Nachrichten Nachrichten

21-08-2010 20:35 | Christian Rühmkorf

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Tschechien gedenkt der Niederschlagung des Prager Frühlings vor 42 Jahren

Tschechien gedachte am Samstag der Niederschlagung des Prager Frühlings durch die Truppen des Warschauer Paktes vor 42 Jahren. Der Hauptgedenkakt fand vor dem Gebäude des Tschechischen Rundfunks im Prager Stadtteil Vinohrady statt. Neben dem Vorsitzenden des Senats Přemysl Sobotka und Kulturminister Jiří Besser nahm eine Reihe weiterer Vertreter aus Politik und Medien an der Veranstaltung teil. Sobotka und der Generaldirektor des Tschechischen Rundfunks, Peter Duhan, erinnerten an den besonderen Einsatz der damaligen Rundfunkmitarbeiter. Die Invasion der Sowjetarmee und ihrer Verbündeten am 21. August 1968 forderte insgesamt über 100 Todesopfer und bedeutete das Ende des Reformprozesses in der damaligen Tschechoslowakei, des so genannten Prager Frühlings.

Dobronín-Massaker 1945: Möglicherweise lebt ein weiterer Tatverdächtiger

Im Falle des Dobronín-Massakers an deutschen Zivilisten nach dem Zweiten Weltkrieg gibt es möglicherweise einen zweiten noch lebenden Tatverdächtigen. Nach Informationen des Servers aktualne.cz handelt es sich um den früheren Berufssoldaten Štefan Bobek. Er kam nach dem Krieg aus der Slowakei in die Region um Jihlava / Iglau. Bobek sei im Mai 1945 in Dobronín gewesen und auf der Liste der möglichen Täter, einige Jahre später aber in die USA oder nach Kanada ausgewandert, erklärte der polizeiliche Ermittler Michal Laška gegenüber dem Server. Ob und wo Bobek lebt, soll nun überprüft werden. Ein Anwohner, der nicht genannt werden wollte, sagte, im Dorf habe man über eine Beteiligung Bobeks am Massaker gesprochen. Im Dorf lebt angeblich noch Bobeks Sohn. Bisher ist der Polizei nur ein noch lebender Tatverdächtiger bekannt, der jedoch eine Beteiligung abstreitet.

In Dobronín sind angeblich 15 deutsche Zivilisten wenige Tage nach Kriegsende von tschechischen Gardisten brutal ermordet worden. Sechs Opfer sind in dieser Woche exhumiert worden.

Zahl der HIV-Infizierungen in Tschechien nimmt kontinuierlich zu

In den ersten sieben Monaten des Jahres wurden insgesamt 118 neue Fälle von HIV-Infizierung registriert. Das gab das Nationalen Referenz-Labor für Aids bekannt. In den letzten vier Jahren ist es zu einer kontinuierlichen Steigung der HIV-Infizierungen gekommen. Noch 2006 wurden für das gesamte Jahr 93 Fälle registriert. Man habe die schlimmsten Monate des Jahres noch vor sich, sagte Miroslav Hlavatý von der Tschechischen Aids-Gesellschaft. Allein im Juli gab es 20 HIV-Neuinfizierungen; im selben Monat des vergangenen Jahres waren es nur 10 Fälle.

Seit 1985 wurden in Tschechien insgesamt 1462 Personen als HIV-Positiv registriert.

Gesundheitsministerium verbrennt Schweinegrippen-Impfstoff im Wert von 1,3 Millionen Euro

Das Gesundheitsministerium hat 145.000 Impfeinheiten gegen die Schweinegrippe im Wert von rund 1,3 Millionen Euro verbrennen lassen, wie am Freitag der Privatsender Nova meldete. Nach Angaben des Ministeriums sei in den meisten Fällen das Verfallsdatum abgelaufen. Die Tschechische Ärztekammer kritisierte abermals den Umgang mit der Schweinegrippe sowie den Einkauf dieser Menge von Impfstoffen als Geldverschwendung und forderte eine Bestrafung der Verantwortlichen. Die damalige Gesundheitsministerin Jurásková rechtfertigte die Schritte ihres Ressorts. Die Menge der Impfeinheiten habe der Bedrohung durch die Grippe entsprochen.

