochmorgen 3650 der 16.000 tschechischen Krankenhausärzte ihre Kündigungen ihrem Arbeitgeber zugestellt.

Rath fordert Heger zur beschleunigten Lösung der Ärztekündigungen auf

Der Gesundheitsexperte der Sozialdemokraten (ČSSD) und mittelböhmische Kreishauptmann, David Rath, forderte am Mittwoch Gesundheitsminister Leoš Heger zur unverzüglichen Lösung der Ärztekündigungen auf. Rath lehnte Hegers Plan zur Ausrufung des Gefahrenstands ab. Landkreis Mittelböhmen werde dies nicht akzeptieren, so Rath. Heger soll Rath zufolge entweder handeln oder zurücktreten. Die Situation sei sehr ernsthaft, sagte Rath.

Ärger in der Regierungskoalition: Partei der öffentlichen Angelegenheiten will ihre Mitglieder über Reformen abstimmen lassen

In der tschechischen Regierungskoalition könnte es erneut zu Streit kommen, berichtet die Tageszeitung „Právo“ in ihrer Ausgabe von Mittwoch. So plane die Partei der öffentlichen Angelegenheiten (VV), ihre Mitglieder über die geplanten Reformen des Renten- und des Gesundheitssystems in Internetreferenden abstimmen zu lassen. Konfliktträchtig sei vor allem die in den Referenden geplante Frage, ob die Partei der öffentlichen Angelegenheiten mit den Koalitionspartnern aushandeln solle, dass die Reformen in die Verfassung aufgenommen werden. Er halte eine entsprechende Fragestellung für die praktische Aufkündigung des Koalitionsvertrags, wird Finanzminister Kalousek von der TOP 09 zitiert. Für eine Verfassungsänderung verfügt die Regierungskoalition nicht über ausreichend Stimmen, dies ließe sich nur bei einer Unterstützung der oppositionellen Sozialdemokraten oder Kommunisten bewerkstelligen.

Umfrage für „Lidové noviny“: Ein Drittel der Tschechen meint, dass die Regierung bald zerfällt

Die Mehrheit der Tschechen meint, dass die Regierung Nečas nicht die ganzen vier Jahre überstehen wird. Dies geht aus der Umfrage hervor, die im Auftrag der Tageszeitung „Lidové noviny“ von der Agentur Millward Brown durchgeführt wurde und deren Ergebnisse in der Mittwochausgabe der Zeitung veröffentlicht wurden. 32,2 Prozent der Befragten meinen, dass nur ein kleines Problem reicht, und die Regierungskoalition würde zerfallen. 36,8 Prozent der Befragten glauben, dass das Kabinett maximal bis zum Ende des kommenden Jahres regieren wird. Nur 31 Prozent der Tschechen glauben, dass die Regierung die Krise innerhalb der Koalition bewältigen wird. Die Umfrage wurde in den Tagen vom 25. bis zum 27. Dezember durchgeführt. An ihr nahmen 416 Menschen aus ganz Tschechien teil.

Sparmaßnahmen und Entwicklung in Europa beschränken das Wirtschaftswachstum in Tschechien

Das Wachstum der tschechischen Wirtschaft wird im nächsten Jahr von den diesjährigen mehr als zwei Prozent auf rund 1,8 Prozent sinken. Die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums wird durch die Sparmaßnahmen der Regierung, die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in Westeuropa und die Reduzierung der Investitionen in die Solarenergie verursacht. Dies geht aus den Erklärungen von Wirtschaftsanalytikern hervor, die von der Nachrichtenagentur am Mittwoch angesprochen wurden.

GAC: Roma-Kinder hören mit Bildung früher als ihre Altersgenossen auf

16 Prozent der Roma-Kinder, die eine Grundschule in der Nähe einer sozial ausgeschlossenen Lokalität absolvierten, hören nach der Grundschule mit der Bildung auf. Dies geht aus einer Studie hervor, die von der Consulting-Gesellschaft GAC ausgearbeitet wurde und deren Resultate am Mittwoch veröffentlicht wurden. Häufiger als andere Kinder entscheiden sich die Roma für eine Ausbildung, die nur mit einem Lehrbrief beendet wird. Viele der Roma beenden die Ausbildung jedoch nicht. Nur 14 Prozent der Roma-Kinder entscheiden sich für ein Fach mit Abiturabschluss. Weniger als zwei Prozent der Roma-Kinder gehen nach der Grundschule aufs Gymnasium. Den Worten des Soziologen Ivan Gabal zufolge wird eine hohe Prozentzahl der Roma-Kinder, die keine Qualifikation und keine abgeschlossene Bildung haben, wahrscheinlich das Lebensschicksal ihrer Eltern teilen. Dem Bericht der Weltbank vom vergangenen Jahr zufolge kosten die hohe Arbeitslosigkeit und die niedrigen Löhne der Roma die Staatskasse mindestens 16 Milliarden Kronen (640 Millionen Euro) jährlich.