Ein Mann aus Ostrava bot 20 Tonnen Armee-Pyrotechnik über das Internet an

Die Polizei hat in einem Dorf bei Ostrava / Ostrau rund 20 Tonnen ausgesonderte Pyrotechnik vor allem aus Armeebeständen entdeckt. Darüber informierte am Freitagabend der Privatsender Nova. Die explosiven Stoffe waren in einer Scheune mit Stroh, Holz und Kohle untergebracht, darunter auch Leuchtfeuer mit einer Reichweite von mehreren Kilometern und einer Hitzeentwicklung von bis zu 2000 Grad. Nach Aussagen eines Militärs habe höchste Brandgefahr bestanden. Die Militärpolizei war über das Internet einem Mann auf die Spur gekommen, der nahezu alle Arten von Armee-Pyrotechnik anbot. Den Fall untersuchen Militär- und Kriminalpolizei gemeinsam. Die Pyrotechnik musste mit zwei Lkws abtransportiert werden.

Warschauer-Pakt-Invasion: Tschechien ehrt das Opfer des Polen Ryszard Siwiec

In Prag wurde am Freitag ein Denkmal für den Polen Ryszard Siwiec eingeweiht. Er hatte sich aus Protest gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei 1968 selbst verbrannt. Das Denkmal in der Form eines Obelisken steht vor dem Institut für das Studium für totalitärer Regime (ÚSTR) und wurde unter Anwesenheit tschechischer und polnischer Staatsvertreter eingeweiht. Am 8. September 1968 hatte sich der Philosoph und antifaschistische Widerstandskämpfer Ryszard Siwiec vor den Augen von rund 100.000 Menschen im Warschauer Sportstadion selbst verbrannt. Er hinterließ fünf Kinder. Die polnische Staatsführung verbot die jegliche Berichtserstattung über das Ereignis.

Ex-Präsident Havel kam nicht zum ältesten Open-Air-Festival in Trutnov

Ex-Präsident Václav Havel zählte – anders als gewohnt - am Samstag nicht zu den Gästen des ältesten tschechischen Open-Air-Festivals im nordostböhmischen Trutnov / Trautenau. Aufgrund seiner Arbeitsbelastung sei es ihm nicht möglich zu kommen, schrieb Havel in einem Entschuldigungsbrief. Am Samstag traten unter anderem die früheren Underground-Bands „The Plastic People of the Universe“ und „Už jsme doma“ auf. „Už jsme doma“ gehört zu jenen Bands, die 1987 auf dem ersten Jahrgang des Festivals vertreten waren. Damals waren kommunistische Polizeieinheiten scharf gegen das Publikum vorgegangen.

Tschechischer Vierer-Kajak holt bei der Weltmeisterschaft in Polen Bronze

Der tschechische Vierer-Kajak hat bei der Weltmeisterschaft im polnischen Poznan / Posen die Bronze-Medaille auf der Ein-Kilometer-Strecke erkämpft. Damit haben die tschechischen Hoffnungsträger die erste Medaille bei einem weltweiten Wettkampf errungen. Bisher hatten sie zwei Mal Bronze bei der Europameisterschaft errungen. Den ersten Platz bei der Weltmeisterschaft erkämpfte souverän der französische Vierer und verwies Titelverteidiger Weißrussland auf Platz zwei.

Trainerwechsel: Speerwerferin Špotáková setzt ab sofort auf Weltrekordhalter Jan Železný

Die tschechische Olympiasiegerin im Speerwurf Barbora Špotáková hat ihren Trainer gewechselt. Am Samstag gab sie bekannt, sie werde ab sofort von Jan Železný trainiert. Während Špotáková den Weltrekord der Frauen hält, ist Železný, der 2006 aus dem aktiven Sport ausschied, immer noch der Weltrekordhalter der Männer. Špotákovás bisheriger Trainer Rudolf Černý zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung der 29-jähigen Speerwerferin.

Das Wetter am Sonntag, 22.August

Auch am Sonntag ist es in Tschechien heiter bis wolkenlos. Am Abend zunehmende Bewölkung vom Westen her, vereinzelt Gewitter und Regenschauer. Die Temperaturen erreichen Höchstwerte zwischen 27 und 31 Grad Celsius.

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