Ehemalige Regierungspartei US-DEU hört auf zu existieren

Die einstige Regierungspartei, die Freiheitsunion-Demokratische Union (US-DEU), hört zum Januar des nächsten Jahres auf zu existieren. Die Partei entstand unter dem Namen der Freiheitsunion am 17. Januar 1998, nachdem sich eine unzufriedene Plattform von der Demokratischen Bürgerpartei (ODS) abgespaltet hatte. Die neue Partei genoss damals eine starke Unterstützung unter der Öffentlichkeit. Nach acht Jahren nahm sie jedoch erfolglos an den Abgeordnetenhauswahlen teil, und hatte keinen Einfluss mehr. Der Rat der Partei ersuchte Anfang Dezember um die Auflösung der US-DEU. Den Parteivertretern zufolge endet die US-DEU ohne Schuldverpflichtungen. Einer der ehemaligen Parteichefs der Unionisten, Jan Hadrava, übermittelte den Mitgliedern auf der Webseite der Partei eine Grußbotschaft.

Vermisster Skilangläufer wurde im Altvatergebirge tot aufgefunden

Der seit dem 19. Dezember vermisste Skiwanderer wurde am Mittwoch im Altvatergebirge / Jeseníky tot aufgefunden. Der Bergrettungsdienst fand den Leichnam des 62jährigen Skilangläufers unweit von Vřesová studánka. Weitere Informationen über die Todesursache wurden nicht veröffentlicht.

Tag der offenen Tür im nationalen Technik-Museum weckt großes Interesse

Außerordentlich großes Interesse hat am Mittwoch der Tag der offenen Tür im nationalen Technik-Museum in Prag geweckt. Schon eine Stunde vor der Öffnung des Museums warteten vor dem Eingang die ersten Besucher. Das Museum im Stadtteil Letná konnte nach mehr als vier Jahren wieder besichtigt werden. Bislang ist jedoch nur die so genannte „Verkehrshalle“ zugänglich, wo eine neue Dauerausstellung über die Verkehrsgeschichte installiert wurde. Zu den Exponaten gehört beispielsweise das Flugzeug, mit dem der tschechische Flugpionier Jan Kašpar im Mai 1911 aus Pardubice nach Velká Chuchle flog. Es handelte sich um den ersten längeren Flug in der Geschichte des tschechischen Flugwesens. Im Museum ist zum ersten Mal auch der legendäre Abfangjäger Supermarine Spitfire ausgestellt, mit dem tschechoslowakische Piloten während des Zweiten Weltkriegs in den Diensten der britischen Armee gegen Hitler gekämpft haben. Zudem sind Oldtimer ausgestellt, unter ihnen auch ein Benz aus dem Jahr 1912, der einst dem Großvater des tschechischen Außenministers Karel Schwarzenberg gehörte.

Im Alter von 80 Jahren starb Maler Osvald Klapper

Am Mittwoch haben sich Verwandte und Freunde im Krematorium in Prag – Motol vom Gründungsmitglied der tschechischen Chopin-Gesellschaft, dem Maler Osvald Klapper, verabschiedet. Klapper starb am 26. Dezember im Alter von 80 Jahren. Die letzte Ausstellung aus Klappers Werk fand im Mai dieses Jahres unter dem Titel „Chopin in Böhmen“ auf der 55. Buchmesse in Warschau statt. Klapper entwarf unter anderem Plakate für Chopins Festivals in Mariánské Lázně / Marienbad. Der Maler und Illustrator arbeitete eng mit dem tschechischen Polonisten Jaroslav Simonides und dem Klaviervirtuosen František Rauch zusammen.

Eishockey – U20-WM: Tschechien verliert gegen Kanada

Das tschechische Eishockey-Nachwuchsteam hat sein zweites Spiel bei der U-20-WM verloren. Mit 2:7 unterlag Tschechien am Dienstag im amerikanischen Buffalo der Auswahl Kanadas, einem der WM-Favoriten. Entscheidenden Anteil an der Niederlage hatte die undisziplinierte Spielweise der Tschechen, die Kanadier schossen allein vier ihrer sieben Tore in zahlenmäßiger Überlegenheit wegen tschechischer Strafminuten. In den verbleibenden beiden Gruppenspielen braucht die Mannschaft von Trainer Miroslav Přerost nun mindestens einen Sieg, um sich für die nächste Runde zu qualifizieren. Weitere Gruppengegner sind Schweden und Russland. Die jeweils ersten Drei der beiden Gruppen kommen in die nächste Runde.

Radcross-GVA Trofee: Štybar auf Platz Drei

Zdeněk Štybar hat am Mittwoch im Radcross-Rennen GVA Trofee im belgischen Loenhout den dritten Platz belegt. Erster war Niels Albert, zweiter Sven Nijs, beide aus Belgien. Der diesjährige Radcross-Weltmeister Štybar konnte wegen einer Entzündung im Knie einen Monat lang an keinen Rennen teilnehmen. Štybar gelang es aber, sich nach der Krankheit wieder in die Radcross-Spitze durchzukämpfen.

Das Wetter am Donnerstag, 30.12.: bedeckt und kalt

Am Donnerstag ist es in Tschechien meist bedeckt mit schwachen Schneeschauern. Es ist kalt bei Tageshöchstwerten von -10 bis -6 Grad Celsius, in höheren Lagen bei -2 Grad Celsius.

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